Streitig sind Erbgüter, insbesondere Weingärten, Gülten und Renten zu Waldbreitbach (Grevenbreitbach, Amt Neuerburg), zu Niederbreitbach, zu Verscheid, zu Linzdorf und im Gerichtsbezirk von Linz (am Rhein), die von der kinderlos verstorbenen Maria von Herschbach, Gattin des Apollonarius von Irmtraut, herrühren. Johann von Lahnstein, Sohn des Wilhelm von Lahnstein und der Anna von Düsternau, beanprucht die streitigen Güter als nächster männlicher Verwandter der Maria von Herschbach. Die streitigen Güter sind über Anna Hess, die Mutter der Appellaten Peter und Andreas Imhoff, die in erster Ehe mit Apollonarius von Irmtraut verheiratet war, in den Besitz der Appellaten gelangt. Da die Appellaten durch gerichtliche Urkunden nachweisen können, daß ihre Besitzrechte an den Gütern bei Waldbreitbach und Linz niemals umstritten waren, verurteilt das RKG am 7. April 1579 die Appellanten, die Besitzrechte der Appellaten nicht mehr zu stören, okkupierte Güter zu restituieren und Schadenersatz zu leisten. Die Streitsache war bereits vor dem Gericht von Waldbreitbach, dem Appellationsgericht Altenwied und dem Hohen Weltlichen Gericht (Schultheiß und Schöffen) zu Bonn seit spätestens 1540 verhandelt worden.
Show full title
Streitig sind Erbgüter, insbesondere Weingärten, Gülten und Renten zu Waldbreitbach (Grevenbreitbach, Amt Neuerburg), zu Niederbreitbach, zu Verscheid, zu Linzdorf und im Gerichtsbezirk von Linz (am Rhein), die von der kinderlos verstorbenen Maria von Herschbach, Gattin des Apollonarius von Irmtraut, herrühren. Johann von Lahnstein, Sohn des Wilhelm von Lahnstein und der Anna von Düsternau, beanprucht die streitigen Güter als nächster männlicher Verwandter der Maria von Herschbach. Die streitigen Güter sind über Anna Hess, die Mutter der Appellaten Peter und Andreas Imhoff, die in erster Ehe mit Apollonarius von Irmtraut verheiratet war, in den Besitz der Appellaten gelangt. Da die Appellaten durch gerichtliche Urkunden nachweisen können, daß ihre Besitzrechte an den Gütern bei Waldbreitbach und Linz niemals umstritten waren, verurteilt das RKG am 7. April 1579 die Appellanten, die Besitzrechte der Appellaten nicht mehr zu stören, okkupierte Güter zu restituieren und Schadenersatz zu leisten. Die Streitsache war bereits vor dem Gericht von Waldbreitbach, dem Appellationsgericht Altenwied und dem Hohen Weltlichen Gericht (Schultheiß und Schöffen) zu Bonn seit spätestens 1540 verhandelt worden.
AA 0627, 3508 - L 790/2571
AA 0627 Reichskammergericht, Teil V: I-L
Reichskammergericht, Teil V: I-L >> 3. Buchstabe L
1564 - 1586 (1542 - 1586)
Enthaeltvermerke: Kläger: Johann von Lahnstein (Laenstein, Lainstein, Lonstein), kurtrierischer Rat und Amtmann von Cochem und Ulmen, zu Koblenz, seit 1565 seine Witwe Katharina von der Ley(en), später Gattin des Daem Kämmerer von Worms gen. Dalberg, (Bekl.) Beklagter: Agnes Imhoff (im Hove), Bürgerin zu Köln, Witwe des Andreas Imhoff, als Vormünderin für ihre Enkel Andreas und Peter Imhoff (1569 volljährig), Söhne des Andreas Imhoff und der Anna Hess, seit 1580 Peter Imhoffs Witwe Barbara als Vormünderin für ihre Kinder Joachim, Andreas, Henrich, Peter und Christina Imhoff, (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Wilhelm Fickler 1564 - Dr. Leopold Dick 1569 - Dr. Alexander Reefsteck 1569 - Dr. Christoph Reefsteck (Alexanders Bruder) 1569 - Dr. Laurentius Wildthelm 1569 - Dr. Malachias Ramminger 1569 - Dr. Johann Brentzlin 1575 - Dr. Johann Stöckle 1575 - Dr. Paul Haffner 1575 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Leopold Dick 1564 - Dr. David Capito - Dr. Christoph Rebstock 1564 - Dr. Laurentius Wildthelm (auch für Erzbischof Friedrich von Köln) 1564 - Dr. Michael Fickler 1564 Prozeßart: Appellationis, nunc (1575) executionis Instanzen: 1. Kurköln. Kanzler und Räte zu Bonn 1561 - 1564 - 2. RKG 1564 - 1586 (1542 - 1586) Beweismittel: Verzeichnis der streitigen Erbgüter (Q 29, 60 und 62). RKG- Urteil vom 7. April 1579 (Q 32). Prozeßkostenrechnung (Q 39). RKG-Urteil vom 23. Juni 1581 über die Höhe der Prozeßkosten (Q 52). Beschreibung: 5 Bde., 15 cm; Bd. I: 3 cm, 65 Bl., gebunden, Q 1 - 18; Bd. II: 2,5 cm, 81 Bl., gebunden, Q 20 - 39; Bd. III: 3 cm, 85 Bl., gebunden, Q 40 - 52, 55 - 62 und Beilagen, es fehlen Q 53* und 54*; Bd. IV: 4,5 cm, 244 Bl., gebunden, Q 11 = 27 (Priora); Bd. V: 2 cm, 127 Bl., gebunden, Q 19 = 26 (Zeugenrotulus). Lit.: L. Imhoff, Die Augsburg-Nürnberger Imhoff in Köln und das Haus Wolkenburg, in: Mitt. der Westdeutsche Gesellschaft für Familienk. 2 (1918-1921) S. 82ff.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
28.04.2026, 8:39 AM CEST