Kurfürst Philipp von der Pfalz veranlasst in Streitigkeiten zwischen Bischof Albrecht von Straßburg einer- und Hans Pfuser von Nordstetten (Pfiser von Norstetten) andererseits, die sich zu Fehde und Feindschaft verstärkt hatten, das nachfolgende, schlichtende Vorgehen: 1. Beide sollen ihre Anklagen vor dem Pfalzgrafen oder dessen Richter und Räten vorbringen und deren Entscheidung ohne Appellation akzeptieren. [2.] Die Klagen von Hans betreffend Egnolf Röder und Michel Botzheim, Straßburger Amtleute, sollen nach Erkenntnis der Freischöffen des Femegerichts (heymlichen gerichts) vor dem pfalzgräflichen Richter und den Räten behandelt werden. [3.] Gegen die beiden Knechte Peter und Hennslin Meder aus dem Oppenauer (Noppenauwer) Tal soll Hans Pfuser im Straßburger Hochstift zu Recht verholfen werden. [4.] Damit ist die Fehde und Feindschaft, auch für Helfer und Helfershelfer, beendet und keiner soll dem anderen mehr Ungutes zufügen. [5.] Alle Gefangenen, geistliche wie weltliche, sollen aus dem Gefängnis ohne Stockrecht oder Schlossgeld sofort und gegen schlichte Urfehde entlassen werden, wobei für das Verzehrte angemessene Atzung zu bezahlen ist. [6.] Ausstehende Schatzgelder, Brandschatzungen, Gülten oder Bürgschaften sind nichtig.
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Kurfürst Philipp von der Pfalz veranlasst in Streitigkeiten zwischen Bischof Albrecht von Straßburg einer- und Hans Pfuser von Nordstetten (Pfiser von Norstetten) andererseits, die sich zu Fehde und Feindschaft verstärkt hatten, das nachfolgende, schlichtende Vorgehen: 1. Beide sollen ihre Anklagen vor dem Pfalzgrafen oder dessen Richter und Räten vorbringen und deren Entscheidung ohne Appellation akzeptieren. [2.] Die Klagen von Hans betreffend Egnolf Röder und Michel Botzheim, Straßburger Amtleute, sollen nach Erkenntnis der Freischöffen des Femegerichts (heymlichen gerichts) vor dem pfalzgräflichen Richter und den Räten behandelt werden. [3.] Gegen die beiden Knechte Peter und Hennslin Meder aus dem Oppenauer (Noppenauwer) Tal soll Hans Pfuser im Straßburger Hochstift zu Recht verholfen werden. [4.] Damit ist die Fehde und Feindschaft, auch für Helfer und Helfershelfer, beendet und keiner soll dem anderen mehr Ungutes zufügen. [5.] Alle Gefangenen, geistliche wie weltliche, sollen aus dem Gefängnis ohne Stockrecht oder Schlossgeld sofort und gegen schlichte Urfehde entlassen werden, wobei für das Verzehrte angemessene Atzung zu bezahlen ist. [6.] Ausstehende Schatzgelder, Brandschatzungen, Gülten oder Bürgschaften sind nichtig.
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Nr. 829, 161
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Kopialbücher
Kopialbücher >> Weltliche Territorien und Herrschaften >> Kurpfalz >> Einzelne Pfalzgrafen und Kurfürsten >> Philipp >> Entscheide, Anlässe und Verträge I (Kurfürst Philipps von der Pfalz) >> Urkunden
1483 April 16 (uff mittwoch nach dem sonntag misericordias domini)
fol. 243v-244v
Urkunden
Ausstellungsort: Heidelberg
Siegler: Kurfürst Philipp von der Pfalz
Siegler: Kurfürst Philipp von der Pfalz
Von der Urkunde wurden zwei Exemplare ausgefertigt, wovon jede Partei eines erhielt. Kopfregest: "Ein verteydigung zuschen dem Byschoff von Straszburg und Hansen Pfiser ir vehd unnd fyntschafft halb".
Botzheim, Michel von; Straßburger Amtmann, erw. 1483
Meder, Henslin; Knecht, erw. 1483
Meder, Peter; Knecht, erw. 1483
Pfuser von Nordstetten, Hans; erw. 1482, 1483
Röder, Egnolf (Egenolf, Enolf); Vogt in der Pflege zu Ortenberg, Vogt in der Ortenau, erw. 1478, 1490
Oppenau OG
Straßburg = Strasbourg, Dep. Bas-Rhin [F]; Hochstift
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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