Mandatum restituendo Auseinandersetzung um Schadensersatz
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(1) 2744
Wismar R 57 (W R 2 n. 57)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 18. 1. Kläger R
(1704) 22.01.1705-26.01.1707
Kläger: (2) Carsten Rohde, Seidenhändler zu Wismar
Beklagter: Christian Wankyff, Postinspektor in Wismar
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Johann Jacob Lauterbrunn (A), Dr. Joachim Heinrich Gröning (P); seit 1706: Dr. Joachim Köckert (P)
Fallbeschreibung: Kl. hat seinen Diener Zacharias Jochim Kron am 22.12. ein Päckchen bei der Post nach Hamburg aufgeben lassen, das verloren gegangen ist. Kl. spezifiziert den Inhalt des Päckchens und fordert Schadensersatz vom Bekl., den dieser hinsichtlich der Waren gewähren will, hinsichtlich des Geldes aber verweigert. Kl. bittet das Tribunal bei der Erlangung des Schadensersatzes um Hilfe, dieses fordert Bekl. am 27.01. zur Stellungnahme auf. Dieser antwortet am 25.02., Kl. habe ihm nicht mitgeteilt, daß sich in dem Paket Geld befinden würde und könne nicht verlangen, daß er für das geringe Porto den Wert seines Paketes versichert hätte. Er würde sich zwar bereitfinden, die verlorengegangenen Stoffe zu bezahlen und dieses Geld dem Postillion abziehen, keinesfalls werde er aber das Geld zurückerstatten. Er verlangt stattdessen, den Kl. wegen Betrugs der Post anzuklagen. Das Tribunal trägt Kl. am 26.02. auf, binnen 6 Wochen zu antworten. Rode besteht am 20.04. auf seinem Schadensersatz, das Tribunal trägt Bekl. am 22.04. auf, sich binnen 6 Wochen erneut dazu zu erklären, was dieser am 10.06. tut. Am 22.06.1705 schließt das Tribunal die Beweisaufnahme und urteilt am 05.07.1706, Bekl. habe Schadensersatz für die Stoffe zu leisten, sei davon aber wegen des Geldes zu entbinden. Am 16.08.1706 ergreift Kl. restitutio in integrum gegen den zweiten Teil des Urteils und bittet darum, ihm auch das verlorene Geld zu ersetzen. Am 24.01.1707 bestätigt das Tribunal sein Urteil.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1705-1706 2. Tribunal 1706-1707
Prozessbeilagen: (7) von Rode vorgelegte Aufstellung des Paketinhaltes (Stoffe für ca. 40 Rtlr und Bargeld in Höhe von 165 Rtlr); Notariatsinstrument Jochim Dietrich Stemwedes vom 29.12.1704; Postzettel vom 22.12.1704; Auszug aus der Postordnung (o.D.); von Notar Christian Heinrich Ellerhusen aufgenommene Zeugenbefragung von Masche Bernitt und Heinrich Grabow vom 29.12.1704; Prozeßvollmacht Rohdes für Dr. Gröning vom 05.09.1705
Beklagter: Christian Wankyff, Postinspektor in Wismar
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Johann Jacob Lauterbrunn (A), Dr. Joachim Heinrich Gröning (P); seit 1706: Dr. Joachim Köckert (P)
Fallbeschreibung: Kl. hat seinen Diener Zacharias Jochim Kron am 22.12. ein Päckchen bei der Post nach Hamburg aufgeben lassen, das verloren gegangen ist. Kl. spezifiziert den Inhalt des Päckchens und fordert Schadensersatz vom Bekl., den dieser hinsichtlich der Waren gewähren will, hinsichtlich des Geldes aber verweigert. Kl. bittet das Tribunal bei der Erlangung des Schadensersatzes um Hilfe, dieses fordert Bekl. am 27.01. zur Stellungnahme auf. Dieser antwortet am 25.02., Kl. habe ihm nicht mitgeteilt, daß sich in dem Paket Geld befinden würde und könne nicht verlangen, daß er für das geringe Porto den Wert seines Paketes versichert hätte. Er würde sich zwar bereitfinden, die verlorengegangenen Stoffe zu bezahlen und dieses Geld dem Postillion abziehen, keinesfalls werde er aber das Geld zurückerstatten. Er verlangt stattdessen, den Kl. wegen Betrugs der Post anzuklagen. Das Tribunal trägt Kl. am 26.02. auf, binnen 6 Wochen zu antworten. Rode besteht am 20.04. auf seinem Schadensersatz, das Tribunal trägt Bekl. am 22.04. auf, sich binnen 6 Wochen erneut dazu zu erklären, was dieser am 10.06. tut. Am 22.06.1705 schließt das Tribunal die Beweisaufnahme und urteilt am 05.07.1706, Bekl. habe Schadensersatz für die Stoffe zu leisten, sei davon aber wegen des Geldes zu entbinden. Am 16.08.1706 ergreift Kl. restitutio in integrum gegen den zweiten Teil des Urteils und bittet darum, ihm auch das verlorene Geld zu ersetzen. Am 24.01.1707 bestätigt das Tribunal sein Urteil.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1705-1706 2. Tribunal 1706-1707
Prozessbeilagen: (7) von Rode vorgelegte Aufstellung des Paketinhaltes (Stoffe für ca. 40 Rtlr und Bargeld in Höhe von 165 Rtlr); Notariatsinstrument Jochim Dietrich Stemwedes vom 29.12.1704; Postzettel vom 22.12.1704; Auszug aus der Postordnung (o.D.); von Notar Christian Heinrich Ellerhusen aufgenommene Zeugenbefragung von Masche Bernitt und Heinrich Grabow vom 29.12.1704; Prozeßvollmacht Rohdes für Dr. Gröning vom 05.09.1705
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
29.10.2025, 11:29 AM CET