Streitgegenstand ist ein Wullenlichtscheid genannter Hof „in der Barmen“, dem Amtshaus Beyenburg lehensrührig, auf den die Appellanten einen Erbanspruch ihres Mannes und Vaters Peter Wolff geltend machen. Sie bezeichnen die Appellaten als Usurpatoren des Hofes. Die Appellaten bestreiten die Rechtmäßigkeit des RKG-Verfahrens wegen Fristversäumnis bei der Einlegung der Appellation gegen das 1593 ergangene Urteil und bei der Betreibung des Verfahrens bis zur Reproduktion. Sie bestreiten den ursprünglichen Appellanten das Recht, sich für diese Versäumnisse auf Armut zu berufen, da sie von ihrer Malerkunst in Düsseldorf gut gelebt und beim Hofgerichtsverfahren keine Armut geltend gemacht hätten. Sie bestreiten eine Legitimation der Appellanten, das Verfahren zu führen, da Andreas Wolff, Elsgens Stiefsohn, inzwischen verstorben sei (dagegen legten die Appellanten eine Bescheinigung des Kölner Rates von 1602 vor, wonach Andreas Wolff, Maler, als Kölner Bürger lebte und Sohn, nicht Stiefsohn aus der Ehe Elsgens mit Peter Wolff sei (Q 12)), die anderen Zessionare aber nicht von den ursprünglichen Lehensnehmern des Hofes abstammten. Die Zession an jemanden, der dann Armenrecht geltend mache, sei zudem bedenklich. Peter Wolff hatte um ein erstinstanzliches Verfahren am Hofgericht gebeten, da „das Recht im Ambt Bienburgh zuverfolgen mir armen außheimischen gesellenn ... gantz beschwerlich“ fallen würde.
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Streitgegenstand ist ein Wullenlichtscheid genannter Hof „in der Barmen“, dem Amtshaus Beyenburg lehensrührig, auf den die Appellanten einen Erbanspruch ihres Mannes und Vaters Peter Wolff geltend machen. Sie bezeichnen die Appellaten als Usurpatoren des Hofes. Die Appellaten bestreiten die Rechtmäßigkeit des RKG-Verfahrens wegen Fristversäumnis bei der Einlegung der Appellation gegen das 1593 ergangene Urteil und bei der Betreibung des Verfahrens bis zur Reproduktion. Sie bestreiten den ursprünglichen Appellanten das Recht, sich für diese Versäumnisse auf Armut zu berufen, da sie von ihrer Malerkunst in Düsseldorf gut gelebt und beim Hofgerichtsverfahren keine Armut geltend gemacht hätten. Sie bestreiten eine Legitimation der Appellanten, das Verfahren zu führen, da Andreas Wolff, Elsgens Stiefsohn, inzwischen verstorben sei (dagegen legten die Appellanten eine Bescheinigung des Kölner Rates von 1602 vor, wonach Andreas Wolff, Maler, als Kölner Bürger lebte und Sohn, nicht Stiefsohn aus der Ehe Elsgens mit Peter Wolff sei (Q 12)), die anderen Zessionare aber nicht von den ursprünglichen Lehensnehmern des Hofes abstammten. Die Zession an jemanden, der dann Armenrecht geltend mache, sei zudem bedenklich. Peter Wolff hatte um ein erstinstanzliches Verfahren am Hofgericht gebeten, da „das Recht im Ambt Bienburgh zuverfolgen mir armen außheimischen gesellenn ... gantz beschwerlich“ fallen würde.
AA 0627, 6228 - W 1598/4521
AA 0627 Reichskammergericht (AA 0627), Teil IX: U-Z; Nachträge; Abgaben
Reichskammergericht (AA 0627), Teil IX: U-Z; Nachträge; Abgaben >> 3. Buchstabe W
1600 - 1603 (1590 - 1604)
Enthaeltvermerke: Kläger: Elsgen Overs, Witwe des Peter Wolff aus Trier, und deren Sohn Andreas Wolff, Maler, arme Partei; beide haben ihren Anspruch zu Prozeßbeginn „ohnvermögenheit Ihrer nahrung“ halber an den Schwager Hermann Engel, Kölner Bürger, übertragen, (dieser beantragt ebenfalls Armenrecht), (Kl.) Beklagter: Meister Eberhard Scherer von Dülken und Konsorten, nämlich Caspar Giesen, beide wohnhaft in der Freiheit bei Cleverfeld (Herzogtum Berg), (Bekl.) Prokuratoren (Kl.): Goedelman (1600) Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann von Vianden (1600) - Dr. Andreas Pfeffer 1601 Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Fürstlich jül. Räte und verordnete Kommissare 1590 - 1593 - 2. RKG 1600 - 1603 (1590 - 1604) Beweismittel: Acta priora (Q 3) mit Zeugen-Rotuli (ebd. Bl. 86 - 115). Urkunde von Venloer Schöffen, vor denen der Venloer Bürger Andreas Wolff seine Mutter Elsgen Overs bevollmächtigt, auch in seinem Namen gerichtlich zu handeln, 1596, niederländisch (Q 4). Armutszeugnis des Dr. Johannes Novelius, Pfarrer zu St. Columba in Köln, für Hermann Engel, 1600 (Q 5). Urkunde von Bürgermeister und Rat der Stadt Köln über die Zession der Ansprüche am Wullenlichtscheider Hof durch Elsgen Overs für sich und ihren nun in Venlo lebenden Sohn Andreas Wolff, Catharina Wolff und den Eheleuten Christoph Richter und Agnes Wolff als Kinder und Erben des Peter Wolff an den Schwager Hermann Engels, 1600 (Q 6). Urkunde von Bürgermeister und Rat der Stadt Köln über die Vernehmung der Kölner Bürger Jost Rick, Maler, und Michael von Regensburg, „Seckler“, die die Armut des Hermann Engels bestätigen, 1600 (Q 7). Geburtsbrief von Bürgermeister und Rat der Stadt Köln für Andreas Wolff, 1595 (Q 13). Beschreibung: 2 Bde., 4 cm; Bd. 1: 2 cm, 36 Bl., lose; Q 1, 2, 4 - 13, 4 Beilagen, davon 2 prod. am 18. Januar und 8. Juni 1604, 1 undatiert; Bd. 2: 2 cm, 126 Bl., geb; Q 3.
Diverse Registraturbildner
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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24.04.2026, 12:34 PM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Archival tectonics)
- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht (AA 0627), Teil IX: U-Z; Nachträge; Abgaben (Archival holding)
- 3. Buchstabe W (Classification)