Anspruch auf ungestörten Besitz des Rittersitzes Rath aufgrund eines Pachtvertrages. Die Appellantin und ihr verstorbener Mann hatten 1708 von Maximilian Anton von Nievenheim den Rittersitz Rath im köln. Amt Kempen mit den beiden Höfen Kerner und Weyer gepachtet. 1712 verkaufte von Nievenheim den Rittersitz an Maria Anna Bourel, verwitwete von Büllingen, die mit Herzig und seiner Frau einen Pachtvertrag aufLebenszeit fürjährlich 400 Rtlr., 100 Pfund Butter und zwei Lämmer schloß, der später von den Kuratoren des damals noch unmündigen jetzigen Appellaten bestätigt wurde. Bei Erreichen der Volljährigkeit 1727 soll von Büllingen die Appellanten jedoch unter Mißachtung des Pachtvertrages so bedrängt haben, daß die Witwe durch ihren Schwiegersohn beim Offizial „super vexatione, insultatione, violentia et turbatione“ gegen von Büllingen Klage erheben ließ. Obwohl die Vorinstanz sich auf das Kölner Privilegium de non appellando berief, nahm das RKG die Appellation an. Die Appellanten gerieten durch den Prozeß derart in finanzielle Not, daß sie 1731 „um die Beneficia der Armen“ nachsuchen mußten.
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Anspruch auf ungestörten Besitz des Rittersitzes Rath aufgrund eines Pachtvertrages. Die Appellantin und ihr verstorbener Mann hatten 1708 von Maximilian Anton von Nievenheim den Rittersitz Rath im köln. Amt Kempen mit den beiden Höfen Kerner und Weyer gepachtet. 1712 verkaufte von Nievenheim den Rittersitz an Maria Anna Bourel, verwitwete von Büllingen, die mit Herzig und seiner Frau einen Pachtvertrag aufLebenszeit fürjährlich 400 Rtlr., 100 Pfund Butter und zwei Lämmer schloß, der später von den Kuratoren des damals noch unmündigen jetzigen Appellaten bestätigt wurde. Bei Erreichen der Volljährigkeit 1727 soll von Büllingen die Appellanten jedoch unter Mißachtung des Pachtvertrages so bedrängt haben, daß die Witwe durch ihren Schwiegersohn beim Offizial „super vexatione, insultatione, violentia et turbatione“ gegen von Büllingen Klage erheben ließ. Obwohl die Vorinstanz sich auf das Kölner Privilegium de non appellando berief, nahm das RKG die Appellation an. Die Appellanten gerieten durch den Prozeß derart in finanzielle Not, daß sie 1731 „um die Beneficia der Armen“ nachsuchen mußten.
AA 0627, 2550 - H 1158/3583
AA 0627 Reichskammergericht, Teil IV: H
Reichskammergericht, Teil IV: H >> 1. Buchstabe H
1729 - 1732 (1712 - 1732)
Enthaeltvermerke: Kläger: Anna Maria, Witwe des Petrus Herzig, und Konsorten: ihr Schwiegersohn Hermann Kayser, Haus Rath (Raedt, im Erzstift Köln, bei Vorst), (Kl.) Beklagter: N. von Büllingen, jül.-berg. Hofrat, Düsseldorf, (Bekl.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Wilhelm Ludolf 1729 - Lic. Wilhelm Ludwig Ziegler Prokuratoren (Bekl.): Lic. Franz Peter Jung [1729] - Subst.: Lic. Johann Leonhard Krifft Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Offizial Köln (1727) - 2. Kurköln. Hofrat Bonn (1728) - 3. RKG 1729 - 1732 (1712 - 1732) Beweismittel: Botenlohnschein (Q 7). Vertrag zwischen Anna Maria Bourel, verwitwete von Büllingen, und Peter Herzig und seiner Frau 8. April 1712 (Q 11). Kautionsschein über rückständige Pacht aus den Jahren 1715/16 vom 7. Okt. 1717 (Q 12). Auszug aus der kurköln. Hofkanzleiordnung (Q 19). Urteil der 1. Instanz (115 - 116). Auszug aus der Rechtsordnung des Erzstifts Köln (117 - 118). Beschreibung: 4,5 cm, 152 Bl., lose; Q 1 - 31, 20 Beilagen.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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28.04.2026, 8:44 AM CEST