Hintergrund des Prozesses ist die Entschädigung des Appellaten dafür, daß er nach dem Tod des Georg John (gest. Jan. 1645), Vaters des Appellanten und Halbwinners von Groß-St. Martin in Köln auf dem kleinen Abtshof zu Rodenkirchen, den genannten Hof für die unmündigen Kinder des Verstorbenen bewirtschaftete. Die Prozeßparteien schlossen zur Regelung dieser Angelegenheit 1651 und 1652 drei Verträge. Im Vertrag vom 13. Aug. 1652 heißt es, daß der Appellat gegen eine Abstandszahlung von 700 köln. Tlr., die aus der Kornsaat, dem Vieh und den Weinerträgen des Hofs zu entrichten sein soll, dem Appellanten den Hof abtreten soll. Der Appellat klagte vor der 1. Instanz auf Erfüllung der Verträge, deren Gültigkeit der Appellant bestreitet. Die 1. Instanz urteilte mit dem Rat unparteiischer Rechtsgelehrter am 2. Nov. 1657, daß der Vergleich vom 18. Dez. 1652 rechtsgültig und von Peter John zu erfüllen sei. Die 2. Instanz und auch das RKG bestätigten dies mit ihren Urteilen vom 17. Nov. 1662 und 7. Juli 1671. Inzwischen erhebt der Appellant jedoch Gegenforderungen aus zahlreichen „Attentaten“; er nennt Pfändungen seiner beweglichen Güter, seine Verhaftung u. a.
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Hintergrund des Prozesses ist die Entschädigung des Appellaten dafür, daß er nach dem Tod des Georg John (gest. Jan. 1645), Vaters des Appellanten und Halbwinners von Groß-St. Martin in Köln auf dem kleinen Abtshof zu Rodenkirchen, den genannten Hof für die unmündigen Kinder des Verstorbenen bewirtschaftete. Die Prozeßparteien schlossen zur Regelung dieser Angelegenheit 1651 und 1652 drei Verträge. Im Vertrag vom 13. Aug. 1652 heißt es, daß der Appellat gegen eine Abstandszahlung von 700 köln. Tlr., die aus der Kornsaat, dem Vieh und den Weinerträgen des Hofs zu entrichten sein soll, dem Appellanten den Hof abtreten soll. Der Appellat klagte vor der 1. Instanz auf Erfüllung der Verträge, deren Gültigkeit der Appellant bestreitet. Die 1. Instanz urteilte mit dem Rat unparteiischer Rechtsgelehrter am 2. Nov. 1657, daß der Vergleich vom 18. Dez. 1652 rechtsgültig und von Peter John zu erfüllen sei. Die 2. Instanz und auch das RKG bestätigten dies mit ihren Urteilen vom 17. Nov. 1662 und 7. Juli 1671. Inzwischen erhebt der Appellant jedoch Gegenforderungen aus zahlreichen „Attentaten“; er nennt Pfändungen seiner beweglichen Güter, seine Verhaftung u. a.
AA 0627, 2954 - I/J 163/688
AA 0627 Reichskammergericht, Teil V: I-L
Reichskammergericht, Teil V: I-L >> 1. Buchstabe I/J
1663 - 1682 (1645 - 1682)
Enthaeltvermerke: Kläger: Peter John, Halbwinner zu Rodenkirchen (Kr. Köln), (Bekl.) Beklagter: Gerhard Schumacher in der Freiheit Wesseling (Kr. Köln) im Herzogtum Jülich, Oheim des Appellanten, (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz 1663 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht - Dr. Johann Franz Matthias 1682 - Subst.: Lic. Adam Roleman Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff (auch für den Pfalzgrafen bei Rhein) [1656] 1663 - Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz - Subst.: Lic. Johann Hansen - Lic. Bernhard Henningh 1678 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Seiblin Prozeßart: Appellationis et mandati attentatorum revocatorii sine clausula, nunc (1671) appellationis decisae, nunc (1676) executionis Instanzen: 1. Konrad Gumbrecht von Velbrück, jül.-berg. Amtmann zu Löwenburg und Lülsdorf 1657 - 2. Jül. Hofkanzlei (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1657 - 1662 - 3. RKG 1663 - 1682 (1645 - 1682) Beweismittel: Kornpreise von 1645 - 1657 (Q 11). Auflistung der Forderungen aus dem Vertrag von 1652 (Q 12). Vertrag vom 13. Aug. 1652 (Q 18). Schadensauflistung des Appellanten bzgl. der Pfändung seiner beweglichen Güter 1662 und 1663 (Q 32f). Rationes decidendi (Q 64). „Extensio mandati attentatorum revocatorii sine clausula“ vom 3. Sept. 1667 auf den kurköln. Offizial Thomas Quentel, Greven und Schöffen der Hohen Weltlichen Gerichte zu Köln und Bonn, Witwe von der Leyen, Schultheiß Herresdorf zu Deutz, Matthias Sutorius, Vogt zu Wesseling, Joseph Kirchmeier, Gerichtsbote des Amts Löwenburg, Hermann von Weiß, Gerichtsbote zu Rodenkirchen, Witwe des Daniel von Rheidt, Brauers im roten Brauhaus zu Köln, und Hirtz Jude zu Deutz (Q 66). Auflistung darüber, was der Appellant dem Appellaten zahlen soll (Q 88). Abrechnung (Q 120). Beschreibung: 2 Bde., 21, 5 cm; Bd. I: 9,5 cm, 373 Bl., lose, Q 1 - 14, 16 - 101, 103 - 121, 123, 125 - 127, 2 Beilagen prod. 16. Aug. und 7. Dez. 1682 und 6 weitere Beilagen, es fehlen Q 102*, 122 und 124; Bd. II: 12 cm, 743 Bl., gebunden, Q 15 (Priora).
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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11.05.2026, 9:35 AM CEST