Klage gegen die Verhaftung des städtischen Korporals und Turmschreibers Peter Fischeling und verschiedener Soldaten in Deutz (Stadt Köln) sowie wegen der versuchten Verhaftung des im April 1694 von der Frankfurter Messe zurückkehrenden Kölner Kaufmanns Liegois in Linz (am Rhein, Kr. Neuwied). Dies verstoße gegen einen Vergleich der Stadt mit Erzbischof Ferdinand von Köln. Die Beklagten werfen den Klägern vor, Urheber der Streitigkeiten zu sein, indem sie sich Übergriffe auf das Hohe Weltliche Gericht gestatteten. Der Rat ließ vom 24. Nov. - 4. Dez. 1694 den Grevenboten Anton Thore bei Wasser und Brot wie einen Verbrecher und unter Abnahme seines Amtsdegens, des Zeichens der erzbischöfl. Kriminaljurisdiktion in Köln, gefangenhalten. Das Vorgehen der Beklagten gegen den Kaufmann Liegois sei gemäß einem Urteil des Hohen Weltlichen Gerichts rechtmäßig gewesen. Die Kläger erwidern, die Einrede bzgl. des Grevenboten sei unerheblich, da dieser den Ladungen des Rats nicht nachgekommen sei. Er sollte sich wegen der Pfändung einiger Pferde in der Schildergasse und der dabei verübten Tätlichkeiten vor dem Rat verantworten.
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Klage gegen die Verhaftung des städtischen Korporals und Turmschreibers Peter Fischeling und verschiedener Soldaten in Deutz (Stadt Köln) sowie wegen der versuchten Verhaftung des im April 1694 von der Frankfurter Messe zurückkehrenden Kölner Kaufmanns Liegois in Linz (am Rhein, Kr. Neuwied). Dies verstoße gegen einen Vergleich der Stadt mit Erzbischof Ferdinand von Köln. Die Beklagten werfen den Klägern vor, Urheber der Streitigkeiten zu sein, indem sie sich Übergriffe auf das Hohe Weltliche Gericht gestatteten. Der Rat ließ vom 24. Nov. - 4. Dez. 1694 den Grevenboten Anton Thore bei Wasser und Brot wie einen Verbrecher und unter Abnahme seines Amtsdegens, des Zeichens der erzbischöfl. Kriminaljurisdiktion in Köln, gefangenhalten. Das Vorgehen der Beklagten gegen den Kaufmann Liegois sei gemäß einem Urteil des Hohen Weltlichen Gerichts rechtmäßig gewesen. Die Kläger erwidern, die Einrede bzgl. des Grevenboten sei unerheblich, da dieser den Ladungen des Rats nicht nachgekommen sei. Er sollte sich wegen der Pfändung einiger Pferde in der Schildergasse und der dabei verübten Tätlichkeiten vor dem Rat verantworten.
AA 0627, 1058 - C 577/1392
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 1. Buchstabe C
1695 - 1713 (1607 - 1713)
Enthaeltvermerke: Kläger: Bürgermeister und Rat der Stadt Köln Beklagter: Erzbischof Joseph Clemens von Köln und seine heimgelassenen Räte zu Bonn Prokuratoren (Kl.): Lic. Johannes Eichrodt 1695 - Subst.: Lic. Konrad Franz Steinhausen - Lic. Konrad Franz Steinhausen 1697 - Subst.: Lic. Johann Heinrich Flender Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Konrad Albrecht [1694] 1695 - Subst.: Dr. (Franz Heinrich) Krebs - Lic. Franz Peter Jung [1712] 1713 - Subst.: Dr. Johann Stephan Speckmann Prozeßart: Mandati de relaxando arresto sine clausula necnon mandati attentatorum revocatorii sine clausula cum citatione ad videndum se incidisse in poenam priori mandato insertam Instanzen: RKG 1695 - 1713 (1607 - 1713) Beweismittel: Vergleich zwischen Ebf. Ferdinand und der Stadt Köln betr. Arrestierung von jeweiligen Untertanen, Bedienten und Beamten von 1607 (Q 3). Verhör der Kaufleute (?) Bernard Sultz und Fastrardus Florquin zu Köln als Zeugen des Vorfalls zu Linz (Q 5). RKG-Mandat vom 19. Juli 1695: Erstattung der Kautionssumme für den Inhaftierten (Q 9). Quittungen über die von der Witwe Cuppers und ihrer Stieftochter Gertrud hinterlegte Kautionssumme von 200 Goldgulden und 22 Rtlr. (Q 10f.). Verhör des Grevenboten durch den Rat am 6. Dez. 1694 (Q 19). RKG-(Bei-)Urteil vom 19. Mai 1713 (Prot.). Beschreibung: 1 cm, 48 Bl., lose; Q 1 - 21, 1 Beilage prod. 27. Nov. 1713.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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28.04.2026, 8:47 AM CEST
Hierarchy
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- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Archival tectonics)
- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil II: C-D (Archival holding)
- 1. Buchstabe C (Classification)