Supplicationis Auseinandersetzung um Beschlagnahme eines Schiffes
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(1) 2030
Wismar L 143 (W L n. 143)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 12. 1. Kläger L
(1783) 13.03.1783-09.04.1783
Kläger: (2) Notar Christian Heinrich Weber aus Hamburg als Beauftragter der Kaufleute Johann und A.C. Lampe in Hamburg als Korrespondenten der Rheederei des kgl. dänischen Schiffes "Die Vier Schwestern, geführt von Kapitän Jürgen Petersen
Beklagter: Rat zu Wismar, vor allem der Bürgermeister Hasse und der Ratsherr Jordan
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Christian Heinrich Weber (A), Dr. Johann Christian Koch (P) Bekl.: Dr. Carl Christoph Schultesius (A), Dr. Friedrich Nürenberg (P)
Fallbeschreibung: Bürgermeister Hasse hat wegen Streit zwischen den Befrachtern des dänischen Schiffes "Die Vier Schwestern", den Kaufleuten Rhode aus Hamburg, und dem Abnehmer der Ladung, dem Ratsherrn Jordan aus Wismar, angeordnet, das Schiff, das auf der Wismarer Rheede zum Auslaufen bereitliegt, festzuhalten und hat die Schiffspapiere des Kapitäns eingezogen. Da das Schiff einer dänischen Rheederei gehört, gegen die Rhode keine Ansprüche geltend machen kann, darf es nach Meinung des Kl.s nicht für die Streitigkeiten zwischen den Kaufleuten beschlagnahmt werden. Kl. bittet, die Bekl. anzuweisen, das Schiff beim nächsten günstigen Wind auslaufen zu lassen und sie zum Ersatz aller Kosten zu verurteilen. Das Tribunal weist den Rat am 15.03. an, sich binnen 2 Tagen zu der Angelegenheit zu äußern. Dieser schildert am 17.03., wie Ratsherr Jordan aus einem Geschäft mit Getreide Ansprüche an die Kaufleute Rhode und Sohn hat und das fragliche Schiff als Pfand bis zur Befriedigung dieser Ansprüche betrachtet. Das Tribunal ordnet am 24.03. an, den Arrest auf die Ladung aufrechtzuerhalten, das Schiff aber freizugeben und weist den Rat an, "die dem Handlungsgebrauche gemäßen Vorkehrungen in dieser Absicht zu machen". Am 07.04. bittet Dr. Koch das Tribunal, dem Ratsgericht jegliches Handeln zu verbieten, bis das Tribunal in der Sache entschieden habe. Das Gericht weist ihn am 08.04. ab. Am 09.04.1783 setzt sich der Hamburger Rat beim Tribunal für Kl. ein, eine Antwort auf dieses Schreiben ergeht nicht.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1783
Prozessbeilagen: (7) Vollmacht der Hamburger Kaufleute Johann und A.C. Lampe für Christian Heinrich Weber vom 10.03.1783; von Notar Moritz Carl August Hermes bestätigtes, von Notar Christian Heinrich Weber aufgenommenes Instrumentum notariale" wegen Aufhebung des Arrests vom 12.03.1783; Ratsgerichtsurteil vom 21.03.1783; Schreiben Webers an Dr. Koch vom 04.04.1783; Schreiben der Hamburger Kaufleute Johann und A.C. Lampe an Hamburger Rat vom 07.04.1783
Beklagter: Rat zu Wismar, vor allem der Bürgermeister Hasse und der Ratsherr Jordan
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Christian Heinrich Weber (A), Dr. Johann Christian Koch (P) Bekl.: Dr. Carl Christoph Schultesius (A), Dr. Friedrich Nürenberg (P)
Fallbeschreibung: Bürgermeister Hasse hat wegen Streit zwischen den Befrachtern des dänischen Schiffes "Die Vier Schwestern", den Kaufleuten Rhode aus Hamburg, und dem Abnehmer der Ladung, dem Ratsherrn Jordan aus Wismar, angeordnet, das Schiff, das auf der Wismarer Rheede zum Auslaufen bereitliegt, festzuhalten und hat die Schiffspapiere des Kapitäns eingezogen. Da das Schiff einer dänischen Rheederei gehört, gegen die Rhode keine Ansprüche geltend machen kann, darf es nach Meinung des Kl.s nicht für die Streitigkeiten zwischen den Kaufleuten beschlagnahmt werden. Kl. bittet, die Bekl. anzuweisen, das Schiff beim nächsten günstigen Wind auslaufen zu lassen und sie zum Ersatz aller Kosten zu verurteilen. Das Tribunal weist den Rat am 15.03. an, sich binnen 2 Tagen zu der Angelegenheit zu äußern. Dieser schildert am 17.03., wie Ratsherr Jordan aus einem Geschäft mit Getreide Ansprüche an die Kaufleute Rhode und Sohn hat und das fragliche Schiff als Pfand bis zur Befriedigung dieser Ansprüche betrachtet. Das Tribunal ordnet am 24.03. an, den Arrest auf die Ladung aufrechtzuerhalten, das Schiff aber freizugeben und weist den Rat an, "die dem Handlungsgebrauche gemäßen Vorkehrungen in dieser Absicht zu machen". Am 07.04. bittet Dr. Koch das Tribunal, dem Ratsgericht jegliches Handeln zu verbieten, bis das Tribunal in der Sache entschieden habe. Das Gericht weist ihn am 08.04. ab. Am 09.04.1783 setzt sich der Hamburger Rat beim Tribunal für Kl. ein, eine Antwort auf dieses Schreiben ergeht nicht.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1783
Prozessbeilagen: (7) Vollmacht der Hamburger Kaufleute Johann und A.C. Lampe für Christian Heinrich Weber vom 10.03.1783; von Notar Moritz Carl August Hermes bestätigtes, von Notar Christian Heinrich Weber aufgenommenes Instrumentum notariale" wegen Aufhebung des Arrests vom 12.03.1783; Ratsgerichtsurteil vom 21.03.1783; Schreiben Webers an Dr. Koch vom 04.04.1783; Schreiben der Hamburger Kaufleute Johann und A.C. Lampe an Hamburger Rat vom 07.04.1783
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
24.04.2034, 12:03 AM CEST