Die heilige ('sacrosancta') Generalsynode zu Basel, im Heiligen Geist versammelt und die gesamte Kirche darstellend, bekundet, daß sie unter andern Statuten und Dekreten, die von ihr in öffentlicher Sitzung im Dom zu Basel am 22. Januar ('XI. kalendas Februarii') 1435 bekannt gemacht wurden, verfügt hat, daß wegen des großen Ärgernisses, das aus unüberlegter ('indiscreta') Interdiktsverkündung entsteht, über eine Ortschaft ('civitas, opidum, villa, castrum aut locus') das Interdikt nur wegen einer Schuld des gesamten Ortes oder des Herrn oder Beamten daselbst verhängt werden darf und nicht wegen einer Einzelperson, sofern diese nicht vorher öffentlich exkommuniziert ist und die Obrigkeit sie nicht binnen zwei Tagen ausweist oder zur Genugtuung zwingt. Kehrt eine solche Person zurück und leistet Genüge, so kann alsbald der Gottesdienst wieder aufgenommen werden. Niemand braucht den Umgang mit einer Person beim Empfang der Sakramente und inner- und außerhalb des Gottesdienstes auf Grund einer geistlichen Strafe zu meiden oder ein Interdikt zu beachten, wenn das Urteil gegen die Person, die Gemeinschaft ('collegium vel universitatem'), Kirche oder den Ort von dem Richter nicht besonders verkündet ist.
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Die heilige ('sacrosancta') Generalsynode zu Basel, im Heiligen Geist versammelt und die gesamte Kirche darstellend, bekundet, daß sie unter andern Statuten und Dekreten, die von ihr in öffentlicher Sitzung im Dom zu Basel am 22. Januar ('XI. kalendas Februarii') 1435 bekannt gemacht wurden, verfügt hat, daß wegen des großen Ärgernisses, das aus unüberlegter ('indiscreta') Interdiktsverkündung entsteht, über eine Ortschaft ('civitas, opidum, villa, castrum aut locus') das Interdikt nur wegen einer Schuld des gesamten Ortes oder des Herrn oder Beamten daselbst verhängt werden darf und nicht wegen einer Einzelperson, sofern diese nicht vorher öffentlich exkommuniziert ist und die Obrigkeit sie nicht binnen zwei Tagen ausweist oder zur Genugtuung zwingt. Kehrt eine solche Person zurück und leistet Genüge, so kann alsbald der Gottesdienst wieder aufgenommen werden. Niemand braucht den Umgang mit einer Person beim Empfang der Sakramente und inner- und außerhalb des Gottesdienstes auf Grund einer geistlichen Strafe zu meiden oder ein Interdikt zu beachten, wenn das Urteil gegen die Person, die Gemeinschaft ('collegium vel universitatem'), Kirche oder den Ort von dem Richter nicht besonders verkündet ist.
19, U 107
19 Stift Dietkirchen, St. Lubentius, Chorherren
Stift Dietkirchen, St. Lubentius, Chorherren >> Urkunden >> sonstige Urkunden >> 1426-1450
Basel, 1436 Juni 3
Ausfertigung, Pergament W 19,107 mit der Bleibulle der Generalsynode an Hanfschnur. - Auf der Plika gleichzeitig links: 'Concordavit cum originali. Michael Saltor'. Rechts: 'Bertoldus'. - Rückvermerk (15. Jh.): 'Decretum sacri concilii Basiliensis de interdicto et excommunicatis etc'. - Kopie, Papier (18. Jh.) von Corden W 19,343. - Kopie, Papier (18. Jh.), beglaubigt von J. L. Corden, geistlicher Rat, Dekan zu Limburg und päpstlicher Notar, W 19,344
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: D. Basilee, III. nonas Junii 1436
Struck, St. Lubentiusstift Dietkirchen, Nr. 195
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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