Klage gegen ein Dekret des Kurfürsten von Brandenburg vom 17. Juli 1660, das den Appellanten befiehlt, sich in die Steuerausschreibung vom Jan. 1660 mit ihren Erhebungsmodalitäten zu fügen. Im Jan. 1660 hatten die klev.-märk. Landstände eine Kapitationsschatzung (Kopfsteuer) von 80.000 Rtlr. bewilligt, die aufgrund der Immatrikulation von 1612 eingezogen werden sollte. Das Herzogtum Kleve mußte 48.000 Rtlr. aufbringen, davon 4.800 Rtlr. der „primarius clerus“, 19.200 Rtlr. die Städte und 24.000 Rtlr. das platte Land. Von der letzten Gruppe wurden die Rittersitze, deren Inhaber rittermäßig und zum Landtag qualifiziert waren, von der Kopfsteuer befreit, wogegen die Besitzer von Rittersitzen, Burgmannsgütern und anderen freien Gütern, die nicht zum Besuch der Landtage berechtigt waren, die Kopfsteuer entrichten sollten. Da diese Regelung gegen den Landtagsabschied vom 9. Okt. 1649, wonach alle Privilegien, Freiheiten, Rechte und Gerechtigkeiten der adeligen Güter zu bewahren sind, verstoße und ein Präjudiz zu befürchten sei, appellieren die Betroffenen an das RKG. Sie beantragen, ihre Exemtion von Kontributionen zu wahren.
Show full title
Klage gegen ein Dekret des Kurfürsten von Brandenburg vom 17. Juli 1660, das den Appellanten befiehlt, sich in die Steuerausschreibung vom Jan. 1660 mit ihren Erhebungsmodalitäten zu fügen. Im Jan. 1660 hatten die klev.-märk. Landstände eine Kapitationsschatzung (Kopfsteuer) von 80.000 Rtlr. bewilligt, die aufgrund der Immatrikulation von 1612 eingezogen werden sollte. Das Herzogtum Kleve mußte 48.000 Rtlr. aufbringen, davon 4.800 Rtlr. der „primarius clerus“, 19.200 Rtlr. die Städte und 24.000 Rtlr. das platte Land. Von der letzten Gruppe wurden die Rittersitze, deren Inhaber rittermäßig und zum Landtag qualifiziert waren, von der Kopfsteuer befreit, wogegen die Besitzer von Rittersitzen, Burgmannsgütern und anderen freien Gütern, die nicht zum Besuch der Landtage berechtigt waren, die Kopfsteuer entrichten sollten. Da diese Regelung gegen den Landtagsabschied vom 9. Okt. 1649, wonach alle Privilegien, Freiheiten, Rechte und Gerechtigkeiten der adeligen Güter zu bewahren sind, verstoße und ein Präjudiz zu befürchten sei, appellieren die Betroffenen an das RKG. Sie beantragen, ihre Exemtion von Kontributionen zu wahren.
AA 0627, 903 - C 259/870
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 1. Buchstabe C
1661 - 1665 (1494 - 1665)
Enthaeltvermerke: Kläger: Privilegierte Adelige und Burgmänner des Herzogtums Kleve (12 namentlich in Q 4 und Q 5b erwähnt), (Kl.) Beklagter: Klevische Landstände aus Städten (Kleve, Wesel, Kalkar, Duisburg, Xanten und Rees) und aus Ritterschaft, (Bekl.: Herrenlandstände) Prokuratoren (Kl.): Dr. Paul Gambs 1661 (gest. vor März 1665) - Subst.: Dr. Jakob Friedrich Kühorn - Subst.: Johann Christoph Kegele (1661) - Subst.: Lic. Johann Heinrich Zinck (1662) - Dr. Jakob Friedrich Kühorn 1665 - Subst.: Dr. Moritz Wilhelm von Gülchen Prokuratoren (Bekl.): Lic. Bernhard Henningh (für die Städte) 1661 - Subst.: Lic. Johann Hansen Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Klev.-märk. Räte zu Kleve 1660 - 2. RKG 1661 - 1665 (1494 - 1665) Beweismittel: Dekret des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg vom 17. Juli 1660 (47 - 49). Matrikel der Steuerpflichtigen im Amt Sonsbeck (50 - 56). Urkunde Kaiser Ferdinands IV. für Theodorus von der Brüggen vom 8. Aug. 1653 zu Regensburg in lateinischer Sprache (88 - 93, 141 - 143). Verschiedene Dokumente zur Steuerfreiheit von Rittergütern (Q 14 - 18). Steuermatrikel der Rittersitze und Burgmannsgüter von 1645/46 (151). Quittungen über die Zahlung allgemeiner Rittersteuern von 1637 - 1660 (151 - 154). Urkunde Herzog Johanns von Kleve von 1494 (155). Auszug aus einem Verzeichnis adeliger Häuser im Herzogtum Kleve von 1563 - 1611 (157). Kurfürstl. Dekret vom 9. Feb. 1654 betr. Nachweispflicht der Steuerfreiheit für adelige Güter (163). Beschreibung: 5,5 cm, 169 Bl., lose; Q 1 - 27, 2 Beilagen von 1662. Dem Prozeß wurden 48 Aktenstücke (Q 1, 3 - 11, 13, 14, 18, 20, 25, 31 - 35, 37 - 42, 47 - 50 samt 18 Beilagen von 1666) in Sachen Landstände aus den klevischen Hauptstädten ./. Landstände aus der klevischen Ritterschaft entnommen und in RKG 901 (C 1017/2347) eingeordnet, weitere 3 Aktenstücke von 1668 in Sachen Stadt Kleve ./. klev.-märk. Regierungs-, Justiz- und Amtskammerräte wurden entnommen und in RKG 896 (C 253/864) eingeordnet sowie ein Aktenstück in Sachen Landstände der klev. Ritterschaft ./. Landstände der klev. Hauptstädte in RKG 900 (C 257/868) eingeordnet.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
11.05.2026, 9:54 AM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Archival tectonics)
- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil II: C-D (Archival holding)
- 1. Buchstabe C (Classification)