7/7,2 [Nr. 1]: Kollekte für Melchior Striebel aus Seissen, 12 Jahre Sklave in Algier
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(Neusch. Nr. 1-1d) Euting 7/7 II Nr. 21
UAT 7/ Ältere Universitätsregistratur, Vermischte Sachakten (II)
Ältere Universitätsregistratur, Vermischte Sachakten (II) >> 6. Beiträge und Kollekten für Brand- und Wetterschaden, Kirchenbau (1575-1807) >> Beiträge und Collekten, Fasz. II: Nr. 1-52
1746
Enthält: Bl. 1: Georg Dav. Kapff, Klosterverwalter zu Blaubeuren an den Herzog, 2.4.1746: Auf den Befehl vom 22.3.1746: Die Mutter des in Algier gefangenen Melchior Striebel von Seissen besaß mit ihren 5 Kindern bei der Eventual-Abteilung am 30.5.1742 zusammen 459 fl. 3 x.; die Angehörigen können ihn nicht auslösen. A.; Bl. 2-3: Melchior Striebel an die Universität, Algier 1.12.1746: Er muss nackt bei Wasser und Brot Karren mit Steinen beladen und ziehen. Viele sind mohammedanisch geworden. Alle, die zum Haus Österreich gehören, wurden losgekauft; er und seine Angehörigen haben die 500 Reichstaler nicht. Bitte, bei den Professoren und Studenten zu sammeln und das Ergebnis an Konsul Paulus de Paravicinii zu schicken. A.; Bl. 4: Pfarrer Joh. Reuling an die Universität, Seissen 8.1.1747: Auf die Anfrage des Rektors Dan. Maichel: 1. Melchior Striebel ist am 13.4.1706 geboren. 2. Der Vater, Georg Seldner, starb vor 4 Jahren; die Mutter Anna und 4 Geschwister leben verheiratet hier in der Nähe; der Mutterbruder ist Schulmeister in Gerhausen. 3. Melchior Striebel wurde gefangen als Soldat. 4. Er ist 12 Jahre gefangen und bat in 3 Briefen beweglich um Hilfe; Vogt (Joh. Phil.) Honold und Klosterverwalter Georg Dav. Kapff mussten über das Vermögen der Familie berichten, doch erfolgt ist nichts. e.; Bl. 5-6v: (Christoph Ludw.) Veiel (M 33579: im. 1737, aus Kirchheim Tübingen), praeceptor oppidanus an Rektor Dav,. Maichel, Blaubeuren 10.1.1747: Auf Maichels Befehl verschaffte er sich von Melchior Striebel den Taufschein, den Bericht des Klosterverwalters (Nr. 1.), von Veiels Schulmeister, dem Oheim Striebels, einen Brief Melchior Striebels von 1739 aus Algier und vom Klosterverwalter diese mündliche Auskunft: Melchior Striebel wurde 1734 in Italien als kaiserl. Soldat von den Spaniern gefangen, nach Spanien und von dort auf die Galeeren gebracht, dann von algerischen Seeräubern gekapert. Beiliegend der versprochene Fisch als Präsent. e. Petsch.; Bl. 7: Universität an den Herzog, Tübingen 25.1.1747: Bitte, für den unglücklichen Striebel im ganzen Land, sowohl bei den Collegiis und Corporibus als auch den Privatis eine Kollekte zu bewilligen. E.
Akte
Beiträge und Collekten, Fasz. II: Nr. 1-52
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
17.12.2025, 09:42 MEZ
Hierarchie
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- Ältere Universitätsregistratur, Vermischte Sachakten (II) (Bestand)
- 6. Beiträge und Kollekten für Brand- und Wetterschaden, Kirchenbau (1575-1807) (Gliederung)
- Beiträge und Collekten, Fasz. II: Nr. 1-52 (Archivale)