Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz bekundet, dass er seinen Unwillen gegenüber Ludwig V. von Lichtenberg wegen vergangener Irrungen abgestellt und ihn mit Land und Leuten auf Lebtag in Schirm genommen hat. Der Pfalzgraf will Ludwig und die Seinen wie seine eigenen Leute und Angehörigen schirmen und rechtlich handhaben, wo Ludwig der Rechtsgang vor ihm und seinen Räten oder dort, wohin der Fürst eine Sache mit Recht weist, genügt. In den gegenwärtigen Geschäften des Kurfürsten soll der Herr von Lichtenberg dienen, so wie er es vor der derzeitigen Irrung im Stift Mainz [Mainzer Stiftsfehde] getan hat. Ludwig hat sich verpflichtet, nichts Feindliches gegen den Kurfürsten zu unternehmen. Schaden soll ihm in seinem Dienst wie anderen kurpfälzischen Dienern erstattet werden. Von seinen Dienstverpflichtungen hat der Herr von Lichtenberg das Reich, den Herzog von Burgund, die Stadt Straßburg und den Grafen Philipp von Hanau [d. Ä.] ausgenommen. Bei Letzterem soll Ludwig binnen 3 Monaten einen Brief hinterlegen, der die gütliche Einigung zwischen seinem Bruder Jakob von Lichtenberg und Kurpfalz durch die pfalzgräflichen Räte Graf Philipp von Hanau, Hofmeister, Dieter von Sickingen und Simon von Balzhofen, Ritter und Vogt zu Heidelberg, betrifft. Es folgen weitere Bestimmungen zum Schiedsgericht und zur Hinterlegung des Briefes. In der Frage des Wildbannes zwischen Lützelstein und Lichtenberg soll ein gütlicher Vertrag zwischen Kurfürst Friedrich und Ludwig von Lichtenberg aufgesetzt werden. Der Aussteller weist seinen Unterlandvogt im Elsass, Götz von Adelsheim, und seine Amtleute um Beachtung an.
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Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz bekundet, dass er seinen Unwillen gegenüber Ludwig V. von Lichtenberg wegen vergangener Irrungen abgestellt und ihn mit Land und Leuten auf Lebtag in Schirm genommen hat. Der Pfalzgraf will Ludwig und die Seinen wie seine eigenen Leute und Angehörigen schirmen und rechtlich handhaben, wo Ludwig der Rechtsgang vor ihm und seinen Räten oder dort, wohin der Fürst eine Sache mit Recht weist, genügt. In den gegenwärtigen Geschäften des Kurfürsten soll der Herr von Lichtenberg dienen, so wie er es vor der derzeitigen Irrung im Stift Mainz [Mainzer Stiftsfehde] getan hat. Ludwig hat sich verpflichtet, nichts Feindliches gegen den Kurfürsten zu unternehmen. Schaden soll ihm in seinem Dienst wie anderen kurpfälzischen Dienern erstattet werden. Von seinen Dienstverpflichtungen hat der Herr von Lichtenberg das Reich, den Herzog von Burgund, die Stadt Straßburg und den Grafen Philipp von Hanau [d. Ä.] ausgenommen. Bei Letzterem soll Ludwig binnen 3 Monaten einen Brief hinterlegen, der die gütliche Einigung zwischen seinem Bruder Jakob von Lichtenberg und Kurpfalz durch die pfalzgräflichen Räte Graf Philipp von Hanau, Hofmeister, Dieter von Sickingen und Simon von Balzhofen, Ritter und Vogt zu Heidelberg, betrifft. Es folgen weitere Bestimmungen zum Schiedsgericht und zur Hinterlegung des Briefes. In der Frage des Wildbannes zwischen Lützelstein und Lichtenberg soll ein gütlicher Vertrag zwischen Kurfürst Friedrich und Ludwig von Lichtenberg aufgesetzt werden. Der Aussteller weist seinen Unterlandvogt im Elsass, Götz von Adelsheim, und seine Amtleute um Beachtung an.
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Nr. 813, 3
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Kopialbücher
Kopialbücher >> Weltliche Territorien und Herrschaften >> Kurpfalz >> Einzelne Pfalzgrafen und Kurfürsten >> Friedrich I. >> Liber ad vitam I (Kurfürst Friedrichs I. von der Pfalz) >> Urkunden
1462 Oktober 22 (uff fritag nach der eilff dusent megden tag)
fol. 1r-2r
Urkunden
Ausstellungsort: Heidelberg
Siegler: Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz
Siegler: Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz
Kopfregest: "Als min gnediger herr jüncker Ludwigen hern zu Liechtemberg in sin schirm genommen hat".
Adelsheim, Götz von; Ritter, kurpfälzischer Hofmeister, Unterlandvogt im Elsass, erw. 1462, 1490 tot
Balzhofen, Simon von; Ritter, Vogt zu Heidelberg, Burggraf zu Starkenberg, Hofrichter, erw. 1454, 1494
Römisch-Deutscher König
Sickingen, Dieter von; kurpfälzischer Rat u. Hofmeister, -1473
Lichtenberg, Dep. Bas-Rhin [F]
Lützelstein = La Petite-Pierre, Dep. Bas-Rhin [F]
Straßburg = Strasbourg, Dep. Bas-Rhin [F]
Mainzer Stiftsfehde
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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