Praun/Urkunden (Bestand)
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E 28/I
Stadtarchiv Nürnberg (Archivtektonik) >> Stadtarchiv Nürnberg >> Bestandsgruppe E: Dokumentationsgut privater Provenienz >> E 28 - Familienarchiv von Praun >> E 28/I - Familienarchiv Praun / Urkunden
Die vorliegende Urkundensammlung wurde in den Jahren 1971-1975 aus den zwei bis dahin vorhandenen Urkundenreihen zusammengestellt: aus den im Aktenbestand der Friedrich von Praunschen Stiftung im GNM vorhandenen Urkunden sowie aus den Urkunden, die Herr Karl Maximilian von Praun (Gauting) dem StadtAN bis 1974 übergab. Der größere Teil des gesamten Urkundenbestands lag bis 1964 im Seckendorffschen Schloss Unterdeufstetten, dem Wohnsitz des 1944 verstorbenen Friedrich von Praun (verheiratet mit Irene von Seckendorff-Gutend). Der Teilbestand war seit 1975 konventionell verzeichnet.Bei der Retrokonversion der Urkunden in die Beständedatenbank des StadtAN wurde im Jahr 2008 eine techn. Aufarbeitung, Nummerierung und teilweise Neuregestierung durchgeführt. Nun sind für alle Urkunden Vollregesten vorhanden, zudem ist der Teilbestand mit einem ausführlichen Register erschlossen.Weil der Urkundenbestand nicht allzu umfangreich ist, vor allem aber weil die verschiedenartige Provenienz der Urkunden eine übersichtliche sachgebietmäßige Zusammenfassung erschwert hätte, wurde absichtlich die chronologische Reihung gewählt. Zu beachten ist, dass ab Nr. 157 die Großformate erneut chronologisch beginnen und dass die letzten beiden Regesten Urkunden betreffen, die nicht im Bestand sind. Durch diese chronologische Anordnung wird allerdings die Zusammenfassung der Hausbriefreihen über die Gebäude Albrecht-Dürer-Platz 14, Egidienplatz 15 und Weinmarkt 6 unmöglich. Daher wird eine Aufstellung der Urkunden über diese drei Häuser dem Verzeichnis vorangestellt.Der größere Teil der Urkunden betrifft den Besitz der Familie und dessen Verwaltung sowie Familienverträge über die Verwaltung der einzelnen Vorschickungen. Besonders hervorzuheben sind der Wappenbrief Kaiser Friedrichs III. für die Familie Praun vom 17. März 1474 sowie das Patriziatsdiplom vom 3. Jan. 1789.Der Bestand enthält zudem Urkunden verwandter Familien, vor allem der Familien Holzschuher, Harsdörffer und Ebner. Auch die Wappenbriefe der Augsburger Familie Jenisch (1603, 1641) sowie der "Bergfried" für die Festung Rothenberg (1616, aus Seckendorffschem Besitz, weiterhin im GNM) sind hierzu zu zählen.Nicht in Beziehung zur Familie Praun konnten dagegen bislang die aus dem Elsaß stammenden Urkunden gebracht werden. Es sind das Dokumente aus dem 14. bis 18. Jh. über die Familie von Bergheim und von Brünighofen im Oberelsaß. Einige weitere Urkunden, wie z.B. die Bestätigung einer Rechnungslegung in Graz (1526), scheinen durch bislang unbekannte Geschäftsaktivitäten in den Besitz der Familie Praun gekommen zu sein.Im Staatsarchiv Ludwigsburg befindet sich das Archiv des Ritterguts Unterdeufstetten, das 1784 an die Familie von Seckendorff-Gutend kam, und in dem auch ein Teil der hier verzeichneten Unterlagen urspr. integriert war bzw. in dem sich auch heute noch Praunsche Überlieferung findet: Nach dem Tod des Erwin von Seckendorff (1848-1923, Jurist und Abgeordneter des württembergischen Landtags) gelangte das Rittergut Unterdeufstetten an dessen Tochter Irene, die mit dem Landeskirchendirektor Friedrich von Praun verheiratet war. Nach dessen Tod in Nürnberger Gestapohaft im Jahr 1944 wählte sie Unterdeufstetten als Wohnsitz und kümmerte sich auch um das Archiv. Dort verblieben neben Unterlagen zum persönlichen und beruflichen Werdegang Friedrich von Prauns und seiner Frau viele Dokumente zu anderen Mitgliedern der von Praunschen Familie, die bis 1738 zurückreichen. Dsgl. von der verwandten Familie Holzschuher von Harrlach. Offenbar kamen über Georg Holzschuher, der bis 1956 auf Unterdeufstetten lebte, große Teile Holzschuherischer Überlieferung, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, in den Nachlass von Praun und damit in das Archiv nach Unterdeufstetten. Beide Nachlässe stellen wertvolle Ergänzungen zu den Beständen des Stadtarchiv Nürnbergs dar (Holzschuher = Bestand E 49).Quellen: Staatsarchiv Ludwigsburg, Bestand PL 20/VI, Archiv des Ritterguts Unterdeufstetten
lfd. Meter: 3,00
Bestand
Deutsch
Familienarchive (Teilbestände)
Urkunden (Teilbestände)
von _Praun, Familienarchiv (Teilbestände)
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 11:18 MESZ