Urfehde Nr. 101
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7175
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 19 Urfehden
1529 November 3
Regest: Hans Sauter von Custertingen der Wingarter, Bürger zu Reutlingen, bekennt, dass er im Gefängnis von Bürgermeister und Rat der Stadt Reutlingen gelegen ist. Er hat im gegenwärtigen Herbst, als er seinen Weingarten im Burgholz abgelesen hatte und die Trauben und Trester unter dem Weingarten in einem Leitfass (= Transportfass) und Gelten (= Gefässen) standen, unter die Trester und den Wein etliche Kübel mit Wasser, etwa 1 Imi oder mehr, heimlich geschüttet und nachher, als der Wein gedrückt (= gekeltert) aus der Kelter heimgeführt war, den Kelter- +) und Zehentenwein davon gerichtet. Damit hat er sich nicht ersättigen lassen (= war er nicht zufrieden), sondern solchen Wein um Geld auf der Gasse ausgeschenkt und so mit diesem Wein, der nicht Kaufmannsgut (= gute Ware) war, sondern ein Betrug, nicht allein die Kelterknechte und Zehenter (= Einsammler des Zehenten), sondern jedermann, der bei ihm Wein holte, vorsätzlich betrogen. Darum hätten ihn die Herren an Leib und Leben strafen können. Aber mit Rücksicht auf sein Alter und auf seine Bitten haben sie ihn aus dem Gefängnis entlassen. Er hat einen Eid geschworen, wegen dieser Sache gegen jedermann ewiglich Urfehde zu halten und sich nie zu rächen. Würde er künftig an die Herren von Reutlingen oder ihre Bürger eine Forderung haben, so soll und will er sie vor ihren ordentlichen Gerichten vornehmen und dabei bleiben lassen. Wegen seines Vergehens soll und will er jetzt bar 10 Gulden rheinisch bezahlen und zu einem Erschrecken und Exempel für andere gestatten, dass das Weinfass, aus dem er auf die Gasse ausgeschenkt hat, auf das Brücklein vor der Kirch geführt und öffentlich vor männiglich (= jedermann) der Boden durch die geschworenen Weinzieher ausgestossen und der Wein, mit dem er den Betrug begangen hat, in den Bach gelassen und damit solcher Schalksbetrug vor jedermann kundgemacht und ein jeder, der solches Sinnes gewesen, davon erschreckt (= abgeschreckt) und gewarnt werde. Würde er Eid und Urfehde nicht halten, so soll er heissen und sein ein treuloser, brüchiger (= wortbrüchiger), meineidiger, zum Tod verurteilter Mann, den die Herren richten oder richten lassen mögen, mit was Pen (= Strafe) des Tods sie wollen. Davor soll ihn nichts schützen.
Beschreibstoff: Pg.
Archivale
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Siegler: Bernhart Besenfeld, Bürger zu Reutlingen
Siegel (Erhaltung): Siegel vorhanden
Bemerkungen: +) Kelterwein = Quantum des gekelterten Weins, das als Abgabe für Benützung der Kelter entrichtet wurde
Genetisches Stadium: Or.
Siegel (Erhaltung): Siegel vorhanden
Bemerkungen: +) Kelterwein = Quantum des gekelterten Weins, das als Abgabe für Benützung der Kelter entrichtet wurde
Genetisches Stadium: Or.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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