Verweigerung von Taufe, Beichte und Abendmahl wegen Abwesenheit des Kindsvaters und Ehemanns
Vollständigen Titel anzeigen
E 49/II Nr. 914
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
1755 - 1756
Enthält:
(1.) 1756 Januar 15: J.L. Fischer an den Pfarrer in Artelshofen. Landpfleger Ebner hat der Herrschaft angezeigt, dass Kunigunda Schertlin sich momentan bei ihrem Bruder in Alfalter aufhält. Sie war durch Johann Rohlederer von Laufamholz "zu Fall gekommen", wurde daraufhin mit ihm verheiratet - Verweis auf Anlage - und erwartet nun die Geburt ihres Kindes. Ihr Mann liegt seit 16 Wochen am Fieber krank in Laufamholz. In Alfalter will man dem Kind aber die Taufe verweigern, da kein Kindsvater vorhanden sei. Anweisung, das Kind, sobald es geboren ist, zu taufen, sowie die Mutter mit dem Abendmahl zu versehen.
Darin: Januar 14: Kopie der Heiratsbestätigung für Johann Rohlederer, Sohn des Dorfhauptmanns Paulus Rohlederer in Laufamholz, und Kunigunda, Tochter des Bauern Konrad Schertel in Alfalter, geschehen in Nürnberg 1755 August 11. Gez.: Sebalder Schafferamt.
(2.) 1756 Januar 19: Schreiben des Pfarrers W(olfgang) Fr(iedrich) Schmid aus Artelshofen an den Sekretär. Hier ist offenbar die Aufforderung des Pfarrers an den Wirt in Laufamholz, sich über den Rohlederer zu erkundigen, Ursache für einen Irrtum, an dem wohl der Wirt schuld ist. Dass eine Ehe vorliegt, war dem Pfarrer schon bekannt, nicht aber der Aufenthaltsort und Gesundheitszustand des Mannes. Beichte und Abendmahl hat die Frau noch nicht verlangt; überdies hätte sie dies in Mögeldorf, der "parochia delicti" (!) tun müssen.
Anbei die Neujahrspredigt (nicht vorhanden).
(1.) 1756 Januar 15: J.L. Fischer an den Pfarrer in Artelshofen. Landpfleger Ebner hat der Herrschaft angezeigt, dass Kunigunda Schertlin sich momentan bei ihrem Bruder in Alfalter aufhält. Sie war durch Johann Rohlederer von Laufamholz "zu Fall gekommen", wurde daraufhin mit ihm verheiratet - Verweis auf Anlage - und erwartet nun die Geburt ihres Kindes. Ihr Mann liegt seit 16 Wochen am Fieber krank in Laufamholz. In Alfalter will man dem Kind aber die Taufe verweigern, da kein Kindsvater vorhanden sei. Anweisung, das Kind, sobald es geboren ist, zu taufen, sowie die Mutter mit dem Abendmahl zu versehen.
Darin: Januar 14: Kopie der Heiratsbestätigung für Johann Rohlederer, Sohn des Dorfhauptmanns Paulus Rohlederer in Laufamholz, und Kunigunda, Tochter des Bauern Konrad Schertel in Alfalter, geschehen in Nürnberg 1755 August 11. Gez.: Sebalder Schafferamt.
(2.) 1756 Januar 19: Schreiben des Pfarrers W(olfgang) Fr(iedrich) Schmid aus Artelshofen an den Sekretär. Hier ist offenbar die Aufforderung des Pfarrers an den Wirt in Laufamholz, sich über den Rohlederer zu erkundigen, Ursache für einen Irrtum, an dem wohl der Wirt schuld ist. Dass eine Ehe vorliegt, war dem Pfarrer schon bekannt, nicht aber der Aufenthaltsort und Gesundheitszustand des Mannes. Beichte und Abendmahl hat die Frau noch nicht verlangt; überdies hätte sie dies in Mögeldorf, der "parochia delicti" (!) tun müssen.
Anbei die Neujahrspredigt (nicht vorhanden).
Archivale
Indexbegriff Person: Fischer, Johann Leonhard
Indexbegriff Person: Fischer, N siehe auch Johann Leonhard
Indexbegriff Person: Rohlederer, Johann
Indexbegriff Person: Rohlederer, Kunigunde geb Schertel
Indexbegriff Person: Rohlederer, Paulus
Indexbegriff Person: Schertel, Konrad
Indexbegriff Person: Schertel, Kunigunde verh Rohlederer
Indexbegriff Person: Schmid, Wolfgang Friedrich
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Kirchengerechtigkeit
Indexbegriff Person: Fischer, N siehe auch Johann Leonhard
Indexbegriff Person: Rohlederer, Johann
Indexbegriff Person: Rohlederer, Kunigunde geb Schertel
Indexbegriff Person: Rohlederer, Paulus
Indexbegriff Person: Schertel, Konrad
Indexbegriff Person: Schertel, Kunigunde verh Rohlederer
Indexbegriff Person: Schmid, Wolfgang Friedrich
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Kirchengerechtigkeit
Alfalter
Artelshofen
Laufamholz
Mögeldorf
St. Sebald
Pfarrer, Artelshofen
Landpfleger
Herrschaft
Schwangerschaft
Heirat
Unzucht
Krankheit
Taufe
Abendmahl
Beichte
Wirt
Fehlinformation
Bauer
Dorfhauptmann
Schaffer zu St. Sebald
Neujahrspredigt
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:00 MESZ