St. Peter im Schönbuch (Einsiedel) (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 522
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Altwürttembergisches Archiv >> Bezirksbehörden des Kirchenguts und der Universität >> Kloster- und Stiftsgutverwaltungen
1492-1635, 1774
Inhalt und Bewertung
Stift der Brüder vom gemeinsamen Leben 1492-1536.
1. Zur Geschichte von St. Peter im Schönbuch (Einsiedel): Herzog Eberhard von Württemberg gründete 1492 das Stift St. Peter im Schönbuch, ein Kappenherrenstift (der Brüder vom gemeinsamen Leben). Es wurde 1516 in ein weltliches Chorherrenstift umgewandelt und bereits zur Reformationszeit im Jahr 1534 wieder aufgehoben. Über die um 1492 errichtete Kirche und die Stiftsbauten ist nur wenig überliefert. Das Inventar von 1537 (Bü 1 Nr. 59) nennt verschiedene Räume und Gebäude: Die Kammer des Propstes, das Stüblein des Hofmeisters, die Kammer der Werkleute gegen den Hof, die Konventsstube, ferner Pfisterei (Bäckerei) samt Backstube, ein Torstüblein und die Schmiede. Die Gebäude wurden 1580 durch einen Brand zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Steine verwendete man zum Bau des Collegium illustre in Tübingen, das auch die Einkünfte des aufgehobenen Stiftes erhielt. Bereits 1482 hatte Graf Eberhard im Schönbuch das Jagdschloß Einsiedel erbauen lassen. Im Anschluß daran entstand zehn Jahre später das Stift St. Peter. Einsiedel ging als Hofgut 1823 in das Privateigentum des württembergischen Königs über. Als Domäne ist es jetzt noch im Besitz des Hauses Württemberg. Das heute zweistockige Gebäude wurde 1977 renoviert. Literatur: Das Land Baden-Württemberg, Bd. 7, Stuttgart 1978 Herbert Natale, Einsiedel St. Peter im Schönbuch, in: Monasticon fratrum vitae communis, Teil II Deutschland, Brüssel 1979, S. 55 - 62
2. Zur Geschichte und Verzeichnung des Bestandes: Bei den "Älteren Repertorien" (Bestand A 605) befinden sich vier Verzeichnisse von Stift St. Peter (Bestand A 522). Das Älteste fertigte bereits Johann Jakob Gabelkover (1611 - + 1635). Es trägt die Vermerke: "Ist in Anno 1656 widerumb von Inßbruckh gebracht worden" und "Durchgangen in Anno 1682 und alles numerirt worden". Das nächste "Register" stammt von Johann Konrad Heller (1639 - + 1661); es ist auf den 19. Juni 1639 datiert. Laut einer Notiz auf dem Titelblatt ist "dises von Herrn Hellern verferttigte Register nicht so vollkommen als das Herrn Gabelkofers". Bis in die neuere Zeit war das Findbuch von Johann Konrad Schwarz (1692 - + 1711), angelegt "Mense Januarii A. 1699", in Gebrauch. Es ist als einziges mit einem festen Einband versehen und enthält auch einige Nachträge, die im 18. und 19. Jahrhundert angefügt wurden. Ein lediglich aus zwei Doppelblättern bestehendes "Verzeichnis der Archival Documenten über das St. Peters Stifft im Schönbuch" von Wilhelm Ferdinand Ludwig Scheffer (*1779 + 1826) wurde anscheinend nicht als Repertorium genutzt. Das Findbuch von J.K. Schwarz wurde in der Kriegs- bzw. Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs in Form eines Zettelrepertoriums abgeschrieben und war bis jetzt in Gebrauch; es wird nun durch das vorliegende Repertorium ersetzt. Das Zettelrepertorium wird ebenfalls in den Bestand A 605 eingeordnet. Die Überarbeitung und Eingabe der Urkundenregesten und Aktentitel erfolgte durch die Praktikanten Cornelia Franz, Nicole Kellner und Simon M. Karzel im September 2001 unter Anleitung der Unterzeichneten mit Hilfe des Computerprogramms Midosa 95. Bei der Überprüfung des Aktenbüschels stellte man fest, dass mehrere Vorgänge seither nicht verzeichnet waren; sie wurden neu aufgenommen. Der ganze Bestand umfasst 47 Urkunden (1,2 lfd. m) und ein Aktenbüschel (0,1 lfd. m). Vgl. zu letzterem die Ordnungsnummern 48 bis 67. Stuttgart, im Oktober 2001 Christine Bührlen-Grabinger
47 Urkunden, 1 Büschel
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ