Auf unserer Webseite werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen hier einsehen und ändern.
15 Sieh da, das Alter.
Anmelden
Um Merklisten nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden.
Vorlass Ingrid Bachér >> Druck- und Schriftgut – Buch (gedruckt)
2003
Das Buch ist eine weise Meditation über das Altern und die Bedeutung des Lebens, nach Art eines Diariums mit datierten Einträgen. Gleich im ersten Satz wird die Richtung vorgegeben – in einer für Bachér typischen, nämlich ebenso lakonischen wie prägnanten Art und Weise: "Es ist Sommer und ich bin in Italien und die Frage nach dem Alter ist nicht mehr zu umgehen." Einerseits also ist die Situation durchaus angenehm, Italien, die Sonne, das Leben ist schön, andererseits, fast unbemerkt, ist die Realität des Alters (Bachér ist zu diesem Zeitpunkt 73 Jahre alt) unleugbar geworden.
Anhand etruskischer Fresken reflektiert Bachér über die urtümliche Kosmoseinheit dieses Volkes, die sich darin wiederspiegelt. Die Römer jedoch haben die Etrusker ausgemerzt: Der Naturzustand, und damit die Einheit des Menschen mit seiner Umgebung, wurde vertilgt von Rationalität und politischen Machtansprüchen. Schon Cicero, den Bachér zitiert, schien das zu begreifen: "Da die Etrusker sich in allem mit den göttlichen Absichten verbunden sahen, waren sie überzeugt, dass Ereignisse nicht deshalb etwas bedeuten, weil sie stattgefunden haben, sondern dass sie stattfinden, um etwas zu bedeuten."
Bachér sieht sich dem etruskischen Denken näher als dem römischen, sie deutet es so: "Nichts war absichtslos und sinnlos für die Etrusker. Was geschah, geschah, damit es etwas bedeutete. Die Folge war wichtig. Was sich ereignete, hatte Sinn, Gewissheit, verbunden zu sein mit allem, was existierte. Im Gegensatz dazu steht nun unsere Beliebigkeit, mit der wir so vieles betrachten und die uns dazu bringt, zwanghaft immer wieder alle Regeln und Gesetze zu verändern auf der Suche nach einer Verbindlichkeit, die wir längst aufgaben."
Mit dieser mildkritischen, analytischen Distanz betrachtet die Autorin in der Folge die Tagesereignisse, ob politische oder alltägliche, und sie richtet den Blick auf ihre Lübecker Kindheitserinnerungen, forscht in den Annalen ihrer Familiengeschichte, um eventuell ein Buch darüber zu schreiben.
Sie sondiert also Geschichte und Alltag unter dem Eindruck unserer Endlichkeit. Am Schluss des Buches resümiert sie: "Die Grenze zu dem Land, in dem ich früher lebte, hat sich hinter mir geschlossen. Ich bin im Alter angekommen. Ich richte mich ein, aber nicht auf Dauer. Aufmerksam leben, als ob ich eine Schlange beobachte."
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.