Auf unserer Webseite werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen hier einsehen und ändern.
Hörerforum in Stuttgart. Hörer äußern sich zum Programm des Süddeutschen Rundfunks
Anmelden
Um Merklisten nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 5/001 D451156/001
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 5/001 Tondokumente der SDR-Wortdokumentation aus den Jahren 1945 bis 1949
Tondokumente der SDR-Wortdokumentation aus den Jahren 1945 bis 1949 >> Tondokumente des Jahres 1949 >> November 1949
Montag, 21. November 1949
101 (16'39): ab 00'00: (O-Ton) Fritz Eberhard, Intendant des SDR: Veranstaltung soll dazu dienen, die "Verbindung zwischen Hörer und Rundfunk möglichst innig zu machen". Verbindung zwischen Karlsruhe und Stuttgart herstellen. Jede Frage ist zugelassen. (1'09) ab 01'10: Einspielung von Ausschnitten aus dem Hörerforum in Karlsruhe am 17.11.1949: (O-Ton) N.N. (Verschiedene) zum Programm des SDR: Zusammenhang zwischen dem zu ernsten Programm und den Gehaltskürzungen beim SDR. Forderung nach mehr unterhaltenden Sendungen. Reiseberichte für die Jugend. Pausenzeichen ist "ein bißchen taktlos". Kritik an der Sendezeit der 'Morgengymnastik'. Plattenmangel nicht mit "Negermusik" füllen. Allgemeinheit will keine "schwere Musik" hören. Leipziger Sender bringt gute Unterhaltungsmusik. (6'48) ab 08'04: (O-Ton) Peter Kehm, Programmdirektor des SDR: Gehaltskürzungen beim SDR. Leipziger Sender verfügt über das Schallarchiv des ehemaligen Reichsrundfunks. SDR muß sich sein Repertoire an Unterhaltungsmusik neu schaffen. Eigenes Archiv wird aufgebaut. (3'52) ab 10'57: (O-Ton) N.N.: Will keine "böswillige Kritik" äußern. Mißstand, daß Hörspielsendungen in den letzten Monaten sehr häufig ausgefallen sind. (1'49) ab 12'47: (O-Ton) N.N.: Sendungen über Berlin sind zu kurz. (0'48) ab 13'36: (O-Ton) Hanns Küffner, Chefredakteur des SDR: Sind keine Halbgötter, die souverän über das Programm bestimmen. Wünsche werden ernst genommen. Empfindlichkeit der Badener, wenn eine Sendung über ihr Land ausfällt. (2'23) Ende der Einspielung aus dem Hörerforum Karlsruhe. ab 16'15: (O-Ton) Eberhard: Bittet um Wortmeldungen (0'25)
102 (18'38): ab 00'00: (O-Ton, unterbrochen durch Unmutsäußerungen, Gelächter und durch Zwischenrufe von Eberhard) Brenner, Verein der Rundfunkhörer: Lüftet sein Inkognito als Briefeschreiber an die Stuttgarter Zeitung über den Rundfunkrat. Aufgabe und Einfluß des Rundfunks. Manches am SDR ist "krank". Kritik an Etat und Programmgestaltung. Finanzen sollen nicht in die Verwaltung fließen. Kritik am Apparat der Programmleitung. Presseabteilung ist aufgebläht - Zwischenrufe von Eberhard. Heimatliche Sendungen sind sehr schwach. Kritik an den Sendungen von Albert Hofele. 'Bunte Stunden' sind "sehr dürftig". Slawische Musik ist "zu stark vertreten". Forderung nach Gastdirigenten. Frauenfunk ist gut. Schulfunk. Es fehlen große bunte Sendungen, volkstümliche literarische Sendungen "ohne intellektuelle Mätzchen", volkstümliche Konzerte, soziale Dichtungen, Städtebilder, eine Sendung 'Der Mann auf der Straße'. Forderungen nach Ausdehnung des Sportprogramms. Neue Ideen und Sprecher. Notwendigkeit von Diskussionen über Zeitfragen. Hauptsendezeit. Foderung nach längeren Sendepausen - Zwischenruf von Eberhard. Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Rundfunk und Hörern. (10'44) ab 10'45: (O-Ton) Eberhard: Vorgebrachte Forderungen sind schon weitgehend erfüllt. (1'05) ab 11'50: (O-Ton) Kehm: Wunsch nach mehr Sendepausen wird erfüllt. Diskussion über Zeitfragen. Neue Ideen müssen von außen kommen. Eine Sendung 'Städtebilder' behandelt demnächst das zerstörte Heilbronn. Bunte Abende: Begrenzte Zahl an guten Stars. Die beiden Orchester des SDR benötigen dringend einen Konzertsaal, was die Qualität der Aufnahmen verbessern wird. (5'00) ab 16'55: (O-Ton) Albert Hofele, Redakteur: Über die Wünsche zu den Heimatsendungen: Eingesandte Manuskripte entsprechen oft nicht den Anforderungen. Schwierigkeiten, mehr Abwechslung in den Sendungen herzustellen. (1'36)
103 (38'00): ab 00'10: (O-Ton, mehrmals unterbrochen von Eberhard, Gelächter und Unmutsäußerungen) Herbert Wernicke, Dichter und Komponist: Will über Urheberrechte diskutieren, was abgelehnt wird. Gibt sein Redemanuskript zu Protokoll. (2'55) ab 03'05: (O-Ton) N.N.: Für mehr "lustige Musik" im Programm (0'40) ab 03'48: (O-Ton) Eberhard: Kündigt für die Zukunft mehr leichte Musik im Rundfunk an. (0'16) ab 04'15: (O-Ton) Kuppinger, Bezirksleiter des Süddeutschen Musikverbands: Für mehr echte Volksmusik und mehr Beteiligung von einheimischen Musikgruppen am Programm. (1'00) ab 05'15: (O-Ton) Hans Conzelmann, U-Musik: Ab Januar regelmäßig Volkmusiksendungen. Wortgefecht über eine abgesetzte Übertragung, die Kuppinger veranstalten wollte. (1'50) ab 07'10: (O-Ton) N.N.: Keine Diskussion über Sonderwünsche. Zuwenig Sendungen über die Gewerkschaften im Gegensatz zu kirchlichen Sendungen - Tumult. (1'55) ab 09'05: (O-Ton) Küffner: Häufigkeit der Beiträge über die Gewerkschaften (0'39) ab 09'50: (O-Ton, schwäbisch, unterbrochen von Gelächter, Tumult und Applaus) N.N.: "Lieber Rundfunk ...". Kritik an einer Sendung, die ihm unverständlich war. Kritisiert Unterstützung der modernen Malerei durch den SDR. Seine Kunstauffassung - Lachen. Hörspiel 'Der Rechtsanwalt' (gemeint ist 'Der Staatssekretär'). Gerede der Politiker im Rundfunk. Gegen Entsendung von Landtagsabgeordneten in die Rundfunkgremien. Für die Besetzung der Gremien mit Leuten, die auch den Rundfunk hören. (8'20) ab 18'17: (O-Ton) Küffner: Qualität politischer Gespräche im Rundfunk. Rundfunk kann nur ein "Abbild unserer politischen Situation" geben. Aufgaben des Rundfunkrats und des Verwaltungsrats. Zusammensetzung des Rundfunkrats. Dessen Mitglieder haben zugegeben, daß sie das Rundfunkprogramm nicht kennen. Interessenvertreter der Hörer ist der Rundfunkrat. (5'13) ab 23'31: (O-Ton) Eberhard: Rundfunk wird nicht nur durch den Rundfunkrat bestimmt, sondern auch durch uns. (0'24) ab 24'00: (O-Ton) N.N.: Niveau der Unterhaltungssendungen. Volkslieder, auch von anderen Völkern, sollten im Rundfunk gebracht werden. (2'13) ab 26'40: (O-Ton) N.N.: Politische Sendungen am Abend, wenn die Hörer unterhalten werden wollen. Geringer Anteil an Unterhaltung beim SDR im Vergleich zu anderen Sendern. Keine "politische Erziehungsarbeit". Der Hörer erwartet Unterhaltung - Beifall. SDR hat allen Mitarbeitern gekündigt, die mehr als 400 Mark verdienen, um ein neues Gebäude errichten zu können. Kritik an den Gehaltskürzungen. (4'56) ab 31'36: (O-Ton) Küffner: Etwa gleiche Anteile an Politik und Unterhaltung bei den deutschen Sendern. (1'55) ab 33'31: (O-Ton) N.N.: Protest wegen der schlechten musikalischen Qualität mancher Sendungen. (0'47) ab 34'18: (O-Ton, unterbrochen von Zwischenrufen) N.N. (Verschiedene) Verteidigt das Musikprogramm. Schwierigkeit bei der Übertragung von öffentlichen Veranstaltungen, das Mimische hörbar zu machen. (1'24) ab 35'45: (O-Ton) N.N.: Hörerwünsche: Forderung nach mehr Unterhaltung und nach weniger Hörspielen - Beifall. Kein Interesse der Hörer an der Aufzählung der Namen von Künstlern - Beifall. (1'37) ab 37'22: (O-Ton) N.N.: Viele Zuschriften für den Einsatz von "schwerer Musik", da deren Hörer schreibgewandt sind. Rundfunk übertreibt nach der "intellektuellen Seite hin". (0'36)
200 (37'24):
201 (21'20): ab 00'00: (O-Ton) N.N.: Bewerbungsverfahren einer Sängerin beim SDR, das eineinhalb Jahre dauerte (0'50) ab 00'51: (O-Ton) Eberhard: Frage gehört nicht hierher. (0'25) ab 01'16: (O-Ton) Willkür bei der Einstellung von Künstlern beim SDR. (1'00) ab 02'17: (O-Ton) Conzelmann: Anzahl der monatlichen Bewerbungen. Komitee zur Bewertung der Künstler. Möglichkeiten der Beschäftigung. (1'14) ab 03'43: (O-Ton) N.N.: Frage nach der Wiedereinführung der Sendung 'Die schöne Blumenstunde' - Tumult. (0'18) ab 04'02: (O-Ton) N.N.: Fragt, warum seine vom SDR produzierte Komposition noch nicht gesendet wurde. Wer entscheidet über das Musikprogramm? (0'52) ab 04'55: (O-Ton) N.N.: Publikum soll sein Urteil über die einzustellenden Sänger abgeben. (0'50) ab 05'47: (O-Ton) N.N. (Verschiedene): Zwischenrufe, Tumult. (0'24) ab 06'12: (O-Ton) Eb erhard: Droht Abbruch der Veranstaltung an. (0'22) ab 06'35: (O-Ton) Fritz Ludwig Schneider, Redakteur: Einsatz und Qualität von Sprechern und Sängern. (0'39) ab 07'24: (O-Ton) N.N. (Verschiedene): Sendungen von Gerhart Herrmann Mostar auszudehnen. Kritik an der Dauer von Sendungen. Jugendfunk. Forderung nach Änderung des Programms. Verwendung der Rundfunkgebühren. (1'07) ab 08'33: (O-Ton) Schneider: Erläutert die Verwendung der Rundfunkgebühren (1'00) ab 09'35: (O-Ton) N.N.: Kritik an der hohen Zahl von Angestellten des SDR (0'14) ab 09'50: (O-Ton) Eberhard: Weist die Kritik zurück (0'24) ab 10'14: (O-Ton) N.N.: Forderung nach Senkung der Rundfunkgebühren - Lachen. (0'13) ab 10'28: (O-Ton) Eberhard: Begründet die Höhe der Rundfunkgebühr (0'19) ab 10'48: (O-Ton) N.N. (Verschiedene): Leichte Musik. Forderung nach gelegenlicher Gestaltung des Programms durch Hörer. Hörerumfragen. (1'51) ab 12'40): (O-Ton) Eberhard: Es gibt keinen "Durchschnittshörer", für den man Programm machen kann. Liest zwei gegensätzliche Hörermeinungen über dieselbe Sendung vor. Hörspiele. (1'46) ab 14'23: N.N. (Verschiedene): Forderung nach einem schwäbischen Ansager für schwäbische Sendungen. Sprache des SDR: "die wohlbekannten Klänge aus der ehemaligen Reichshauptstadt". Zweitklassige Qualität des Rundfunksymphonieorchesters. Vorsprechen von Mathias Wieman. (2'55) ab 17'18: (O-Ton) Eberhard: "Ressentiments von Menschen, die nicht am Rundfunk sprechen". Mathias Wieman. Beschäftigung von Stuttgarter Philharmonikern. Notwendigkeit eines eigenen Orchesters. (1'16) ab 18'03: (O-Ton) N.N. Forderung nach Verlegung der Sendung Universitätsstunde' und der Sendezeit des Hörspiels. (0'18) ab 18'22: (O-Ton) Eberhard: Antwort auf die Hörerfrage (0'33) ab 18'56: (O-Ton) N.N.: Qualität 'Stimme Amerikas' im Gegensatz zu der der deutschen Rundfunkanstalten. (0'38) ab 19'36: (O-Ton) N.N. (Verschiedene): Vorschläge zur Ermittlung der Hörermeinung (1'44)
202 (16'04): ab 00'00: (O-Ton) N.N.: Verwendung von Sprechern. Frauenfunk des SDR im Vergleich mit den SWF. "Vulgäre Typen" im Hörspiel werden immer als Berliner dargestellt (2'49) ab 02'50: (O-Ton) Eberhard: Hörer wollen gute Schauspieler hören. (0'14) ab 03'10: (O-Ton) N.N. (Verschiedene): Forderung nach Fragebögen bei den Rundfunkrechnungen zur Ermittlung der Hörermeinung. Verwendung des Hochdeutschen im Rundfunk - Beifall. (2'19) ab 05'32: (O-Ton) Eberhard: Verwendung der Sprache im Rundfunk. (0'43) ab 06'16: (O-Ton) N.N.: Forderung nach einem zweiten Programm. (0'46) ab 07'03: (O-Ton) Eberhard: Möglichkeiten für ein zweites Programm (0'14) ab 07'17: (O-Ton) N.N. (Verschiedene), unterbrochen durch Zwischenrufe von Eberhard: Verwendung von E-Musik und leichter Musik. Beteiligung der Hörer an der Gestaltung des Programms. Gegen den Anspruch Eberhards, die Hörer zu vertreten. Sendungen von Heinz Frentzel, Redakteur des SDR. Vorschlag zur musikalischen Programmgestaltung. (11'47) ab 11'25: (O-Ton) Eberhard: Weist Vorwürfe zurück. Kennt "die Interessen der Masse der Hörer". (0'25) ab 11'51: (O-Ton) N.N. (Verschiedene): Verwendung der schwäbischen Mundart. Lehnt Werbefunk nach amerikanischen Vorbild ab. (1'23) ab 13'15: (O-Ton) Eberhard: Erläutert das Konzept des geplanten Werbefunks. Verwendung des Ertrags aus den Werbesendungen - Beifall. (1'25) ab 14'41: (O-Ton) N.N.: (Verschiedene) Leichte Musik ist nicht gleich seichte Musik. Will keine Musik, bei der sie denken muß. (1'20) ab 15'21: (O-Ton) Eberhard: Kommentiert einen Hörerbrief: "Das Programm, das allen gefällt, ... das gibt es nicht". Verabschiedung (0'43)
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.