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Registraturbildner: Im 16. Jahrhundert setzte sich in Anhalt eine Ämterverfassung durch. Den Ämtern stand ein Amtmann vor, der wirtschaftlich-polizeiliche, jurisdiktionelle und finanzielle Funktionen hatte. Er führte u.a. die Personalaufsicht, verwaltete Einnahmen und Ausgaben, hatte für Grenzregulierungen in den Feldmarken und Wegebesserungen zu sorgen und beaufsichtigte Forsten und Fischereien. Er war für die Wahrung der öffentlichen Sicherheit zuständig.
Der Amtmann wirkte als Untersuchungsrichter in erster Instanz, der gleichzeitig gerichtliche Vollziehungsgewalt sowie das Recht zur Urteilsverkündung besaß.
Um 1710 existierten in Anhalt-Dessau die 6 Ämter: Dessau, Wörlitz, Radegast, Sandersleben, Freckleben und Großalsleben. Durch den Ankauf adliger Güter kamen weitere 7 Ämter hinzu: Rehsen, Kleutsch, Retzau, Fraßdorf, Reupzig, Libbesdorf ,Scheuder und Gröbzig. Sandersleben und Freckleben wurden zu einem Amt zusammengelegt.
Bei der Teilung des ehemaligen Fürstentums Anhalt-Zerbst 1797 fielen die Stadt und das ehemalige Amt Zerbst (außer Weiden und Stackelitz), der östliche Teil des früheren Amtes Lindau und vom Amt Roßlau die Dörfer Polenzko, Jütrichau und das Vorwerk Krakau an das Fürstentum Anhalt-Dessau. Der erworbene Landesteil wurde als Amt Zerbst verwaltet.
1819 erfolgte die Vereinigung der o.g. 14 Ämter zu den 7 Justizämtern: Dessau, Oranienbaum, Qualendorf, Gröbzig, Sandersleben, Großalsleben und Zerbst.
Zum Justizamt Zerbst gehörten die Stadt Zerbst und die Dörfer Zerbst, Niederlepte, Hohenlepte, Badetz, Friederikenberg, Nutha, Gödnitz, Eichholz, Leps, Bias, Pakendorf, Kermen, Steckby, Streetz, Rietzmeck, Jütrichau, Luso, Bone, Grimme, Golmenglin, Reuden, Nedlitz, Hagendorf, Dobritz, Polenzko, Bärenthoren und Krakau.
Auf Grund der Verfassung für das Herzogtum Anhalt-Köthen vom 29.10.1848 wurden die Funktionen des Justizamts Zerbst, einiger herzoglicher und Patrimonialgerichte sowie der jurisdiktionelle Zuständigkeitsbereich des Stadtrates Zerbst provisorisch einem Stadt- und Landgericht Zerbst übertragen. Die Gemeindeordnung für die Herzogtümer Anhalt-Dessau und -Köthen vom 24.02.1849 führte zur Auflösung der Justizamts- und Stadtgerichtsbezirke auf der unteren Ebene und zur Bildung der Kreise Dessau, Köthen und Zerbst. Die Verwaltungsaufgaben der Justizämter wurden von den neu gebildeten Kreisdirektionen, die Jurisdiktion von Kreisgerichten und Kreisgerichtskommissionen übernommen. Die jurisdiktionellen Funktionen des Stadt- und Landgerichts Zerbst gingen auf das Kreisgericht Zerbst über.
Bestandsinformationen: Akten des Justizamts Zerbst wurden Ende des 19. Jahrhunderts von dem 1872 neu gegründeten Anhaltischen Haus- und Staatsarchiv Zerbst übernommen und dort
unabhängig von ihrer Provenienz gemeinsam mit den Akten der anderen Anhalt-Dessauer Hof- und Staatsbehörden in den neu gebildeten Pertinenzbestand "Abteilung Dessau" integriert, der in dieser Ordnung noch heute unter der Bestandssignatur Z 44 überliefert ist.
Weitere Übergaben von Justizamtsakten durch die anhaltischen Behörden und Amtsgerichte erfolgten in den 20er/30er Jahren des 20. Jahrhunderts an das Anhaltische Staatsarchiv Zerbst. Die in den Abgaben ermittelten Akten der Provenienz "Justizamt Zerbst" wurden zu dem vorliegenden Provenienzbestand formiert und im Jahr 2009 erschlossen. 2011 erfolgte die Erstellung eines Findbuchs.
Laufmeter: 0.1
Bestand
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.