(5) Appellationis Auseinandersetzung um Benachteiligung im Konkurs
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(1) 0076
Wismar A 45 (W A 1 n. 45)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 01. 1. Kläger A
(1781-1783) 05.04.1783-20.10.1783
Kläger: (2) Johann Peter Averhoff, kgl. schwedischer Agent zu Hamburg (Kl. in 1. Instanz)
Beklagter: (3) Justizrat Lembke als Anwalt der Gläubiger der Firma Gabriel Christian Wahrendorff Wwe. und Sohn (Bekl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: "(4) Kl.: Dr. Christoph Christian Hasse (A & P)Bekl.: Dr. Johann David Lembke (A & P)"
Fallbeschreibung: Bekl. hatten von Kl. im Jahre 1781 16.500 Mk. Hamburger Banco geliehen, um die Fregatte "Wilhelmine" kaufen zu können. Das Geld sollte zu 5% verzinst werden, als Sicherheit wird Kl. die gesamte Habe der Bekl. verpfändet. Ungeachtet dessen gibt der Rat beim Bankrott der Bekl. das Schiff zur Zwangsversteigerung frei, woraufhin Kl. es selbst kauft. Da seine Ansprüche bei der Reihung des Konkurses durch den Rat aber nachrangig eingestuft wurden und er als privilegierter Schuldner nichts aus der Konkursmasse erhalten, sondern sogar an den Kosten beteiligt werden soll, appelliert er an das Tribunal und verteidigt seine Ansprüche. Da die Akten der Vorinstanz mit eingereicht worden sind, erbitten Parteien am 05.05. Prozeßbeschleunigung. Am 07.07. urteilt das Tribunal, daß Kl. zwar an den Kosten des Konkurses beteiligt werden müsse, das Prioritätsurteil aber zu seinen Gunsten zu ändern sei. Am 14.07. erbitten Bekl. Kopie der Appelationsschrift, um gegen das Urteil restitutionis in integrum einlegen zu können. Das Tribunal gewährt am 16.07. die Kopien ebenso wie am 19.08. die von Bekl. am 16.08. eingereichte Bitte um Fristverlängerung. Am 26.09. reichen Bekl. ihre Beschwerden gegen das Tribunalsurteil ein, am 20.10.1783 bestätigt das Gericht sein vorheriges Urteil.
Instanzenzug: "(6) 1. Ratsgericht 1782-1783 2. Tribunal 1783 3. Tribunal 1783"
Prozessbeilagen: (7) Schuldverschreibung der Fa. Wahrendorff für den Kl. über 16500 Mark Banco vom 10.05.1781; von Notar August Wilhelm Rüdemann aufgenommene Appellation vom 03.03.1783; Auszug aus Prioritätsurteil des Wismarer Rates vom 22.02.1783; Wechsel des Kl.s und des Adrian Wilhelm Pauli, kgl. schwedischer Agent zu Lübeck vom 16.10.1781; Bürgschaft des Ratsherrn Johann Andreas Koester zu Wismar vom 17.10.1781; Prozeßvollmacht des Kl.s für Dr. Hasse vom 04.04.1783; Entscheidungsgründe des Ratsgerichts; Ratsgerichtsurteil vom 08.10.1781; Schreiben der Bekl. an den Rat (o.D.)
Beklagter: (3) Justizrat Lembke als Anwalt der Gläubiger der Firma Gabriel Christian Wahrendorff Wwe. und Sohn (Bekl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: "(4) Kl.: Dr. Christoph Christian Hasse (A & P)Bekl.: Dr. Johann David Lembke (A & P)"
Fallbeschreibung: Bekl. hatten von Kl. im Jahre 1781 16.500 Mk. Hamburger Banco geliehen, um die Fregatte "Wilhelmine" kaufen zu können. Das Geld sollte zu 5% verzinst werden, als Sicherheit wird Kl. die gesamte Habe der Bekl. verpfändet. Ungeachtet dessen gibt der Rat beim Bankrott der Bekl. das Schiff zur Zwangsversteigerung frei, woraufhin Kl. es selbst kauft. Da seine Ansprüche bei der Reihung des Konkurses durch den Rat aber nachrangig eingestuft wurden und er als privilegierter Schuldner nichts aus der Konkursmasse erhalten, sondern sogar an den Kosten beteiligt werden soll, appelliert er an das Tribunal und verteidigt seine Ansprüche. Da die Akten der Vorinstanz mit eingereicht worden sind, erbitten Parteien am 05.05. Prozeßbeschleunigung. Am 07.07. urteilt das Tribunal, daß Kl. zwar an den Kosten des Konkurses beteiligt werden müsse, das Prioritätsurteil aber zu seinen Gunsten zu ändern sei. Am 14.07. erbitten Bekl. Kopie der Appelationsschrift, um gegen das Urteil restitutionis in integrum einlegen zu können. Das Tribunal gewährt am 16.07. die Kopien ebenso wie am 19.08. die von Bekl. am 16.08. eingereichte Bitte um Fristverlängerung. Am 26.09. reichen Bekl. ihre Beschwerden gegen das Tribunalsurteil ein, am 20.10.1783 bestätigt das Gericht sein vorheriges Urteil.
Instanzenzug: "(6) 1. Ratsgericht 1782-1783 2. Tribunal 1783 3. Tribunal 1783"
Prozessbeilagen: (7) Schuldverschreibung der Fa. Wahrendorff für den Kl. über 16500 Mark Banco vom 10.05.1781; von Notar August Wilhelm Rüdemann aufgenommene Appellation vom 03.03.1783; Auszug aus Prioritätsurteil des Wismarer Rates vom 22.02.1783; Wechsel des Kl.s und des Adrian Wilhelm Pauli, kgl. schwedischer Agent zu Lübeck vom 16.10.1781; Bürgschaft des Ratsherrn Johann Andreas Koester zu Wismar vom 17.10.1781; Prozeßvollmacht des Kl.s für Dr. Hasse vom 04.04.1783; Entscheidungsgründe des Ratsgerichts; Ratsgerichtsurteil vom 08.10.1781; Schreiben der Bekl. an den Rat (o.D.)
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
29.10.2025, 11:28 AM CET