Urfehde Nr. 158
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7234
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 19 Urfehden
(15)38 September 3, Zinstag (= Dienstag)
Regest: Jacob Sichelschmid, Bürger zu Reutlingen, bekennt folgendes. Nachdem in vergangenen Jahren das Papierer-Handwerk eine Ordnung dieses Handwerks beschlossen hat und diese von Bürgermeister und Rat der Stadt bestätigt worden ist, haben er und andere des Papierer-Handwerks sich samenthaft (= insgesamt) darauf verpflichtet. In der Ordnung ist ein Artikel enthalten, dass keiner von ihnen irgend einem, der das Handwerk nicht nach der Ordnung erlernt hat, arbeiten dürfe. Trotzdem hat Sichelschmid zweien, die nicht des Handwerks sind, gen Rotenburg an der Tauber 10 Jahr lang eine Papiermühle zu bauen und zu arbeiten sich verpflichtet. Damit hat er sein gegebenes Wort ganz in den Wind geschlagen und dazu Bürgermeister und Rat der Stadt nicht um Bewilligung gebeten, sich 10 Jahr lang ausserhalb seines Bürgerrechts zu verpflichten, wozu er als ein geschworener Bürger keineswegs Fug und Macht gehabt hat. Darum ist er um Wohlverschulden (= wie er verdiente) in das Gefängnis der Herren gekommen und hätte eine grosse Straf verdient. Die Herren wollten ihm das Recht (= Gerichtsverfahren) ergehen lassen. Er bat sie um Gnade. Sie haben ihm die Strenge des Rechts erlassen und ihn aus dem Gefängnis entlassen. Er hat einen Eid geschworen, wegen dieser Sache und des Gefängnisses gegen die Herren und alle Bürger ewiglich Urfehde zu halten und sich nie zu rächen. Er soll und will von seinem oben genannten Beding (= Vertrag) zurücktreten und sein Leben lang nach der Handwerks-Ordnung und besonders dem erwähnten Artikel getreulich leben. Wenn er künftig an die Herren oder die Ihren eine Forderung hätte, so will er sie bei ihren ordentlichen Gerichten bleiben lassen und bei dem, was da erkannt wird, bleiben. Wenn er diesen Eid und Urfehde bräche, soll er heissen und sein ein treuloser, meineidiger und zum Tod verurteilter Mann, den die Herren richten oder richten lassen mögen, mit was Pen (= Strafe) des Tods sie wollen.
Beschreibstoff: Pg.
Archivale
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Siegler: Hans Uber der ältere, Bürger zu Reutlingen
Siegel (Erhaltung): Siegel vorhanden
Genetisches Stadium: Or.
Siegel (Erhaltung): Siegel vorhanden
Genetisches Stadium: Or.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ