Wohlfahrt und Soziales: Paulinenstift, Wiesbaden (Bestand)
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2020
Hessisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Gliederung >> Bestände nichtstaatlicher Herkunft >> Organisationen und Einrichtungen >> Wohlfahrt und Soziales
Bestandsgeschichte: Zugänge seit 1983 (Zugang 43/1983)
Geschichte des Bestandsbildners: Die Paulinenstiftung entstand 1857 als Mägdeherberge. Diakonissen aus Kaiserwerth gaben den Mädchen Unterricht in geistlichen und praktischen Dingen. Seit 1858 verfügte die Mägdeherberge über ein eigenes Haus im Nerotal. In den folgenden Jahren kamen die Ausbildung von Dienstmägden, die Armenpflege, ein Kinderheim und eine Krankenstation für Frauen und Kinder zu den Tätigkeitsfeldern hinzu. 1870/71 diente die Paulinenstiftung vorübergehend als Lazarett. 1884 wurde die Einrichtung um ein neues Krankenhaus erweitert. 1893-96 wurde ein neuer Gebäudekomplex in der Schiersteiner Straße errichtet und in den folgenden Jahren immer wieder erweitert. Darin entstanden das neue Mutterhaus mit eigener Kapelle, das Erziehungshaus, die Mägdeherberge und das Adelheid-Krankenhaus. Nun wurden auch Schwestern in der Erziehungsarbeit und in der Krankenpflege ausgebildet.
Von 1899 an entstanden zahlreiche Zweigeinrichtungen in Wiesbaden und im Umland. Im ersten Weltkrieg wurde im Paulinenstift erneut ein Lazarett eingerichtet. Einige Diakonissen aus Wiesbaden wurden zu anderen Lazaretten, mehrere Ärzte zum Kriegsdienst einberufen.
Da der NS-Staat 1937 seinen Alleinanspruch auf Erziehung durchsetzte, schloss die Paulinenstiftung ihre Erziehungseinrichtungen.
Mit Ausbruch des Krieges wurde in der Paulinenstiftung wieder ein Lazarett eingerichtet, mehrere Diakonissen wurden in den Dienst der Wehrmacht gestellt. 1945-46 wurde das Adelheid-Krankenhaus von den Amerikanern beschlagnahmt. Die Diakonissen zogen vorübergehend in das Kinderheimgebäude und unterhielten dort eine Kinder- und eine Entbindungsstation und eine behelfsmäßige Ambulanz.
1947 wurden die Schwestern des Diakonissen-Mutterhauses 'Haus der Barmherzigkeit' in Lodz, die 1945 geflüchtet waren, dauerhaft vom Paulinenstift aufgenommen. Das 'Haus der Barmherzigkeit' hatte bereits 1940 die Schwesternschaft des 'Alexanderasyl' Sarata/Rumänien (heute Ukraine) aufgenommen.
Seit den 1950er Jahren traten immer weniger Diakonissen dem Stift bei. Ihr Dienst musste von Angestellten übernommen werden. Viele Zweigeinrichtungen wurden im Laufe der Jahre geschlossen.
1962 wurde das alte Adelheid-Krankenhaus abgerissen. Der Krankenhaus-Neubau wurde 1966 fertig gestellt. 1971 eröffnete das Paulinenstift eine Kindertagesstätte, die - wenn auch unter anderer Trägerschaft- bis heute besteht.
1974 trat eine neue Verfassung der Stiftung in Kraft, welche u.a. eine Umbenennung in 'Diakoniegemeinschaft Paulinenstift' vorsah.
Finanzielle Probleme führten dazu, dass die Betriebsführung des Krankenhauses 1989 an die Firma 'Asklepios Kliniken GmbH' übertragen wurde. Trägerin blieb zunächst die Diakoniegemeinschaft Paulinenstift. 1994 kaufte die 'Asklepios GmbH' das Krankenhaus auf und benannte es in 'Asklepios Paulinen Klinik' um.
Die Diakoniegemeinschaft Paulinenstift ist heute eine kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie ist Mitglied des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau, des Kaiserwerther Verbandes deutscher Diakonissen-Mutterhäuser und der Kaiserwerther Generalkonferenz.
Findmittel: Abgabelisten
Geschichte des Bestandsbildners: Die Paulinenstiftung entstand 1857 als Mägdeherberge. Diakonissen aus Kaiserwerth gaben den Mädchen Unterricht in geistlichen und praktischen Dingen. Seit 1858 verfügte die Mägdeherberge über ein eigenes Haus im Nerotal. In den folgenden Jahren kamen die Ausbildung von Dienstmägden, die Armenpflege, ein Kinderheim und eine Krankenstation für Frauen und Kinder zu den Tätigkeitsfeldern hinzu. 1870/71 diente die Paulinenstiftung vorübergehend als Lazarett. 1884 wurde die Einrichtung um ein neues Krankenhaus erweitert. 1893-96 wurde ein neuer Gebäudekomplex in der Schiersteiner Straße errichtet und in den folgenden Jahren immer wieder erweitert. Darin entstanden das neue Mutterhaus mit eigener Kapelle, das Erziehungshaus, die Mägdeherberge und das Adelheid-Krankenhaus. Nun wurden auch Schwestern in der Erziehungsarbeit und in der Krankenpflege ausgebildet.
Von 1899 an entstanden zahlreiche Zweigeinrichtungen in Wiesbaden und im Umland. Im ersten Weltkrieg wurde im Paulinenstift erneut ein Lazarett eingerichtet. Einige Diakonissen aus Wiesbaden wurden zu anderen Lazaretten, mehrere Ärzte zum Kriegsdienst einberufen.
Da der NS-Staat 1937 seinen Alleinanspruch auf Erziehung durchsetzte, schloss die Paulinenstiftung ihre Erziehungseinrichtungen.
Mit Ausbruch des Krieges wurde in der Paulinenstiftung wieder ein Lazarett eingerichtet, mehrere Diakonissen wurden in den Dienst der Wehrmacht gestellt. 1945-46 wurde das Adelheid-Krankenhaus von den Amerikanern beschlagnahmt. Die Diakonissen zogen vorübergehend in das Kinderheimgebäude und unterhielten dort eine Kinder- und eine Entbindungsstation und eine behelfsmäßige Ambulanz.
1947 wurden die Schwestern des Diakonissen-Mutterhauses 'Haus der Barmherzigkeit' in Lodz, die 1945 geflüchtet waren, dauerhaft vom Paulinenstift aufgenommen. Das 'Haus der Barmherzigkeit' hatte bereits 1940 die Schwesternschaft des 'Alexanderasyl' Sarata/Rumänien (heute Ukraine) aufgenommen.
Seit den 1950er Jahren traten immer weniger Diakonissen dem Stift bei. Ihr Dienst musste von Angestellten übernommen werden. Viele Zweigeinrichtungen wurden im Laufe der Jahre geschlossen.
1962 wurde das alte Adelheid-Krankenhaus abgerissen. Der Krankenhaus-Neubau wurde 1966 fertig gestellt. 1971 eröffnete das Paulinenstift eine Kindertagesstätte, die - wenn auch unter anderer Trägerschaft- bis heute besteht.
1974 trat eine neue Verfassung der Stiftung in Kraft, welche u.a. eine Umbenennung in 'Diakoniegemeinschaft Paulinenstift' vorsah.
Finanzielle Probleme führten dazu, dass die Betriebsführung des Krankenhauses 1989 an die Firma 'Asklepios Kliniken GmbH' übertragen wurde. Trägerin blieb zunächst die Diakoniegemeinschaft Paulinenstift. 1994 kaufte die 'Asklepios GmbH' das Krankenhaus auf und benannte es in 'Asklepios Paulinen Klinik' um.
Die Diakoniegemeinschaft Paulinenstift ist heute eine kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie ist Mitglied des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau, des Kaiserwerther Verbandes deutscher Diakonissen-Mutterhäuser und der Kaiserwerther Generalkonferenz.
Findmittel: Abgabelisten
27,5 lfm
Bestand
Literatur: Weber, Ulrich: 150 Jahre Paulinenstift Wiesbaden (1857-2007). Von der Mägdeherberge zur Diakoniegemeinschaft. Wiesbaden 2007.
Literatur: Hackel, Karin: 100 Jahre Diakoniegemeinschaft Paulinenstift Asklepios Kliniken. Wiesbaden 1996.
Literatur: Hackel, Karin: 100 Jahre Diakoniegemeinschaft Paulinenstift Asklepios Kliniken. Wiesbaden 1996.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen der Staatsarchive in Hessen.
17.06.2025, 12:53 MESZ