Marineschifffahrtleitstellen (Bestand)
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BArch BM 47
call number: BM 47
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1964 - 1991
Bestandsbeschreibung: Nach Verhandlungen zwischen dem BMVg und dem Bundesministerium für Verkehr in den Jahren 1959 - 1961 wurden seit 1961 Führungskräfte aus der Handelsschifffahrt als Reserveoffiziere der Marine ausgebildet; der erste Reserveoffizierlehrgang für Handelsschiffkapitäne und -offiziere fand an der Marineschule Mürwik statt. Ziel der Lehrgänge war es, die Reserveoffiziere mit Auftrag und Aufgabenwahrnehmung der Marine vertraut zu machen und sie so auszubilden, dass sie ihr Fachwissen aus der Handelsschifffahrt im Verteidigungsfall zur Unterstützung der Flotte einbringen konnten.
Mit Aufstellungsbefehl Nr. 185 -Marine- vom 28. August 1970 wurde zum 1. Oktober die Aufstellung der Marineschifffahrtleitstellen Kiel, Hamburg, Bremen und Emden befohlen. Sie unterstanden zunächst truppendienstlich den Marinestützpunktkommandos Kiel, Wilhelmshaven bzw. Borkum und für den Einsatz dem Flottenkommando. Zum 1. April 1981 wurden die Marineschifffahrtleitstellen Kiel, Hamburg, Bremerhaven und Emden in den Stab des Befehlshabers der Seestreitkräfte der Nordsee (BSN) eingegliedert. Seit der Auflösung des BSN im März 1993 unterstehen die Leitstellen dem Flottenkommando. Aufgrund der Ausgliederung von Teileinheiten der Marineschifffahrtleitstellen Kiel, Hamburg, Bremerhaven und Emden aus der Stärke- und Ausrüstungsnachweisung des Befehlshabers der Seestreitkräfte der Nordsee wurden zum 1. April 1989 diese Marineschifffahrtleitstellen als eigenständige Dienststellen aufgestellt (Aufstellungsbefehle Nr. 212 - Nr. 215 -Marine- vom 11. November 1988).
Die Marineschifffahrtleitorganisation ist gemäß Weisung des Inspekteurs der Marine vom 15. Mai 1991 (Fü M III 1, Az. 09-20-00 / 01) teilgekadert und reduziert. Teilkaderung bedeutet Stillegung bzw. Nicht-Aktivierung einzelner Komponenten; die Organisationseinheiten werden mit reduziertem Leistungsprofil und entsprechend verringerter Besetzung weiter betrieben. Unterhalb der Ebene Flottenkommando bleiben in Angleichung an die Zuständigkeitsbereiche der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes lediglich zwei Marineschifffahrtleitstellen mit Sitz in Hamburg und Bremerhaven bestehen. Das Flottenkommando löste deshalb zum 28. März 1991 die Marineschifffahrtleitstelle Emden (Ergänzung 1 / 91 zum Aufstellungsbefehl Nr. 215 -Marine- vom 14. Januar 1991) und zum 30. März 1992 die Marineschifffahrtleitstelle Kiel auf. Den Marineschifffahrtleitstellen Hamburg und Bremerhaven werden Anlauf- und Koordinationsstellen (sogenannte Anlaufpunkte) für den Verteidigungsfall zugeordnet. Von dort aus operieren mobile Marineschifffahrtleit-Teams zur Information und Betreuung der Handelsschiffe in deutschen Häfen. Im Verantwortungsbereich der Marineschifffahrtleitstelle Hamburg liegen die deutschen Häfen, Reeden und Reviere von Elbe, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Marineschifffahrtleitstelle Bremerhaven ist zuständig für den Bereich Cuxhaven, Weser, Jade, Ems und die ostfriesische Küste.
Die Marineschifffahrtleitstellen dienen als Bindeglied zwischen Marine und ziviler Schifffahrt in ihrem Zuständigkeitsbereich, dem Schutz der Handelsschifffahrt in Krise und Krieg. Im Einzelnen haben sie folgende Aufgaben
- Durchführung des Schiffsmeldedienstes (Schiffsbewegungen),
- Einweisung von Schiffsführungen von Handelsschiffen / Fischereifahrzeugen sowie von Reedereipersonal in Aufgaben, Organisation und Verfahren der nationalen Marineschifffahrtleitorganisation auf der Basis MC 376 / 1 Naval Cooperation and Guidance for Shipping,
- Bereitstellung der erforderlichen Veröffentlichungen und Ausrüstung,
- Erfassung / Auswertung von Veränderungen der Häfen und Hafenanlagen, Reeden und Wasserstraßen,
- Zusammenarbeit mit regionalen und lokalen Schifffahrtbehörden,
- Kontaktpflege mit Schifffahrtverbänden,
- Erarbeitung von Regelungen für Schiffs- und Konvoibewegungen auf den Revieren,
- Planung der Einrichtung / Belegung von Anker- und Notankerplätzen,
- Gewährleistung der militärischen Sicherheit,
- Planung, Vorbereitung und Durchführung der Mobilisierungsmaßnahmen,
- Routen, Begleitung und Organisation von Konvois.
Leiter Marineschifffahrtleitstelle Kiel:
Ang. Vellguth
Leiter Marineschifffahrtleitstelle Emden:
Ang. Gunstmann
Leiter Marineschifffahrtleitstelle Bremerhaven:
FKpt d.R. Krebs, Walter (1960) - (1976)
FKpt d.R. Miething (1976) - (1981)
KptzS d.R. Bülow, Henning von (1981) - (1990)
KptzS d.R. Abscht, Wolfgang (1990) - 10.2002
FKpt d.R. Fröhlking, Karl Friedrich 11.2002 - (2003)
Leiter Marineschifffahrtleitstelle Hamburg:
FKpt d.R. Sachsenberg, Horst (1970) - (1976)
FKpt d.R. Wittenhagen, Rudolf (1976) - (1990)
KptzS d.R. Bülow, Henning von (1990) - 10.2002
FKpt d.R. Ross, Hartwig 11.2002 - (2003)
Inhaltliche Charakterisierung: Blockwehrübungen; Dienstanweisungen; Geschäftsordnung; Geschäftsverteilungs-pläne; Handelsschiffsführung; Jadedienst; Kommandierungen; Militärgeographische Karten; Mobilisierungs-Übungen; Naval Coordination of Shipping-Briefingreport; Organisationspläne; Personal; Schiffsmeldedienst; Seekarten; Sicherheitsinspektionen
Erschließungszustand: Findbuch
Zitierweise: BArch BM 47/...
Mit Aufstellungsbefehl Nr. 185 -Marine- vom 28. August 1970 wurde zum 1. Oktober die Aufstellung der Marineschifffahrtleitstellen Kiel, Hamburg, Bremen und Emden befohlen. Sie unterstanden zunächst truppendienstlich den Marinestützpunktkommandos Kiel, Wilhelmshaven bzw. Borkum und für den Einsatz dem Flottenkommando. Zum 1. April 1981 wurden die Marineschifffahrtleitstellen Kiel, Hamburg, Bremerhaven und Emden in den Stab des Befehlshabers der Seestreitkräfte der Nordsee (BSN) eingegliedert. Seit der Auflösung des BSN im März 1993 unterstehen die Leitstellen dem Flottenkommando. Aufgrund der Ausgliederung von Teileinheiten der Marineschifffahrtleitstellen Kiel, Hamburg, Bremerhaven und Emden aus der Stärke- und Ausrüstungsnachweisung des Befehlshabers der Seestreitkräfte der Nordsee wurden zum 1. April 1989 diese Marineschifffahrtleitstellen als eigenständige Dienststellen aufgestellt (Aufstellungsbefehle Nr. 212 - Nr. 215 -Marine- vom 11. November 1988).
Die Marineschifffahrtleitorganisation ist gemäß Weisung des Inspekteurs der Marine vom 15. Mai 1991 (Fü M III 1, Az. 09-20-00 / 01) teilgekadert und reduziert. Teilkaderung bedeutet Stillegung bzw. Nicht-Aktivierung einzelner Komponenten; die Organisationseinheiten werden mit reduziertem Leistungsprofil und entsprechend verringerter Besetzung weiter betrieben. Unterhalb der Ebene Flottenkommando bleiben in Angleichung an die Zuständigkeitsbereiche der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes lediglich zwei Marineschifffahrtleitstellen mit Sitz in Hamburg und Bremerhaven bestehen. Das Flottenkommando löste deshalb zum 28. März 1991 die Marineschifffahrtleitstelle Emden (Ergänzung 1 / 91 zum Aufstellungsbefehl Nr. 215 -Marine- vom 14. Januar 1991) und zum 30. März 1992 die Marineschifffahrtleitstelle Kiel auf. Den Marineschifffahrtleitstellen Hamburg und Bremerhaven werden Anlauf- und Koordinationsstellen (sogenannte Anlaufpunkte) für den Verteidigungsfall zugeordnet. Von dort aus operieren mobile Marineschifffahrtleit-Teams zur Information und Betreuung der Handelsschiffe in deutschen Häfen. Im Verantwortungsbereich der Marineschifffahrtleitstelle Hamburg liegen die deutschen Häfen, Reeden und Reviere von Elbe, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Marineschifffahrtleitstelle Bremerhaven ist zuständig für den Bereich Cuxhaven, Weser, Jade, Ems und die ostfriesische Küste.
Die Marineschifffahrtleitstellen dienen als Bindeglied zwischen Marine und ziviler Schifffahrt in ihrem Zuständigkeitsbereich, dem Schutz der Handelsschifffahrt in Krise und Krieg. Im Einzelnen haben sie folgende Aufgaben
- Durchführung des Schiffsmeldedienstes (Schiffsbewegungen),
- Einweisung von Schiffsführungen von Handelsschiffen / Fischereifahrzeugen sowie von Reedereipersonal in Aufgaben, Organisation und Verfahren der nationalen Marineschifffahrtleitorganisation auf der Basis MC 376 / 1 Naval Cooperation and Guidance for Shipping,
- Bereitstellung der erforderlichen Veröffentlichungen und Ausrüstung,
- Erfassung / Auswertung von Veränderungen der Häfen und Hafenanlagen, Reeden und Wasserstraßen,
- Zusammenarbeit mit regionalen und lokalen Schifffahrtbehörden,
- Kontaktpflege mit Schifffahrtverbänden,
- Erarbeitung von Regelungen für Schiffs- und Konvoibewegungen auf den Revieren,
- Planung der Einrichtung / Belegung von Anker- und Notankerplätzen,
- Gewährleistung der militärischen Sicherheit,
- Planung, Vorbereitung und Durchführung der Mobilisierungsmaßnahmen,
- Routen, Begleitung und Organisation von Konvois.
Leiter Marineschifffahrtleitstelle Kiel:
Ang. Vellguth
Leiter Marineschifffahrtleitstelle Emden:
Ang. Gunstmann
Leiter Marineschifffahrtleitstelle Bremerhaven:
FKpt d.R. Krebs, Walter (1960) - (1976)
FKpt d.R. Miething (1976) - (1981)
KptzS d.R. Bülow, Henning von (1981) - (1990)
KptzS d.R. Abscht, Wolfgang (1990) - 10.2002
FKpt d.R. Fröhlking, Karl Friedrich 11.2002 - (2003)
Leiter Marineschifffahrtleitstelle Hamburg:
FKpt d.R. Sachsenberg, Horst (1970) - (1976)
FKpt d.R. Wittenhagen, Rudolf (1976) - (1990)
KptzS d.R. Bülow, Henning von (1990) - 10.2002
FKpt d.R. Ross, Hartwig 11.2002 - (2003)
Inhaltliche Charakterisierung: Blockwehrübungen; Dienstanweisungen; Geschäftsordnung; Geschäftsverteilungs-pläne; Handelsschiffsführung; Jadedienst; Kommandierungen; Militärgeographische Karten; Mobilisierungs-Übungen; Naval Coordination of Shipping-Briefingreport; Organisationspläne; Personal; Schiffsmeldedienst; Seekarten; Sicherheitsinspektionen
Erschließungszustand: Findbuch
Zitierweise: BArch BM 47/...
12 Aufbewahrungseinheiten; 0,4 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Literatur: Hans-Harald Ipach: Der Konvoi-Kommodore in der Marineschifffahrtleitung, in: Trup-penpraxis, Heft 6 / 1967, S. 541-543
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 10:58 MESZ
Hierarchie
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