Französische Prozesse in Deutschland (Bestand)
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BArch ALLPROZ 10
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Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Nachlässe und Sammlungen >> Sammlungen >> Alliierte Prozesse
1946-1955
Bestandsbeschreibung: Wie in der britischen, amerikanischen und sowjetischen Besatzungszone Deutschlands nach Ende des Zweiten Weltkriegs mußten sich die Verantwortlichen für Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit auch in der französischen Besatzungszone vor Militärgerichten verantworten. Diese Aufgabe übernahm am 1. April 1945 das Tribunal Général in Rastatt. In den dreieinhalb Jahren seines Bestehens ermittelte es in mehr als 2.000 Fällen. Insgesamt führte es 235 Prozesse durch. Höchstes Gericht in der französischen Besatzungszone war das Tribunal Supérieur, das seinen Sitz ebenfalls im Rastatter Schloß hatte. Es war als Revisionsinstanz mit den Berufungsverfahren in Kriegsverbrecherprozessen befaßt.
Im Zuge einer Justizreform in der französischen Besatzungszone stellte das Tribunal Général seine Arbeit zum 15. Oktober 1948 ein. Seitdem oblagen den mittleren Militärgerichten der französischen Besatzungszone die erstinstanzlichen Verfahren gegen Kriegsverbrecher; für Revisionsverfahren war bis zum Ende der Verfahren 1954 weiterhin das Tribunal Supérieur zuständig.
Stand: 2008
Inhaltliche Charakterisierung: Einige der Unterlagen stammen aus den Büros der damaligen Verteidiger Dr. Kurt Behling (Berlin) und Prof. Dr. Carl Haensel (Freiburg), zwei weitere Aktenbände von der Sekretärin der Verteidigung, Lisa Frank (Rastatt). Im einzelnen handelt es sich um: Allgemeine Unterlagen, u. a. fotokopierte Namenskartei von Gefangenen der Strafanstalt Wittlich 1946-1954 (7), Prozeß gegen Wachmannschaften des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof 1946-1949 (1), Prozeß gegen Wachmannschaften des Konzentrationslagers Ravensbrück 1950 (1), Prozeß gegen den Industriellen Hermann Röchling u. a. 1948-1949 (6).
Erschließungszustand: Online-Findmittel (2006)
Umfang, Erläuterung: 15
Zitierweise: BArch ALLPROZ 10/...
Im Zuge einer Justizreform in der französischen Besatzungszone stellte das Tribunal Général seine Arbeit zum 15. Oktober 1948 ein. Seitdem oblagen den mittleren Militärgerichten der französischen Besatzungszone die erstinstanzlichen Verfahren gegen Kriegsverbrecher; für Revisionsverfahren war bis zum Ende der Verfahren 1954 weiterhin das Tribunal Supérieur zuständig.
Stand: 2008
Inhaltliche Charakterisierung: Einige der Unterlagen stammen aus den Büros der damaligen Verteidiger Dr. Kurt Behling (Berlin) und Prof. Dr. Carl Haensel (Freiburg), zwei weitere Aktenbände von der Sekretärin der Verteidigung, Lisa Frank (Rastatt). Im einzelnen handelt es sich um: Allgemeine Unterlagen, u. a. fotokopierte Namenskartei von Gefangenen der Strafanstalt Wittlich 1946-1954 (7), Prozeß gegen Wachmannschaften des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof 1946-1949 (1), Prozeß gegen Wachmannschaften des Konzentrationslagers Ravensbrück 1950 (1), Prozeß gegen den Industriellen Hermann Röchling u. a. 1948-1949 (6).
Erschließungszustand: Online-Findmittel (2006)
Umfang, Erläuterung: 15
Zitierweise: BArch ALLPROZ 10/...
16 Aufbewahrungseinheiten; 0,3 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Literatur: Yveline Pendaries, Les procès de Rastatt (1946-1954). Le jugement des crimes de guerre en zone francaise d'occupation en Allemagne. Bern, Berlin 1995
Gerhard Seibold, Röchling. Kontinuität im Wandel, Stuttgart 2000
Gerhard Seibold, Röchling. Kontinuität im Wandel, Stuttgart 2000
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 10:58 MESZ