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Gutsarchiv Salsitz (Bestand)
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Hinweis: Der Bestand enthält Archivgut, das personenbezogenen Schutzfristen gemäß § 10 Abs. 3 Satz 2 ArchG LSA unterliegt und bis zu deren Ablauf nur im Wege einer Schutzfristenverkürzung gemäß § 10 Abs. 4 Satz 2 ArchG LSA oder eines Informationszuganges gemäß § 10 Abs. 4a ArchG LSA zugänglich ist.
Findhilfsmittel: Findbuch von 2005 (online recherchierbar)
Registraturbildner: Salsitz ist Teil der Gemeinde Kretzschau, Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt.
Salsitz gehörte zum Zubehör der Haynsburg, die schon im späten 12. Jahrhundert und endgültig 1305 im Besitz der Bischöfe von Naumburg war. Der 1466 nachweisbare bischöfliche Vogt markiert den Anfang der Entwicklung eines Stiftamtes Haynsburg, das 1792 im Amt Zeitz aufging. Als Teil des Hochstifts Naumburg, das 1564 kursächsisches Nebenland wurde und 1657–1718 als Herzogtum Sachsen-Zeitz nochmals Eigenständigkeit erlangte, fiel Salsitz 1815 an Preußen (Kreis Zeitz) und gehörte dort 1816–1945 zur Provinz Sachsen.
Mutmaßlich nach Salsitz benannte sich ein 1146 urkundlich erwähntes Dienstmannengeschlecht des Naumburger Bischofs, aus dem noch 1446 Hans von Salsitz vor Ort ansässig gewesen sein soll. 1483 werden Heinrich und Ulrich von Wolkau erwähnt, letzterer wurde 1507 in der Pfarrkirche von Salsitz beigesetzt. 1533 verkaufte Bernhard von Wolkau das Rittergut an Konrad von Atzendorf und dessen Sohn Romanus. Bis 1690 waren die von Atzendorf in direkter Erbfolge Besitzer des Gutes (bis 1572 Romanus, bis 1615 Balthasar, bis 1633 Bernhard, bis 1641 Hans Balthasar und Bernhard Dietrich, bis 1687 Adam und Bernhard August).
Danach fiel das Gut an deren Onkel Bernhard Dietrich von Atzendorf, der es 1690 an Wolf Georg von Creutz, den Ehemann der Witwe des Adam von Atzendorf, verkaufte. Dessen Erben verkauften das Rittergut an den Freiherrn und späteren Reichsgrafen Bernhard von Zech, der folgend mit dem unter Sequester stehenden Gut belehnt wurde. Bernhard von Zech erwirkte 1743 ein kurfürstliches Reskript, wodurch das Rittergut ein Allodialbesitz zur freien Disposition, jedoch unter Vorbehalt der jeweiligen Lehnsbefolgung wurde. Zudem erhielt das Gut die Schriftsässigkeit, die Obergerichtsbarkeit über sämtliche zum Gut gehörigen Untertanen sowie das Jus Patronatus.
Nach dem Tod des Bernhard von Zech 1748 fiel das Gut testamentarisch verfügt an seinen Enkel Carl Bernhard von Ende, für den es bis zur Erreichung der Volljährigkeit dessen Vater Carl Gottlob verwaltete. 1784 kaufte die verwitwete Charlotte Johanna von Holleufer, geborene von Krosigk, das Rittergut.
Nach ihrem Tod gelangte es an ihren Sohn Heinrich Friedrich von Holleufer, der es 1814 in öffentlicher Zwangsversteigerung an die Brüder Johann Friedrich August und Johann Gotthelf Gottlob Winckler verlor. August Winckler zog mit seiner Familie nach Salsitz und war nach dem Tod des Bruders alleiniger Besitzer des Gutes. Ihm folgte sein Sohn Friedrich August Rudolf Winckler, bis zum Abschluss eines Gesellschaftsvertrages im Jahr 1860 gemeinsam mit seinem Bruder Georg Robert Theodor Winckler, dessen Söhne Johann Friedrich Otto Gotthelf und Paul Robert Ehrengott abermals gemeinsam das Gut besaßen, nachdem ihr Onkel kinderlos verstorben war. Aus dieser Besitzerfamilie erlangte Johann Friedrich Winckler als Parteivorsitzender der DNVP und Präses der altpreußischen Generalsynode Bedeutung. Er verstarb 1943 auf Gut Salsitz, das bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 in Familienbesitz blieb.
Bei dem 1743 schriftsässigen Rittergut lag 1827 die Patrimonialgerichtsbarkeit über den größeren Teil von Salsitz sowie seit 1719 das landesherrliche Pfarrpatronat.
Bestandsinformationen: Das Gutsarchiv Salsitz wurde 1947 im Zuge der Bodenreform enteignet. Die Verwahrung erfolgte zunächst im Naumburger Domstiftsarchiv, anschließend im Kreisarchiv Zeitz. 1950 wurde der unverzeichnete Bestand an das Landesarchiv Merseburg überführt.
Seit 1967 befindet es sich in der Zuständigkeit der heutigen Abteilung Magdeburg des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt, Standort Wernigerode.
In den Jahren 1990–1993 wurde der nunmehrige Bestand H 197 Gutsarchiv Salsitz mittels einer Findkartei erschlossen und die Besitzgeschichte erstellt.
Die vorhandene Findkartei wurde 2005 in eine Access-Datenbank retrokonvertiert und der Bestand zugleich revisioniert. In diesem Zusammenhang wurde auch ein nachträglich entdeckter, unverzeichneter Teil des Bestandes erschlossen und in die bereits bestehende Klassifikation integriert.
Im August 2013 erfolgte die Migration der Access-Datenbank in das vorhandene Archivierungssystem.
Im Oktober 2013 wurden 11 Akten (Nr. 291-301) im Umfang von 0,20 laufenden Metern den Bestand H 4 Falkenstein-Meisdorf unter den Signaturen 4405-4415 provenienzmäßig zugeordnet.
Nach Abschluss eines Depositalvertrages wurden durch den Eigentümer des Bestandes als Ergänzung des Depositums 0,02 lfm übergegeben. Diese tragen nunmehr die Nummern 319-333.
Der Bestand wird auf Grundlage eines 2013 geschlossenen Vertrages als Depositum im Landesarchiv Sachsen-Anhalt verwahrt.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts, 20), Magdeburg 2012.
Schuster, Dieter: Aus der Heimatgeschichte. Salsitz - 850 Jahre (1146–1996), Zeitz 1996.
Schumann, August: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen, Bd. 10, Zwickau 1825.
Winkler, Johann Friedrich Otto Gotthelf: Chronik der Familie Winkler, 4. Buch: Aus der Vergangenheit von Salsitz, 1935 (LHASA, MS Spl. 97d).
Hinweise auf weitere Bestände:
A 29d Konsistorium Naumburg-Zeitz
A 30b Bistum Naumburg und Fürstentum Zeitz
A 35 Oberlandesgericht Naumburg
C 20 V Generalkommission/Landeskulturamt Merseburg
D 18 Amt Haynsburg
D 55 Amt Zeitz
Laufmeter: 3
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.