Briefwechsel des Markgrafen Wilhelm Ludwig von Baden mit seiner Gemahlin Wilhelmine Christine von Seldeneck (4)
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E 29/VIII Nr. 56
E 29/VIII Familienarchiv von Tucher/Jüngere Linie/Leitheimer Zweig
Familienarchiv von Tucher/Jüngere Linie/Leitheimer Zweig
20.02.1781 - 15.03.1781
Enthält:
1781 Februar 20: Brief des Markgrafen Wilhelm Ludwig aus Den Haag an seine Frau Wilhelmine Christine (wohl in Karlsruhe).
Anbei Holländische Zeitungen, welche Nachrichten über den Frieden enthalten. Russischer Kurier mit Depeschen nach London erwähnt. Der Frau war etwas von einem Sturm bekannt geworden: Dieser hat eine Schiff der englischen Ostindienkompanie, das von Madras angekommen war, vom Anker gerissen und bei Nordwyk auf Grund laufen lassen. Von 130 Seelen sind 114 gerettet, darunter drei Kinder und deren Begleiterinnen, nämlich 2 Mohrinnen, deren eine schwanger ist. Die Rettung betrieb der Stadthalter und die Geretteten sind bei Generaladjutant Oberst von Bending untergebracht - das ist der Bending, so ein mahl in gefahr war von denen Wilden in Amerika gespeist zu werden. Tochter Louise hat sich für das Eau de Cologne schriftlich bedankt.
1781 Febaruar 22: Brief des Markgrafen Wilhelm Ludwig aus Den Haag an seine Frau Wilhelmine Christine.
Hat einen Brief, bezeichnet N°. 5, erhalten. Bezüglich des Sohnes Wilhelm (Ludwig) wird noch nach einer geeigneten Stellung gesucht (s. Nr. 55). Hofft, dass die Aderlässe bei der Adressatin Linderung ihres Hustens bewirkt haben.
1781 Februar 26: Brief des Markgrafen Wilhelm Ludwig aus Den Haag an seine Frau Wilhelmine Christine.
Schreiber musste gestern Abend erfahren, dass die Ärzte der Adressatin wegen Seitenstechens 12 Unzen Blut abgenommen hatten. Adressatin hat aber gleichzeitig versichert, sie sei nun auf dem Weg der Besserung. Weiterhin Sorge um eine geeignete Unterbringung des Sohnes. Dem Bruder (Markgraf Karl Friedrich) schrieb Wilhelm Ludwig, dass 2500 Virginianer und 4000 Andere die Armee der Amerikaner verlassen, und wohl das Gewehr weggeworfen haben.
1781 März 1: Brief des Markgrafen Wilhelm Ludwig aus Den Haag an seine Frau Wilhelmine Christine.
Schreiber ist froh über die Genesung der Adressatin, will am Liebsten mit ihr auf dem Kanapee sitzen, Händchen halten und schwetzen, wie die Germanen, der alte der Ehrlich deutsche. Der Sohn ist auch wieder beruhigt; er ist seit der Abreise gewachsen und reicht dem Vater nun bis zur Unterlippe.Hier ist alles sehr teuer und das werthe Seltzer Wasser ist mit keinem Geld zu bezahlen. Nachricht über Landtruppen für Amerika. Fürst Gallizin, der russische Botschafter, hat ein Memoir von seinem Hof erhalten, das Schreiber sich besorgen will, um es seinem Bruder schicken zu können. Grüße an beide (!) Töchter.
1781 März 13: Brief des Markgrafen Wilhelm Ludwig aus Den Haag an seine Frau Wilhelmine Christine.
Die Truppen werden wohl nicht aufgestockt werden. Samen wurde besorgt. Grapp (= Krapp) erwähnt.
1781 März 15: Brief des Markgrafen Wilhelm Ludwig aus Den Haag an seine Frau Wilhelmine Christine.
Schreiber denkt schon an die Heimkehr. Fragen, ob zu Hause ein Bataillon zu einem Regiment gezogen werde, welches dann zum Hausregiment des Schreibers gemacht werden könnte. Gespräche mit Oberst von Gensau wegen der Unterbringung des Sohnes. 3 bis 4000 Gulden dafür auszugeben ist Schreiber aber nicht gewillt.
P.S.: Der Samen und die Bäume wurden bzw. werden mit dem Postwagen versandt. Reynsburger Blumenkohlsamen erwähnt.
1781 Februar 20: Brief des Markgrafen Wilhelm Ludwig aus Den Haag an seine Frau Wilhelmine Christine (wohl in Karlsruhe).
Anbei Holländische Zeitungen, welche Nachrichten über den Frieden enthalten. Russischer Kurier mit Depeschen nach London erwähnt. Der Frau war etwas von einem Sturm bekannt geworden: Dieser hat eine Schiff der englischen Ostindienkompanie, das von Madras angekommen war, vom Anker gerissen und bei Nordwyk auf Grund laufen lassen. Von 130 Seelen sind 114 gerettet, darunter drei Kinder und deren Begleiterinnen, nämlich 2 Mohrinnen, deren eine schwanger ist. Die Rettung betrieb der Stadthalter und die Geretteten sind bei Generaladjutant Oberst von Bending untergebracht - das ist der Bending, so ein mahl in gefahr war von denen Wilden in Amerika gespeist zu werden. Tochter Louise hat sich für das Eau de Cologne schriftlich bedankt.
1781 Febaruar 22: Brief des Markgrafen Wilhelm Ludwig aus Den Haag an seine Frau Wilhelmine Christine.
Hat einen Brief, bezeichnet N°. 5, erhalten. Bezüglich des Sohnes Wilhelm (Ludwig) wird noch nach einer geeigneten Stellung gesucht (s. Nr. 55). Hofft, dass die Aderlässe bei der Adressatin Linderung ihres Hustens bewirkt haben.
1781 Februar 26: Brief des Markgrafen Wilhelm Ludwig aus Den Haag an seine Frau Wilhelmine Christine.
Schreiber musste gestern Abend erfahren, dass die Ärzte der Adressatin wegen Seitenstechens 12 Unzen Blut abgenommen hatten. Adressatin hat aber gleichzeitig versichert, sie sei nun auf dem Weg der Besserung. Weiterhin Sorge um eine geeignete Unterbringung des Sohnes. Dem Bruder (Markgraf Karl Friedrich) schrieb Wilhelm Ludwig, dass 2500 Virginianer und 4000 Andere die Armee der Amerikaner verlassen, und wohl das Gewehr weggeworfen haben.
1781 März 1: Brief des Markgrafen Wilhelm Ludwig aus Den Haag an seine Frau Wilhelmine Christine.
Schreiber ist froh über die Genesung der Adressatin, will am Liebsten mit ihr auf dem Kanapee sitzen, Händchen halten und schwetzen, wie die Germanen, der alte der Ehrlich deutsche. Der Sohn ist auch wieder beruhigt; er ist seit der Abreise gewachsen und reicht dem Vater nun bis zur Unterlippe.Hier ist alles sehr teuer und das werthe Seltzer Wasser ist mit keinem Geld zu bezahlen. Nachricht über Landtruppen für Amerika. Fürst Gallizin, der russische Botschafter, hat ein Memoir von seinem Hof erhalten, das Schreiber sich besorgen will, um es seinem Bruder schicken zu können. Grüße an beide (!) Töchter.
1781 März 13: Brief des Markgrafen Wilhelm Ludwig aus Den Haag an seine Frau Wilhelmine Christine.
Die Truppen werden wohl nicht aufgestockt werden. Samen wurde besorgt. Grapp (= Krapp) erwähnt.
1781 März 15: Brief des Markgrafen Wilhelm Ludwig aus Den Haag an seine Frau Wilhelmine Christine.
Schreiber denkt schon an die Heimkehr. Fragen, ob zu Hause ein Bataillon zu einem Regiment gezogen werde, welches dann zum Hausregiment des Schreibers gemacht werden könnte. Gespräche mit Oberst von Gensau wegen der Unterbringung des Sohnes. 3 bis 4000 Gulden dafür auszugeben ist Schreiber aber nicht gewillt.
P.S.: Der Samen und die Bäume wurden bzw. werden mit dem Postwagen versandt. Reynsburger Blumenkohlsamen erwähnt.
Umfang/Beschreibung: 6 Prod
Archivale
Bemerkungen: Die Briefe der Ehefrau in Nr. 65 und 66
Indexbegriff Person: Bending, N Oberst von
Indexbegriff Person: Galizin, N Fürst von
Indexbegriff Person: Gensau, N Oberst von
Indexbegriff Person: Karl Friedrich, Markgraf von Baden
Indexbegriff Person: Seldeneck, Adele (?) von (Tochter des Markgrafen Wilhelm Ludwig)
Indexbegriff Person: Seldeneck, Wilhelm Ludwig von
Indexbegriff Person: Seldeneck, Wilhelmine Christine von - geb Schortmann
Indexbegriff Person: Seldeneck, Wilhelmine Louise von
Indexbegriff Person: Wilhelm Ludwig Markgraf von Baden
Indexbegriff Person: Bending, N Oberst von
Indexbegriff Person: Galizin, N Fürst von
Indexbegriff Person: Gensau, N Oberst von
Indexbegriff Person: Karl Friedrich, Markgraf von Baden
Indexbegriff Person: Seldeneck, Adele (?) von (Tochter des Markgrafen Wilhelm Ludwig)
Indexbegriff Person: Seldeneck, Wilhelm Ludwig von
Indexbegriff Person: Seldeneck, Wilhelmine Christine von - geb Schortmann
Indexbegriff Person: Seldeneck, Wilhelmine Louise von
Indexbegriff Person: Wilhelm Ludwig Markgraf von Baden
Amerika
Den Haag
Holland
Karlsruhe
London
Madras
Nordamerika
Nordwijk
Reinsburg
Russland
Virginia
Markgraf, Baden
Briefwechsel Wilhelm Ludwig von Baden
Zeitungen, holländische
Friede
Kurier, russischer
Depesche
Sturm
Schiffsunglück
Ostindische Kompanie
Schiffbrüchige
Seenot
Stadthalter
Generaladjutant
Oberst
Kinder geretter
Dienerin
Schwangerschaft
Indianer
Eau de Cologne
Dank
Stellungssuche
Aderlass
Husten
Seitenstechen
Genesung
Deserteure
Truppen, Amerikanische
Kanapee
Germanen
Deutsche, alte
Entwicklung, körperliche
Kosten
Selzer Wasser (= Selters)
Mineralwasser
Selterswasser
Fürst
Botschafter russischer
Truppenaufstockung
Samen
Krapp (Färberröte)
Reiseplan
Bataillon
Regiment
Hausregiment
Samen versandt
Bäume versandt
Postwagen
Blumenkohlsamen
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:00 MESZ
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