Kurfürst Philipp von der Pfalz entscheidet in Streitigkeiten zwischen Graf Bernhard zu Eberstein dem Älteren einer- und Kraft von Großweier (Crostwyler) andererseits, nachdem ihm dies von einer kaiserlichen Kommission befohlen wurde. Streitsache ist ein Lehen, das der Graf dem Adam von Großweier (Krostwiler) und dessen Mannlehenserben nach dem Tod von Georg (Jorg) Zipolt und dessen Ehefrau Bärbel (Barbeln) zu leihen zugesagt und verschrieben hat. Entschieden wird, dass der Graf von Eberstein das Lehen verleihen soll; die Nutzung seit dem Tod von Georg und seiner Ehefrau bis heute, St. Remigius [= 1.10.], darf er behalten beziehungsweise noch einbringen. Dann soll er darauf für sich und seine Erben die Verschreibung ausstellen. Wenn Kraft von Großweier das Lehen nicht persönlich in Empfang nimmt, soll der Graf von Eberstein es seinem geschickten Vertreter leihen und von diesem Gelübde, Eid und Revers entgegennehmen. Beider Seiten Anwälte, nämlich Philipp von Seldeneck, Erbküchenmeister, für Kraft sowie Lorenz Wagenleiter für den Grafen haben die Einhaltung zugesichert.
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Kurfürst Philipp von der Pfalz entscheidet in Streitigkeiten zwischen Graf Bernhard zu Eberstein dem Älteren einer- und Kraft von Großweier (Crostwyler) andererseits, nachdem ihm dies von einer kaiserlichen Kommission befohlen wurde. Streitsache ist ein Lehen, das der Graf dem Adam von Großweier (Krostwiler) und dessen Mannlehenserben nach dem Tod von Georg (Jorg) Zipolt und dessen Ehefrau Bärbel (Barbeln) zu leihen zugesagt und verschrieben hat. Entschieden wird, dass der Graf von Eberstein das Lehen verleihen soll; die Nutzung seit dem Tod von Georg und seiner Ehefrau bis heute, St. Remigius [= 1.10.], darf er behalten beziehungsweise noch einbringen. Dann soll er darauf für sich und seine Erben die Verschreibung ausstellen. Wenn Kraft von Großweier das Lehen nicht persönlich in Empfang nimmt, soll der Graf von Eberstein es seinem geschickten Vertreter leihen und von diesem Gelübde, Eid und Revers entgegennehmen. Beider Seiten Anwälte, nämlich Philipp von Seldeneck, Erbküchenmeister, für Kraft sowie Lorenz Wagenleiter für den Grafen haben die Einhaltung zugesichert.
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 44 Nr. 3493
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 44 Lehen- und Adelsarchiv
Lehen- und Adelsarchiv >> Urkunden (Online-Präsentation "Urkunden der Pfalzgrafen bei Rhein zwischen 1449 und 1508")
1488 Oktober 1 (uff mitwoch nach Michaelis)
20,0 x 37,8 (Plica umgeschlagen) (Höhe x Breite)
Urkunden
Ausstellungsort: Heidelberg
Siegler: Kurfürst Philipp von der Pfalz
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: anhängendes Sekretsiegel, leicht beschädigt
Siegler: Kurfürst Philipp von der Pfalz
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: anhängendes Sekretsiegel, leicht beschädigt
Abschrift: GLAK 67 Nr. 829, fol. 368v-369r (Nr. 292).
Bärbel; Frau des Jörg Ziepold, 1488 tot
Eberstein, Bernhard II. von, d. Ä.; Graf, Viztum zu Amberg, 1430-1502
Großweier, Adam von; erw. 1446
Großweier, Kraft von; 1488
Wagenleiter, Lorenz; Anwalt für Bernhard von Eberstein, erw. 1488
Ziepold (Zipolt), Jörg; 1488 tot
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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