Notiz über eine Abmachung in Streitigkeiten zwischen Merglin Rastetter als Klägerin und Peter Spar (Sper/Spore) und Friedrich Eberhart. Merglin hatte gemeint, sie habe anstelle ihres verstorbenen Mannes Gerechtigkeiten am Erbe zu Böbingen (Bebingen), was Hans Rapp (+) hinterlassen hatte. Diesbezüglich hätten die pfalzgräflichen Räte im kleinen Rahmen (zu lutzel) geschlichtet und sie anzuhören verlangt. Nach dieser Anhörung befinden die Räte, dass Merglin kein Anrecht auf das Erbe hat, weshalb sie beide Streitparteien folgendermaßen vertragen: Peter und Friedrich sollen Merglin einen noch schuldigen Gulden erlassen und ihr zu den vier Malter Korn des früheren Entscheids noch zwei weitere Malter geben, sodass in drei Raten je zwei Malter Korn anfallen, nämlich jetzt, nach der Ernte und zu St. Michael [= 29.9.] oder St. Martin [= 11.11.]. Merglin verzichtet dafür auf ihre Forderungen an dem Erbfall des Hans Rapp. Als Räte werden genannt: Bischof Johann von Worms, Kanzler; Doktor Konrad Michaelis, Dekan des Stifts zu Heidelberg; Doktor Jakob von Ramung; Alexander Bellendörfer, Protonotar; Erasmus (Asmus) Münch, Landschreiber zu Heidelberg.
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Notiz über eine Abmachung in Streitigkeiten zwischen Merglin Rastetter als Klägerin und Peter Spar (Sper/Spore) und Friedrich Eberhart. Merglin hatte gemeint, sie habe anstelle ihres verstorbenen Mannes Gerechtigkeiten am Erbe zu Böbingen (Bebingen), was Hans Rapp (+) hinterlassen hatte. Diesbezüglich hätten die pfalzgräflichen Räte im kleinen Rahmen (zu lutzel) geschlichtet und sie anzuhören verlangt. Nach dieser Anhörung befinden die Räte, dass Merglin kein Anrecht auf das Erbe hat, weshalb sie beide Streitparteien folgendermaßen vertragen: Peter und Friedrich sollen Merglin einen noch schuldigen Gulden erlassen und ihr zu den vier Malter Korn des früheren Entscheids noch zwei weitere Malter geben, sodass in drei Raten je zwei Malter Korn anfallen, nämlich jetzt, nach der Ernte und zu St. Michael [= 29.9.] oder St. Martin [= 11.11.]. Merglin verzichtet dafür auf ihre Forderungen an dem Erbfall des Hans Rapp. Als Räte werden genannt: Bischof Johann von Worms, Kanzler; Doktor Konrad Michaelis, Dekan des Stifts zu Heidelberg; Doktor Jakob von Ramung; Alexander Bellendörfer, Protonotar; Erasmus (Asmus) Münch, Landschreiber zu Heidelberg.
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Nr. 829, 364
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Kopialbücher
Kopialbücher >> Weltliche Territorien und Herrschaften >> Kurpfalz >> Einzelne Pfalzgrafen und Kurfürsten >> Philipp >> Entscheide, Anlässe und Verträge I (Kurfürst Philipps von der Pfalz) >> Urkunden
1489 Juni 5 (uff fritag nach dem sontag exaudi)
fol. 462v
Urkunden
Ausstellungsort: Heidelberg
Von dem Zettel wurden zwei Exemplare als Kerbzettel ausgefertigt, wovon jede Partei eines aus der pfalzgräflichen Kanzlei erhielt. Kopfregest: "Vertrag zuschen Mergelin Rastettern und Peter Spore und Friderich Eberharten".
Eberhart, Friedrich; erw. 1488
Michaelis, Konrad; Doktor, Dekan des Heiliggeiststifts zu Heidelberg, erw. 1482, 1490
Münch (Monch, Monichen, Meinchen), Erasmus (Asmus), von Heilbronn; Landschreiber zu Heidelberg, erw. 1465, 1502
Ramung, Jakob von; Doktor, Beisitzer am kurpfälzischen Hofgericht, erw. 1489, 1495 tot
Rapp, Hans; zu Böbingen, 1488 tot
Rastetter, Merglin; zu Walldorf, erw. 1488, 1489
Spar, Peter; zu Walldorf, erw. 1488
Böbingen SÜW
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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