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Johann Dornheim, Kleriker der Mainzer Diözese, öffentlicher Notar
kaiserlicher Autorität, bekundet, dass Johann [von Merlau], Abt von
Fulda, Dekan...
Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1401-1410
1403 Juli 30
Ausfertigung, Pergament, Notarszeichen
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: Anno nativitatis eiusdem millesimo quadringentesimo tercio indictione undecima pontificatus sanctissimmi patris ac domini nostri domini Bonfatii divina providentia pape noni anno quartodecimo die penultima mensis Iulii hora tertiarum vel quasi in curia decanatus monasterii Fuldensis Herbipolensis diocesis et in quadam estuale aula eiusdem curie
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Johann Dornheim, Kleriker der Mainzer Diözese, öffentlicher Notar kaiserlicher Autorität, bekundet, dass Johann [von Merlau], Abt von Fulda, Dekan Giso, Kantor Graslock (Grasslacus), Kustos Konrad, Kellerer Berthold und die Mönche Trabatus von der Tann und Johann von Buchenau sowie Dekan Heinrich und Kustos Albert vom Kloster Frauenberg bei Fulda eine im Folgenden inserierte Appellation (appellationis papiri cedulam) an den Papst verfasst und ihm zur Ausfertigung eines Notariatsinstruments übergeben haben. Inserierte Appellation: Johann [von Merlau], Abt von Fulda, Dekan Giso, Kantor Graslock (Grasslocus), Kustos Konrad, Kellerer Berthold und die Mönche Trabatus von der Tann und Johann von Buchenau sowie Dekan Heinrich und Kustos Albert vom Kloster Frauenberg und alle Äbtissinen, Pröpste, Dekan, Prälaten, Kanoniker, Vikare, Altaristen, Konventualen und andere Geistliche unter der Herrschaft des Klosters Fulda beklagen vor dem Notar als öffentlicher Person und den genannten Zeugen, dass ihnen vor gerade sechs Tagen Johann [II. von Brunn], Bischof von Würzburg, bekannt gegeben hat, dass er unter Berufung auf ein Privileg für drei Jahre einen Zehnten von allen Einkünften aller Geistlichen der Diözese Würzburg, Äbten, Prioren, Pröpsten, Dekanen, Scholastern, Kantoren, Archidiakonen und anderen Prälaten und Weltgeistlichen und Regulierten aller Orden aus Stadt und Diözese, exemte und nicht exemte - aus Gewohnheit sind nur die Deutschordensritter ausgenommen - vom Papst erbeten und erhalten hat. Daraufhin hat der Bischof allen Geistlichen seiner Stadt und Diözese unter Androhung von Kirchenstrafen befohlen, binnen 24 Tagen nach Publikation des Zahlungsmandats in Würzburg den zehnten Teil aller ihrer Einkünfte eines Jahres aus Stadt und Diözese abzuliefern oder sich binnen sechs Tagen mit den ernannten Kollektoren zu einigen. Zuwiderhandelnde Einzelpersonen werden mit der Exkommunikation bestraft, Gemeinschaften mit Suspension und Interdikt belegt. Es wird die in der Diözese Würzburg allgemein bekannte desolate Finanzlage des Klosters Fulda mit Schulden in Höhe von mehr als 300000 Gulden, die der Abt in seiner Amtszeit nicht reduzieren konnte, einhergehend mit einer Verpfändung der Burgen, Städte und Besitzungen, geschildert. Die Verschuldung nahm in der Amtszeit durch allerlei Widrigkeiten, Verwüstung des Landes, Angriffe, Raub, Mord und Ausplünderung bis zur völligen Verarmung, insbesondere durch den Bischof von Würzburg, sogar noch zu. Daher scheinen die Forderungen des Bischofs besonders absurd zu sein. Sie legen beim Papst Bonifatius [IX.] eine Appellation gegen die allzu ungerechten Forderungen des Bischofs von Würzburg ein und bitten ihn inständig um Hilfe. Der Notar wird zur zielführenden Veränderung der Appellation ermächtigt. Ausstellungsort: Fulda. Notarszeichen. (siehe Abbildungen: Vorderseite, Rückseite)
Vermerke (Urkunde): Zeugen: Magister Heinrich Kleingedanck (Kleyngedanck), Pfarrer in Crainfeld und Rupert Wilden, Pfarrer in Greffenau [?]
Vermerke (Urkunde): Weitere Überlieferung: StaM, Kopiare Fulda: K 432, f. 114v
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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