Hübner, Friedrich (Bischof) (Bestand)
Show full titleLandeskirchliches Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland
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Landeskirchliches Archiv der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland (Archivtektonik) >> 5 Nachlässe, Handakten und personengeschichtliche Sammlungen
Bestandsbeschreibung: ChristophFriedrich Wilhelm Hübner wurde am 25.6.1911 in Bangalore, Indien geboren. Seine Eltern waren der Missionar und Pastor Ludwig Friedrich Hübner und seine Frau Elisabeth, eine geborene Jacobi. Hübner entschied sich, eine geistliche Laufbahn einzuschlagen. Er studierte Theologie in Bethel, Erlangen, Tübingen und in Kiel. Zu einem weiten Freundeskreis gehörten vor allem Paul Dahl, Reinhard Wester, Wilhelm Gertz. Durch sein Studium stand Hübner in Kontakt zur Bekennenden Kirche. Die Deutschen Christen (DC) waren in seinen Augen Zerstörer der evangelischen Kirche. Diese Position vertrat er mit aller Vehemenz. Mit gleicher Energie vertrat er allerdings seinen Eintritt in die SA im Juli des gleichen Jahres. Dass ein Teil seiner Lehrer ebenfalls in Parteiorganisationen eingetreten waren, mag eine Erklärung dieses Schrittes sein. 1934 legte Hübner sein erstes theologisches Examen ab, leistete bei dem Führer des Notbundes, Pastor und Privatdozenten Dr. Volkmar Herntrich in Kiel, und dann in Bethel ein Vikariat. In Bethel hatte Friedrich Hübner auch die Gelegenheit, Kontakt mit Bodelschwingh, Barth und Merz aufzunehmen. 1935 wurde Hübner von dem Hannoverschen Landesbischof Marahrens mit schleswig-holsteinischen Kandidaten der Bekennenden Kirche in Harburg ordiniert. Im gleichen Jahr wurde er bei Prof. D. Dr. Eilert in Erlangen über „Natürliche Theologie und theokratische Schwärmerei bei Melanchthon“ „magna cum laude“ promoviert, obwohl er als Vikar keine hohe Meinung von Eilert hatte. Die Ausbildungszeit war für Hübner und seine Mitvikare durch Ungewissheit geprägt. Lange war unklar, ob nicht die Kandidaten der DC bevorzugt behandelt würden. Überhaupt war die kirchliche Situation ungewiss. Das Predigerseminar mussten sie gegen ihren Willen verlassen, weil sie von der verfassten Kirche eine Absage an den Einfluss nationalsozialistischer Ideen gefordert hatten. Offiziell haben sie sich der landeskirchlichen Ordnung nicht gebeugt. Eine wissenschaftliche Laufbahn, die ihm angeboten wurde, lehnte er ab. Stattdessen ging er 1937 im Auftrag der Breklumer Missionsgesellschaft nach Indien. Die Zeit in Indien war für Hübner keine leichte, denn 1939 wurde er siebeneinhalb Jahre lange von den Briten interniert und von seiner Familie getrennt. Er aber nannte diese Zeit „seine schönste Studienzeit“, in der er „unbeschränkt und ungestört arbeiten und sich mit den verschiedensten Menschen unterhalten konnte“. Das war sein „ökumenisches Trainingslager“. Nach seiner Entlassung und der Rückkehr nach Deutschland 1947 leistete er zunächst Vertretungsdienst für die Breklumer Missionsgesellschaft und für die Landeskirche in Albersdorf / Holstein. Dann wurde er Pastor an St. Nicolai in Wyk auf Föhr bis 1950.
Doch bald darauf wechselte er in das Lutherische Kirchenamt der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) als Referent für theologische Grundsatzfragen nach Hannover. Mit Hübners Arbeit war zugleich die ökumenische Aufgabe verbunden, die Verbindung zu den lutherischen Kirchen in der Welt wieder neu zu suchen. Er baute z. B. den Ausschuss für Ökumene und den Missionsausschuss der VELKD auf. Verschiedene Ämter nahm er auch innerhalb des Lutherischen Weltbundes wahr. Mit dem Präsidenten Heinz Brunotte verband ihn eine lange Freundschaft. Ein neues Amt, das des Propsten von Stormarn, beendete 1962 die Arbeit in Hannover. 1964 wurde er in der Landeskirche Schleswig-Holsteins zum Bischof von Holstein gewählt, Amtssitz war Kiel.
Den Vorsitz der Kirchenleitung der von ihm maßgeblich mitbewirkten Gründung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche (NEK), legte er 1978 nieder, weil er den Beschluss der Synode, Mitarbeitern die von den Gewerkschaften ausgehandelten Tarifverträge zuzubilligen, nicht mittragen wollte. 1977 wurde er in der NEK als Bischof für den Sprengel Holstein-Lübeck ernannt. Bis zu seinem Ruhestand 1981 leitete er die Amtsgeschäfte von Kiel aus, obwohl sein Amtssitz nach Lübeck verlegt worden war. In Indien, im Bundesstaat Orissa, einer der ärmsten Gegenden, brachte er ein einmaliges, umfangreiches Aufforstungsprogramm auf den Weg. Auch ansonsten arbeitete er für seine Kirche und die Ökumene.
Am 6. Juni 1991, vor Vollendung seines 80. Lebensjahres, verstarb Friedrich Hübner nach langer Krankheit in Kiel.
Doch bald darauf wechselte er in das Lutherische Kirchenamt der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) als Referent für theologische Grundsatzfragen nach Hannover. Mit Hübners Arbeit war zugleich die ökumenische Aufgabe verbunden, die Verbindung zu den lutherischen Kirchen in der Welt wieder neu zu suchen. Er baute z. B. den Ausschuss für Ökumene und den Missionsausschuss der VELKD auf. Verschiedene Ämter nahm er auch innerhalb des Lutherischen Weltbundes wahr. Mit dem Präsidenten Heinz Brunotte verband ihn eine lange Freundschaft. Ein neues Amt, das des Propsten von Stormarn, beendete 1962 die Arbeit in Hannover. 1964 wurde er in der Landeskirche Schleswig-Holsteins zum Bischof von Holstein gewählt, Amtssitz war Kiel.
Den Vorsitz der Kirchenleitung der von ihm maßgeblich mitbewirkten Gründung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche (NEK), legte er 1978 nieder, weil er den Beschluss der Synode, Mitarbeitern die von den Gewerkschaften ausgehandelten Tarifverträge zuzubilligen, nicht mittragen wollte. 1977 wurde er in der NEK als Bischof für den Sprengel Holstein-Lübeck ernannt. Bis zu seinem Ruhestand 1981 leitete er die Amtsgeschäfte von Kiel aus, obwohl sein Amtssitz nach Lübeck verlegt worden war. In Indien, im Bundesstaat Orissa, einer der ärmsten Gegenden, brachte er ein einmaliges, umfangreiches Aufforstungsprogramm auf den Weg. Auch ansonsten arbeitete er für seine Kirche und die Ökumene.
Am 6. Juni 1991, vor Vollendung seines 80. Lebensjahres, verstarb Friedrich Hübner nach langer Krankheit in Kiel.
Archivbestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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