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Abbildung einer Zeichnung einer sadomasochistischen Szene
Contentwarnung: Darstellung von körperlicher Gewalt
Schwarz-Weiß-Fotografie einer Zeichnung, die vier Personen in einem Raum zeigt. In der Mitte der Szene steht eine Frau mit Rock, einer kurzärmeligen Bluse, einer Krawatte und langen Stiefeln. Vor ihr steht ein Stuhl, über dessen Sitzfläche bäuchlings eine Person in einem Matrosenanzug liegt. Die Frau hat diese hinten an der Hose gepackt und blickt nach rechts zu einer dort stehenden Person. Diese ist von hinten abgebildet und ist außer einem Matrosenoberteil, Kniestrümpfen und Schuhen unbekleidet. In der Hand hält sie ein Schulheft. Links im Bild auf einer Bettkante sitzt eine weitere Frau, den Kopf in die Hand gestützt. Sie trägt einen Rock, eine Bluse, Strumpfhosen und Halbschuhe mit hohen Absätzen.
Mittig an der unteren Kante des Bildes steht handschriftlich: „Strenge Hauszucht“. In der rechten, unteren Ecke steht, ebenfalls handschriftlich: „Spannen d. Hosen“.
Kontext:
Die Abbildung, die in der Publikation des Kriminalisten Wilhelm Polzer „Sexuellperverse“ abgedruckt wurde, erhält dort nur in der mitgelieferten Bildunterschrift eine Kontextualisierung. Demnach handelt es sich bei der Zeichnung um die „Wunschvorstellung“ eines „Infantilen“.
Laut des Sexualwissenschaftlers Magnus Hirschfeld existiert der Infantilismus in verschiedenen Ausprägungen: „Genitaler Infantilismus“ („Zurückbleiben der Genitalien auf kindlicher Stufe“), „körperlicher Infantilismus“ (ungewöhnlich jugendliches Aussehen), „psychischer Infantilismus" (Beibehaltung der „seelischen Art“ eines Kindes, hierunter fällt auch der „Zisvestismus“, das Tragen von Kinderkleidung im Erwachsenenalter) und der „psychosexuelle Infantilismus“, worunter auch die Pädophilie gefasst wird, der mit den Mitteln der forensischen Psychiatrie zu begegnen sei (vgl. Hirschfeld, Magnus (1917): Sexualpathologie. Ein Lehrbuch für Ärzte und Studierende. Erster Teil. Geschlechtliche Entwicklungsstörungen mit besonderer Berücksichtigung der Onanie, A. Marcus & E. Webers, S. 29–65)