Anspruch auf das „ius collectandi“ in der Unterherrschaft Neurath und damit Anspruch auf Steuerzahlung für 17,5 Morgen Land. Das Kloster hatte gegen Ende des 17. Jahrhunderts ein Gut zur Kaulen (Erzstift Köln, Amt Liedberg, Dingstuhl Frimmersdorf) von dem verschuldeten Eigentümer von Bock erworben und dort verschiedene „dismembrationes“ (Parzellierung von Grundstücken) und „alienationes“ rückgängig gemacht. Später erwarb das Kloster auch „nabotische“ Weinberge. Das Gut lag z. T. in der Herrschaft Bedburg-Reifferscheid, den jül. Ämtern Kaster und Grevenbroich und der jül. Unterherrschaft Neurath. Die umstrittenen 17,5 Morgen lagen in der Herrschaft Neurath. Nach Darstellung der Appellanten hat das Kloster einige Jahre nach dem Erwerb des Guts eine „limiten-irrung ... ausgestreuet“, um das Land der jül. Botmäßigkeit und schließlich auch der Steuerbarkeit zu entziehen. Die Appellanten klagen darüber, daß sie durch die köln.-jül. Grenzstreitigkeiten in ihrer Umgebung stark beeinträchtigt werden. Bei Gericht in Düsseldorf gelang es dann dem Kloster zu beweisen, daß die 17,5 Morgen „ein appertinens der metrocomie oder hauptguths zur Kauhlen, folgends auch eins mit demselben frey und nicht stewrbahr, weder auch schatzbahr wäre“.
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Anspruch auf das „ius collectandi“ in der Unterherrschaft Neurath und damit Anspruch auf Steuerzahlung für 17,5 Morgen Land. Das Kloster hatte gegen Ende des 17. Jahrhunderts ein Gut zur Kaulen (Erzstift Köln, Amt Liedberg, Dingstuhl Frimmersdorf) von dem verschuldeten Eigentümer von Bock erworben und dort verschiedene „dismembrationes“ (Parzellierung von Grundstücken) und „alienationes“ rückgängig gemacht. Später erwarb das Kloster auch „nabotische“ Weinberge. Das Gut lag z. T. in der Herrschaft Bedburg-Reifferscheid, den jül. Ämtern Kaster und Grevenbroich und der jül. Unterherrschaft Neurath. Die umstrittenen 17,5 Morgen lagen in der Herrschaft Neurath. Nach Darstellung der Appellanten hat das Kloster einige Jahre nach dem Erwerb des Guts eine „limiten-irrung ... ausgestreuet“, um das Land der jül. Botmäßigkeit und schließlich auch der Steuerbarkeit zu entziehen. Die Appellanten klagen darüber, daß sie durch die köln.-jül. Grenzstreitigkeiten in ihrer Umgebung stark beeinträchtigt werden. Bei Gericht in Düsseldorf gelang es dann dem Kloster zu beweisen, daß die 17,5 Morgen „ein appertinens der metrocomie oder hauptguths zur Kauhlen, folgends auch eins mit demselben frey und nicht stewrbahr, weder auch schatzbahr wäre“.
AA 0627, 4106 - N 390/1098
AA 0627 Reichskammergericht, Teil VI: M-O
Reichskammergericht, Teil VI: M-O >> 2. Buchstabe N
1730 - 1754 (1572 - 1757)
Enthaeltvermerke: Kläger: Vogt und Schöffen der jül. Unterherrschaft Neurath (Hzm. Jülich, Amt und Kr. Grevenbroich), (Bekl.) Beklagter: Leonhard Jansen, Abt des Klosters Knechtsteden (Erzstift Köln, Amt Hülchrath und Erprath; Kr. Grevenbroich), (Kl.) Prokuratoren (Kl..): Lic. Wilhelm Maximilian Brack (1730) 1731 - Subst.: Dr. Johann Eberhard Frech - Subst.: Dr. Heinrich Wilhelm Clarwasser 1757 Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Christian Wigandt 1730 - Subst.: Lic. Johann Konrad Helffrich - Lic. Johann Melchior Deuren 1732 - Subst.: Lic. A. J. Stephani - Lic. Johann Wilhelm Weylach 1743 - Subst.: Lic. Johann Werner Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Jül.-berg. Geheimer Rat zu Düsseldorf 1727 - 2. RKG 1730 - 1754 (1572 - 1757) Beweismittel: Bd. I: Düsseldorfer Urteile im Streit um Steuern zwischen den Kontrahenten 14. April 1704, 20. Feb. 1706 (Q 8f.). Inventarium actorum Neurath gegen Knechtsteden (Q 11). Botenlohnschein (Q 15). Bd. II: Abschriften von älteren Prozessen ab 1702, darin: Steuerberechnungen für die 17,5 Morgen (28). Steuerzettel von 1648 (52 - 60). Auszüge aus dem Neurather Steuerbuch 1687 - 1699 (70 - 78). Designatio expensarum (187 - 199). Zeugenaussagen (224 - 279). Kaufbrief des Philipp Deutsch von der Kaulen und seiner Frau Catharina von Calenberg über das dem Erzbischof von Köln lehnrührige Gut zur Kaulen mit 30 Morgen Artland 1. Okt. 1572 (283 - 295) und weitere Kaufbriefe über Land in der Herrschaft Neurath und Umgebung (295 - 306). Bd. III: z. T. dieselben Beweismittel wie in II. Inventarium actorum (399f., 647 - 649). Steuerberechnung für das umstrittene Land (428). Angaben über Steuern 1687 - 1699 (468 - 477 und öfter). Beschreibung: 3 Bde., 23 cm, 1195 Bl.; Bd. I: 137 Bl., lose; Q 1 - 24 außer 22 und 23, 7 Beilagen; Bd. II: 386 Bl., gebunden; Q 22; Bd. III: Bl. 387 - 1058, gebunden; Q 23.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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11.05.2026, 9:23 AM CEST