Abt Rotger zu Grafschaft und der Kellner Heinrich Steinhoff protestieren gegen 12 Uhr mittags in Schmallenberg zwischen dem Steinhause und der Zehntscheune stehend im Beisein der Bürgermeister Hinrich Kremer und Rotger Kephas und des Rechenmanns Thomas Swarthenne, wobei sie mit den Fingern auf einen zwischen der Niedern Pforte und der Zehntscheune in verdorbenem Stroh stehenden ledigen Schlitten zeigen. Sie legen mit lauter Stimme dar, das Kloster Grafschaft besäße einen Zehnten vor und um Schmallenberg. Diesen hätten sie auf ihre Kosten in der Zehntscheuer zusammengebracht. Vor einigen Tagen hätte der Kellner den Schlitten mit ungedroschenem Roggen beladen, um diesen nach Grafschaft fahren und dort ausdreschen zu lassen. Die Schmallenberger hätten das aber mit Gewalt verwehrt, indem sie die Pforten geschlossen und mit bewaffneter Hand verwahrt hätten. So sei der Schlitten im Nassen zwischen Zehntscheuer und Niederster Pforte stehen geblieben und der Roggen zum Teil von den Schweinen und anderen Tieren gefressen, der Rest verdorben, obwohl der Kellner etliche Mal den Bürgermeister aufgefordert habe, den Roggen verwahren zu lassen. Trotz eines Befehls der Amtsleute von Virmunden sei das Kloster auch ein zweites Mal daran gehindert worden, als es mit Pferd und Wagen den Zehnt holen wollte. Zeugen: Mant Koster zu Wormbach, Tilman Rechardes zu Fleckenberg und Hans Siuerdes von Grafschaft.

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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Westfalen
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