Weihnachtsgeschenke auf Pump - Und ewig lockt die Schuldenfalle
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/023 R120118/204
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/023 Fernsehsendungen von SWR Fernsehen aus dem Jahre 2012
Fernsehsendungen von SWR Fernsehen aus dem Jahre 2012 >> Unterlagen
6. Dezember 2012
Jeder zehnte Deutsche ist überschuldet, die Betroffenen werden immer jünger. "Mehr private Insolvenzen" meldet dieses Jahr der Landkreis Rastatt. "Trotz guter Konjunktur nimmt die Zahl der verschuldeten Haushalte im Ortenaukreis nicht ab", meldete das "Offenburger Tageblatt". "Heilbronn liegt bei Privatinsolvenzen an der Spitze im Land", titelte die "Heilbronner Stimme". Und die "Stuttgarter Nachrichten": "Schüler tappen oft in die Schuldenfalle".
"Überschuldet" zu sein bedeutet, es besteht keine Chance, die Schulden zurück zahlen zu können. Mittlerweile ist mehr als ein Viertel der überschuldeten Bundesbürger jünger als 30 Jahre. Vor allem in Großstädten übernehmen sich viele finanziell. Pro Tag geben die Bundesbürger 81 Millionen Euro über Internetkäufe aus. Viel zu schnell werde der "Kaufen"-Knopf im Internet-Portal gedrückt. Und das hat zu einer bemerkenswerten Entwicklung geführt. Arbeitslos zu sein ist inzwischen weit seltener die Ursache dafür, überschuldet zu sein. Es ist das "Kaufen wollen", das zur neuen Überschuldungsursache geworden ist. Weil es zur Lebenseinstellung geworden ist: "Wieso zahlen, komm, stress mich nicht mit so was".
Wenn dann gar nichts mehr geht, bleibt der Gang in die "Privatinsolvenz". Damit soll Schuldnern ein Weg zum Neuanfang geebnet werden. Rund 130.000 Privatpersonen machen das pro Jahr bundesweit. Sechs Jahre lang bedeutet das: Was zu pfänden ist, wird zugunsten der Gläubiger verkauft. Der Schuldner hat keinen Zugriff mehr auf Vermögen und Einkommen. Wenn er in dieser sogenannten "Wohlverhaltensphase" mindestens 25 Prozent der Forderungen zurückzahlt, wird ihm der große Rest der Schulden erlassen.
Das könnte bald schon in drei Jahren, also in halber Zeit, über die Bühne gehen. Das plant die Bundesregierung. Schuldnerberater halten den Entwurf für wirklichkeitsfremd und ein "Luxusinsolvenzgesetz". Denn kaum jemand schaffe es in bereits drei Jahren, ein Viertel seiner Schulden zurückzuzahlen. Andere Kritiker befürchten dagegen, dass es nicht verantwortbar sei, wenn sich innerhalb dreier Jahre jemand von drei Vierteln seiner Schulden befreien könne. Handwerkerbetriebe würden so Gefahr laufen, noch häufiger auf offenen Rechnungen sitzen zu bleiben.
Zu Gast im Studio: Marion Kremer, Vizepräsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Inkasso-Unternehmen
"Überschuldet" zu sein bedeutet, es besteht keine Chance, die Schulden zurück zahlen zu können. Mittlerweile ist mehr als ein Viertel der überschuldeten Bundesbürger jünger als 30 Jahre. Vor allem in Großstädten übernehmen sich viele finanziell. Pro Tag geben die Bundesbürger 81 Millionen Euro über Internetkäufe aus. Viel zu schnell werde der "Kaufen"-Knopf im Internet-Portal gedrückt. Und das hat zu einer bemerkenswerten Entwicklung geführt. Arbeitslos zu sein ist inzwischen weit seltener die Ursache dafür, überschuldet zu sein. Es ist das "Kaufen wollen", das zur neuen Überschuldungsursache geworden ist. Weil es zur Lebenseinstellung geworden ist: "Wieso zahlen, komm, stress mich nicht mit so was".
Wenn dann gar nichts mehr geht, bleibt der Gang in die "Privatinsolvenz". Damit soll Schuldnern ein Weg zum Neuanfang geebnet werden. Rund 130.000 Privatpersonen machen das pro Jahr bundesweit. Sechs Jahre lang bedeutet das: Was zu pfänden ist, wird zugunsten der Gläubiger verkauft. Der Schuldner hat keinen Zugriff mehr auf Vermögen und Einkommen. Wenn er in dieser sogenannten "Wohlverhaltensphase" mindestens 25 Prozent der Forderungen zurückzahlt, wird ihm der große Rest der Schulden erlassen.
Das könnte bald schon in drei Jahren, also in halber Zeit, über die Bühne gehen. Das plant die Bundesregierung. Schuldnerberater halten den Entwurf für wirklichkeitsfremd und ein "Luxusinsolvenzgesetz". Denn kaum jemand schaffe es in bereits drei Jahren, ein Viertel seiner Schulden zurückzuzahlen. Andere Kritiker befürchten dagegen, dass es nicht verantwortbar sei, wenn sich innerhalb dreier Jahre jemand von drei Vierteln seiner Schulden befreien könne. Handwerkerbetriebe würden so Gefahr laufen, noch häufiger auf offenen Rechnungen sitzen zu bleiben.
Zu Gast im Studio: Marion Kremer, Vizepräsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Inkasso-Unternehmen
0'15
Audio-Visuelle Medien
Dörner, Jeanette
Kremer, Marion
Ruf, Peter
Insolvenzen
Schulden
Weihnachten; Geschenk
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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