Tholen, Peter Josef (Bestand)
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Best. 1834
Historisches Archiv der Stadt Köln (Archivtektonik) >> Nachlässe und Sammlungen >> Nachlässe, Partei-, Vereins-, Familienarchive >> Buchstabe T
Vorwort
Der vorliegende Bestand besteht ausschließlich aus Feldpostbriefen, die dem Historischen Archiv der Stadt Köln im Mai 2011 von Herrn Helmut Tholen übergeben wurde. Es sind die Briefe seiner Eltern. Ihre Korrespondenz ist sehr umfangreich. Das Familienleben der Familie Tholen wird deutlich mit ihren Alltagssorgen ausgelöst durch Luftangriffe und Probleme in der Kindererziehung im Kriegsalltag von 1939-1945 in Köln Bickendorf. Demgegenüber wird das Leben an der Front der Brüder Tholen in ihrer Sichtweise aus Frankreich, Russland, Lettland, Polen und München beschrieben.
Bemerkenswert ist der Briefwechsel zwischen dem Ehepaar Peter Josef und Magda Tholen, geb. Lüders und weiteren Familienmitgliedern.
Es handelt sich in diesem Bestand um typische Feldpostbriefe mit getarnter Adresse und einem ähnlichen Aufbau. Die Sammlung von Feldpostbriefen, Telegrammen und Karten hat einen Umfang von 12 Stehordnern.
Der Briefwechsel von Magda und Peter Josef Tholen ist gut nachvollziehbar, weil sie die erhaltenen Briefe des jeweiligen Briefpartners jeweils durchnummeriert haben und somit deutlich wird, wie schnell die Postzustellung funktionierte oder ob Briefe verzögert ankamen oder gar verloren gingen. Verwandtschaftsbeziehungen von Schreiber/in und Empfänger/in werden deutlich, auch im Hinblick auf die Art der Kommunikation.
Der Unterschied zwischen der Postversorgung über die Wehrmacht durch Angehörige und über die der Reichspost wird deutlich. Aufschriften auf Adressen der Briefe geben Hinweise auf die Übermittlungsform, bei der Feldpost hat das Kuvert keinen Stempel. Die Feldpost stellt ein Medium der Augenzeugen für die öffentliche Meinung sowie ein Messinstrument der Stimmung in der Truppe dar. Die Zensur durch eine bewusste Einflussnahme ist nicht direkt in diesem Bestand auszumachen, es wird nur durch die innere Zensur in der Weglassung von Berichten deutlich. Das Generalgouvernement war ab Mitte 1941-1944 ein großer Umschlagplatz für die vielfältigen Post- und Feldpostsendungen von und zu den Ostgebieten.
Der Beruf des Grabungstechnikers von Peter Josef Tholen wird an der Front nur am Rande deutlich durch von ihm angeforderte Fotomaterialien von zuhause und den Austausch über den Verbleib einzelner Kollegen/innen vom Rheinischen Landesmuseum Bonn.
Sein Vater, der Archäologe Peter Anton Tholen berichtet in seinen Briefen mehr über seine durchgeführten Ausgrabungen z.B. in Severin, die er anscheinend in den Kriegszeiten beruflich weiterführen kann.
Köln, Juni 2012
Lit.:- Gerald Lamprecht: Feldpost- und Kriegserlebnis, Briefe als historisch-biographische Quelle, 2001
- www.uni-graz.at/johannes.feichtinger/QK.pdf, Thema Quellenkritik und Feldpostbriefe (1. und 2. Weltkrieg), Stand 19.06.2012
-http.://www.eforum-zeitgeschichte.at/kilian.html, Der andere Krieg. Fragen an die Kriegsgeneration: Lebensdokumente aus der Zeit um den Zweiten Weltkrieg, Stand 19.06.2012
Der vorliegende Bestand besteht ausschließlich aus Feldpostbriefen, die dem Historischen Archiv der Stadt Köln im Mai 2011 von Herrn Helmut Tholen übergeben wurde. Es sind die Briefe seiner Eltern. Ihre Korrespondenz ist sehr umfangreich. Das Familienleben der Familie Tholen wird deutlich mit ihren Alltagssorgen ausgelöst durch Luftangriffe und Probleme in der Kindererziehung im Kriegsalltag von 1939-1945 in Köln Bickendorf. Demgegenüber wird das Leben an der Front der Brüder Tholen in ihrer Sichtweise aus Frankreich, Russland, Lettland, Polen und München beschrieben.
Bemerkenswert ist der Briefwechsel zwischen dem Ehepaar Peter Josef und Magda Tholen, geb. Lüders und weiteren Familienmitgliedern.
Es handelt sich in diesem Bestand um typische Feldpostbriefe mit getarnter Adresse und einem ähnlichen Aufbau. Die Sammlung von Feldpostbriefen, Telegrammen und Karten hat einen Umfang von 12 Stehordnern.
Der Briefwechsel von Magda und Peter Josef Tholen ist gut nachvollziehbar, weil sie die erhaltenen Briefe des jeweiligen Briefpartners jeweils durchnummeriert haben und somit deutlich wird, wie schnell die Postzustellung funktionierte oder ob Briefe verzögert ankamen oder gar verloren gingen. Verwandtschaftsbeziehungen von Schreiber/in und Empfänger/in werden deutlich, auch im Hinblick auf die Art der Kommunikation.
Der Unterschied zwischen der Postversorgung über die Wehrmacht durch Angehörige und über die der Reichspost wird deutlich. Aufschriften auf Adressen der Briefe geben Hinweise auf die Übermittlungsform, bei der Feldpost hat das Kuvert keinen Stempel. Die Feldpost stellt ein Medium der Augenzeugen für die öffentliche Meinung sowie ein Messinstrument der Stimmung in der Truppe dar. Die Zensur durch eine bewusste Einflussnahme ist nicht direkt in diesem Bestand auszumachen, es wird nur durch die innere Zensur in der Weglassung von Berichten deutlich. Das Generalgouvernement war ab Mitte 1941-1944 ein großer Umschlagplatz für die vielfältigen Post- und Feldpostsendungen von und zu den Ostgebieten.
Der Beruf des Grabungstechnikers von Peter Josef Tholen wird an der Front nur am Rande deutlich durch von ihm angeforderte Fotomaterialien von zuhause und den Austausch über den Verbleib einzelner Kollegen/innen vom Rheinischen Landesmuseum Bonn.
Sein Vater, der Archäologe Peter Anton Tholen berichtet in seinen Briefen mehr über seine durchgeführten Ausgrabungen z.B. in Severin, die er anscheinend in den Kriegszeiten beruflich weiterführen kann.
Köln, Juni 2012
Lit.:- Gerald Lamprecht: Feldpost- und Kriegserlebnis, Briefe als historisch-biographische Quelle, 2001
- www.uni-graz.at/johannes.feichtinger/QK.pdf, Thema Quellenkritik und Feldpostbriefe (1. und 2. Weltkrieg), Stand 19.06.2012
-http.://www.eforum-zeitgeschichte.at/kilian.html, Der andere Krieg. Fragen an die Kriegsgeneration: Lebensdokumente aus der Zeit um den Zweiten Weltkrieg, Stand 19.06.2012
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Rechteinformation beim Datengeber zu klären.
10.06.2025, 08:12 MESZ