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Kaspar Melchior Schutzbar (Schützsper) genannt Milchling,
fuldischer Rat, Oberschultheiß von Fulda und Amtmann von Steinau an der
Haun, bekundet, ...
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Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1601-1610
1609 Februar 13
Ausfertigung, Pergament, mit Pergamentstreifen angehängtes Siegel in Holzkapsel
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: So gebenn unnd geschehen denn dritzehennden tag monats Februarii im sechszehennhundertenn unndt im neüntenn jahre
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Kaspar Melchior Schutzbar (Schützsper) genannt Milchling, fuldischer Rat, Oberschultheiß von Fulda und Amtmann von Steinau an der Haun, bekundet, dass vor ihm der hochgelehrte Rabbi Elias (rabi Elias jud) erschienen ist. Rabbi Elias, der seinen Wohnsitz in Fulda hat und der Rabbiner der fuldischen Judengemeinde ist, teilt mit, dass er sich andernorts niederlassen und dort sein Auskommen finden will. Damit löst er seinen Bürgereid und gibt sein Bürgerrecht auf. Er bittet weiter darum, ihm ein Leumundszeugnis auszustellen. Da diese Bitte aus wahrhaftigen Gründen und nachvollziehbarer Ursache heraus geschieht, stellt Kaspar Melchior Schutzbar in seiner Funktion als Oberschultheiß folgendes Zeugnis aus: Solange Rabbi Elias in Fulda wohnte, hat er sich bescheiden, ruhig, friedlich, nachbarschaftlich und nicht zänkisch oder streitlustig verhalten. Auch als Rabbiner der Judengemeinde hat er sich untadelig verhalten und war wahrhaftig in seinen Äußerungen. Der Oberschultheiß teilt abschließend mit, dass ihm gegen Elias nichts Einklagbares vorliegt und er auch von nichts Gegenteiligem weiß. Siegelankündigung. (siehe Abbildungen: Vorderseite, Rückseite; Siegel: Avers)
Vermerke (Urkunde): Siegler: Kaspar Melchior Schutzbar genannt Milchling
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.