Nachlass Mélanie Hahnemann (Bestand)
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M
IGM-Archiv (Archivtektonik) >> Homöopathie-Archiv
07.11.1798-31.12.1886
Bestandsbeschreibung:
Mélanie Hahnemann, geb. d’Hervilly, (*1800, + 1878), entstammte einer verarmten adeligen
Familie, hatte durch diesen gesellschaftlichen Hintergrund aber besondere Chancen. So wurde
sie künstlerisch gut ausgebildet und stellte sogar im Pariser Salon ein eigenes Werk aus, was
für eine Frau damals sehr ungewöhnlich war. Wegen fortdauernder Unterleibsbeschwerden
reiste sie 1835 zu Samuel Hahnemann (1755-1843) nach Köthen und wurde zunächst dessen
Patientin, bald seine zweite Ehefrau. Mit dem achtzigjährigen Samuel Hahnemanns zog sie
wieder nach Paris, wo er mit einer Sondergenehmigung des französischen
Erziehungsministers eine florierende Praxis aufbaute.
Diese führte das Ehepaar praktisch gemeinsam, wenn auch unter der Verantwortung des
approbierten Arztes. Mélanie hatte sich nicht nur gut in die Homöopathie eingearbeitet, sie
behandelte arme Patienten sogar ganz in eigener Regie, die wohlhabendere Klientel allerdings
nach Rücksprache mit dem anwesenden Hahnemann. Sie führte seine Krankenjournale und
verbesserte dabei die Art, die Informationen zu präsentieren. Nach seinem Tod praktizierte sie
noch viele Jahre trotz gewisser Anfeindungen weiter.
Das in diesem neuen Bestand M zusammengeführte Schriftgut von Mélanie Hahnemann
erlaubt nun aber einen wesentlich umfassenderen Blick auf diese vielseitige Frau: Es umfaßt
nicht nur die Briefwechsel mit Samuel Hahnemann zur Anbahnung ihrer Ehe und die spätere
homöopathiegeschichtlich bedeutsame Nachfolgeregelung für Hahnemanns Pariser Praxis, die
in der Verheiratung von Mélanies Adoptivtochter mit einem Sohn des Clemens von
Bönninghausen (1785-1864) gefunden wurde. Korrespondenzen mit früheren und späteren
Freunden und Förderern sowie Liebhabern weisen in die Jahrzehnte vor und nach den
wenigen gemeinsamen Lebensjahren mit Samuel Hahnemann. Das Material bietet damit eine
Fülle von Einblicken in das gesellschaftliche Leben in Paris während der ersten acht
Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts.
Gleichzeitig enthält es eine große Zahl von Gedichten, einige Entwürfe für Schauspiele,
Denkschriften u. ä., welche die vielfältigen Interessen von M. Hahnemann zeigen. Notizzettel
geben auch Einblicke in ihren Alltag.
Nach teilweisen Vorverzeichnungen wurde nun eine Einzelblattverzeichnung durchgeführt.
Dabei wurden Korrespondenzpartner und selbst die lediglich erwähnten Personen
ausgewiesen, um dem Nutzer eine möglichst tiefe Erschließung des Materials anzubieten. Die
Gliederung des chronologisch und nach Sachgruppen organisierten Bestandes zeigt das
Vorwort. Das Register erlaubt es nicht nur, schnell die gesuchten Personen aufzufinden,
sondern auch die vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten dieses Bestandes zu erahnen.
Er wurde von Michael Zeh verzeichnet, das Register wurde von Sonja Müller um die
Seitenangaben erweitert.
Stuttgart, im Mai 2004 Prof. Dr. M. Dinges
Literatur: Rima Handley, Eine homöopathische Liebesgeschichte, München 1995; Dies., Auf
den Spuren des späten Hahnemann: Hahnemanns Pariser Praxis im Spiegel der
Krankenjournale, Stuttgart 2001
Marcellin Jobard, une visionnaire dévoré d'ambition humanitaire, science connection 20 février 2008
Marcellin Jobard et le musée de l' Industrie de Bruxelles, revue du Musée des Arts et Metiers, Paris
Mélanie Hahnemann, geb. d’Hervilly, (*1800, + 1878), entstammte einer verarmten adeligen
Familie, hatte durch diesen gesellschaftlichen Hintergrund aber besondere Chancen. So wurde
sie künstlerisch gut ausgebildet und stellte sogar im Pariser Salon ein eigenes Werk aus, was
für eine Frau damals sehr ungewöhnlich war. Wegen fortdauernder Unterleibsbeschwerden
reiste sie 1835 zu Samuel Hahnemann (1755-1843) nach Köthen und wurde zunächst dessen
Patientin, bald seine zweite Ehefrau. Mit dem achtzigjährigen Samuel Hahnemanns zog sie
wieder nach Paris, wo er mit einer Sondergenehmigung des französischen
Erziehungsministers eine florierende Praxis aufbaute.
Diese führte das Ehepaar praktisch gemeinsam, wenn auch unter der Verantwortung des
approbierten Arztes. Mélanie hatte sich nicht nur gut in die Homöopathie eingearbeitet, sie
behandelte arme Patienten sogar ganz in eigener Regie, die wohlhabendere Klientel allerdings
nach Rücksprache mit dem anwesenden Hahnemann. Sie führte seine Krankenjournale und
verbesserte dabei die Art, die Informationen zu präsentieren. Nach seinem Tod praktizierte sie
noch viele Jahre trotz gewisser Anfeindungen weiter.
Das in diesem neuen Bestand M zusammengeführte Schriftgut von Mélanie Hahnemann
erlaubt nun aber einen wesentlich umfassenderen Blick auf diese vielseitige Frau: Es umfaßt
nicht nur die Briefwechsel mit Samuel Hahnemann zur Anbahnung ihrer Ehe und die spätere
homöopathiegeschichtlich bedeutsame Nachfolgeregelung für Hahnemanns Pariser Praxis, die
in der Verheiratung von Mélanies Adoptivtochter mit einem Sohn des Clemens von
Bönninghausen (1785-1864) gefunden wurde. Korrespondenzen mit früheren und späteren
Freunden und Förderern sowie Liebhabern weisen in die Jahrzehnte vor und nach den
wenigen gemeinsamen Lebensjahren mit Samuel Hahnemann. Das Material bietet damit eine
Fülle von Einblicken in das gesellschaftliche Leben in Paris während der ersten acht
Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts.
Gleichzeitig enthält es eine große Zahl von Gedichten, einige Entwürfe für Schauspiele,
Denkschriften u. ä., welche die vielfältigen Interessen von M. Hahnemann zeigen. Notizzettel
geben auch Einblicke in ihren Alltag.
Nach teilweisen Vorverzeichnungen wurde nun eine Einzelblattverzeichnung durchgeführt.
Dabei wurden Korrespondenzpartner und selbst die lediglich erwähnten Personen
ausgewiesen, um dem Nutzer eine möglichst tiefe Erschließung des Materials anzubieten. Die
Gliederung des chronologisch und nach Sachgruppen organisierten Bestandes zeigt das
Vorwort. Das Register erlaubt es nicht nur, schnell die gesuchten Personen aufzufinden,
sondern auch die vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten dieses Bestandes zu erahnen.
Er wurde von Michael Zeh verzeichnet, das Register wurde von Sonja Müller um die
Seitenangaben erweitert.
Stuttgart, im Mai 2004 Prof. Dr. M. Dinges
Literatur: Rima Handley, Eine homöopathische Liebesgeschichte, München 1995; Dies., Auf
den Spuren des späten Hahnemann: Hahnemanns Pariser Praxis im Spiegel der
Krankenjournale, Stuttgart 2001
Marcellin Jobard, une visionnaire dévoré d'ambition humanitaire, science connection 20 février 2008
Marcellin Jobard et le musée de l' Industrie de Bruxelles, revue du Musée des Arts et Metiers, Paris
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
22.04.2025, 11:01 MESZ