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8/11 [Nr. 3,21]: Ausführlicher Gegenbericht der Universität
UAT 8/ Ältere Universitätsregistratur, Vermischte Sachakten (II)
Ältere Universitätsregistratur, Vermischte Sachakten (II) >> 6. Cancellarii judicium appellatorium (1586-1773) >> Cancellarii judicium appellatorium, Appellationes, Fasz. I: Nr. 1-4
1602
Enthält: Bl. 59-70v: Universität an den Herzog (Visitationskommissare), 15.9.1602: Auf die Supplication der Heerbrandischen Erben vom 22.6.1601: Die Supplication der Erben vom 4.8.1600 wurde von uns am 16.8. (Nr. 22 Neusch.) beantwortet und blieb bisher unwiderlegt. Justa salaria für die Assessoren und den Notar sind nötig, auch nach dem Reskript vom 10.5.1591: Wer sie zahlen soll, ist in dne Statuten offen, also gilt das gemeine kaiserliche Recht: derjenige potestat, magistrat, praeses vel officinalis, der sie gebrauchte, bezahlt auch. Das ist Kanzler Heerbrand, der sein Appellationsgericht so stattlich bestellte "das er auch ainen Rhum darinn haben wöllen". Dreissig Kreuzer pro Tag ist sehr wenig. Die bekannte Widerspenstigkeit und Undankbarkeit der Erben zwang uns das Geld, als es noch beisammen war, von ihrem gestatori zu fordern, ohne sie anzuhören. Nirgends bezahlt der iudex a quo appellatur iudicem ad quem. Der Kanzler allein bezog die Leg- und Strafgelder. Was sie uns vorwerfen, taten wir mit Recht: Wir ließen die Erbschaft per notarium publicum inventieren und ließen die vom kaiserl. Kammergericht verordneten curatores der Kinder des Dr. Peter Heerbrand zu Speier der Teilung beiwohnen. Dass dem Kanzler Jak. Heerbrand Hauszins vorenthalten wurde, der der Probstei gebührte, ist uns unbekannt und bei so großer Erbschaft und bei so vielen Erben nicht der Rede wert. Hätten die früheren Assessores geklagt, so hätten wir auch ihnen zum Lohn verholfen. Doch Dr. Heerbrand hielt in 7 Jahren mehr Appellationsgerichte als vor ihm gehalten wurden, solang die Universität steht. Senatoren, die schon 58 Jahre im Senat sind, wissen nur von einer Appellation im Jahr 1554 vom Consistorium an den kath. Kanzler Ambros. Widmann, der sie mit Lust annahm und dem Dr. Joh. Nirnberger (M 102,27: Nürnberger von Schorndorf, Dr. iur. 1552), gewesenem Hofgerichtsadvokaten und später im Dienst des Bischofs von Augsburg; Dieser hielt das Appellationsgericht hier auf dem Rathaus, besetzte es mit einem stud. iur Dr. Epp (Pf. 1319: Joh.) u.a. und entlohnte seine Assessoren und den Universitätspedell Joh. Fessler selbst. Unter Kanzler Jak. Andreä wurden die Appellationen teils vertragen, teils durch weniger Concilarios ohne Kosten der Universität erledigt. Die Erben behaupten, wir hätten Dr. Jak. Heerbrand mit unbilliger Bedrohung zur Resignation gezwungen. Als er so altersschwach war, dass er etlichemal die gestrige Lection anderntags in auditio für neu recitierte und die Visitationskommission seines kindischen Abnehmens halber auf Ersatz drängte, legten wir ihm durch mag. Georg Burckhard, der ihm der angenehmste war, freundschaftlich den Rücktritt nahe. Jak. Heerbrand kam im Sept. 1543 als ungefähr 23jähriger Magister von Wittenberg auf das Diaconat Tübingen, studierte daneben fleißig, wurde summa cum laude Dr. theol., dann Pfarrer zu Herrenberg, dann etliche Jahre nach Pforzheim postuliert, dann Professor der Theologie in Tübingen und vom Senat so wenig benachteiligt, wie es sein stattlicher Nachlass zeigt. Den Erben, die alle discipuli et membra der Universität sind, scheint es mehr um unsere Verkleinerung als um denn kleinen Betrag - jeden trifft es 15 fl. - zu gehen. Wir bitten, sie abzuweisen, denn wir werden ohne rechtlichen Entscheid nichts bezahlen. E.
Akte
UAT 8/11 Nr. 3,1-3,25: Streit der Universität mit den Erben des Kanzlers Jakob Heerbrand um die Besoldung der Assessores des Appellationsgerichts. Nutzungsbedingungen für die Digitalisate: https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/
Cancellarii judicium appellatorium, Appellationes, Fasz. I: Nr. 1-4
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BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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