02 Bischöfliches Generalvikariat
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Tektonik
Bischöfliches Diözesanarchiv Aachen (Archivtektonik)
Nach der Errichtung des Aachener Bistums 1930 entstand mit der Einrichtung einer eigenen Verwaltung nach Kölner Vorbild zum 01.07.1931 das Bischöfliche Generalvikariat in der von der Stadt erworbenenen ehemaligen Villa Delius am Boxgraben 17, in die zum 01.11. noch die letzten bisher in Köln verbliebenen Abteilungen zogen. Registraturdirektor wurde Pfarrer Heinrich Bommes, Kanzleidirektor Pfarrer Joseph Jansen. Die zentral geführte Registratur war in die vier großen Bereiche Personalakten der Priester sowie Sach-, Orts- und Dekanatsakten gegliedert, wobei man zunächst die an das neue Bistum abgegebenen Orts- und Dekanatsakten der beiden Vorgänger(erz)bistümer Köln und Münster weiterführte. So finden sich in dieser Tektonikgruppe auch die seit 1825 entstandenen Orts- und Dekanatsakten, die das Gebiet im jetzigen Bistum Aachen betreffen. "Alle Schriftsachen wurden vom Registraturdirektor persönlich in große Journale eingetragen mit Ankunfts- und Absendedatum sowie Weitergabe an die beteiligten Dienststellen des Hauses. Auch die Ablage erledigter Vorgänge oblag ihm allein. Der Kanzleidirektor schrieb selbst auf der Schreibmaschine die amtlichen Briefe. Beide Herren hatten zusammen eine einzige, selbstverständlich männliche Hilfskraft, die von Hand die definitiv abgelegten Akten mit Bindfaden heftete (übrigens hat diese altertümliche Heftung die so behandelten Pfarrakten des Generalvikariates am Kriegsende weitgehend gerettet)." [Wäckers, S. 23] Nach dem Luftangriff vom 11.04.1944, bei der das Verwaltungsgebäude an der Friedlandstraße 2 zerstört wurde, kam es zu einer Aufteilung der Abteilungen des Generalvikariates. Der Bischof mit seinem Sekretariat zog ins Pfarrhaus nach Koslar (Jülich), die Hauptverwaltung und die Registratur ins Missionshaus St. Josef nach Hünshoven (Geilenkirchen). Die Referate Bauen und Finanzen zogen in die wenigen unbeschädigten Räume des Aachener Bischofshauses. Die Wiedereröffnung der Diözesanverwaltung in Aachen erfolgte im Juni 1945 im angemieteten Karl-Joseph-Heim, einem Männerasyl des Katholischen Fürsorgevereins, in der Heinrichsallee. Im Juli 1947 konnten im alten Verwaltungsgebäude wieder Räume im zweiten Stockwerk bezogen werden. 1959 wurde das neue Verwaltungsgebäude am Klosterplatz 7 bezogen. Später kamen weitere Räumlichkeiten im ehemaligen Kloster der Schwestern vom armen Kinde Jesus in der benachbarten Jakob- bzw. Bendelstraße hinzu. Nach einer Grundsanierung von 2015 bis 2018, wo die Abteilungen aus dem Hauptgebäude in zwei Gebäuden in der Aureliusstraße untergekommen waren, ist das Gebäude gegenüber dem Dom weiterhin Hauptsitz der Verwaltung. Zum 1. März 1972 kam es zu einer Reorganisation des Generalvikariats und damit zur Schaffung einer Stabstelle beim Generalvikar, acht Hauptabteilungen und die ihr gleichgestellte Geschäftsstelle des Diözesancaritasverbandes. Eine Konsequenz hieraus war, dass die bisherige Zentralregistratur zum 1. Januar 1973 aufgelöst wurde. Seither werden die Akten als Abteilungs-, zumeist jedoch als Sachgebietsablage geführt. Das Diözesanarchiv erhielt im März 1978 die Karten und Bücher sowie Teilbestände aus der Registratur, d. h. die Akten, die nicht von den neugebildeten Abteilungen benötigt wurden. Hierbei handelte es sich hauptsächlich um die in "Sammelbänden" zusammengefasste Korrespondenz des Generalvikarits mit den Pfarreien, die dem Bestand GvO zugeordnet wurden. Eine eigene Registratur beim Generalvikar begann erst unter Bischof Dr. Johannes Pohlschneider (1954-1974), die bis heute - ebenso wie die Personalakten der Priester - separat geführt wird. Literatur: - Reuter, Josef: Die Wiedererrichtung des Bistums Aachen (Veröffentlichungen des Bischöflichen Diözesanarchivs Aachen Bd. 35), Mönchengladbach 1976, S. 132. - Schmalenberg, Hans-Günther: Das Bischöfliche Diözesanarchiv Aachen (BDA), in: Der Archivar 44 (1991), Sp. 403-408. - Wäckers, Anton Josef: Erlebte und gelebte Kirchen von Aachen, Aachen 1995, S. 19-24, 83, 87-88, 328-331. Auch für diese Bestände gelten die in der Anordnung über die Sicherung und Nutzung der Archive der katholischen Kirche (Kirchliche Archivordnung - KAO) aufgeführten Schutzfristen.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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05.11.2025, 1:59 PM CET