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Müller-Habig; Oelde (Bestand)
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Form und Inhalt: Vorwort
zum Bestand N 44 Müller-Habig, Oelde
Die Unternehmerfamilie Habig bzw. später teils auch Müller-Habig führte seit 1915 über Jahrzehnte die Firma Westfalia Separator, ehemals Ramesohl & Schmidt, in Oelde. Die Familie Habig prägte damit bedeutend das Stadtbild der Stadt, nicht nur durch die Tätigkeit der Firma, sondern unter anderem auch durch das gesellschaftspolitische Engagement der Familienmitglieder, beispielsweise in Form von Spenden in jedweder Form oder die Unterstützung des sozialen Wohnungsbaus in Oelde. Inhaber der Firma Westfalia war Werner Habig.
Die Unterlagen des Bestandes beziehen sich insbesondere auf fünf Personen der Familie Habig bzw. Müller-Habig als auch Braun.
1. Werner Habig
Werner Habig wurde am 16. Juli 1888 als ältester Sohn des Unternehmers Johann Hugo Habig (1858-1909) und dessen Frau Paula Habig geb. Cramer (1865-1936) in Herdecke geboren. Er hatte noch acht weitere Geschwister: Leo (1890-1985), Hildegard (später Linde, 1892-1964), Heinrich (1893-1965), Hugo (1899-1989), Frederuna (später Unckell, 1903-1992), Erich (1895-1914 (vermisst)), Günter (1897-1917) und Paula (1904-1922)
Nach Besuch der Oberrealschule in Hagen machte er 1908 sein Abitur und begann anschließend eine Banklehre in der Dortmunder Filiale der Essener Creditanstalt. Nach dem Tod seines Vaters (1909) übernahm er bereits die Buchführung des Familienunternehmens, der Stoffdruckerei Heinrich Habig AG und unterstützte seinen Onkel Theodor Habig in dessen Funktion als Geschäftsführer. In den darauffolgenden Jahren arbeitete Werner Habig unter anderem für die Treuhand AG in Köln (1913) und in Dortmund (1914) bis er 1915 als Buchprüfer zur Firma Ramesohl & Schmidt AG, einer Spezialfabrik für Separatoren, nach Oelde bestellt wurde. Dort wurde er überraschend durch den Kommerzienrat Osthoff am 15. Juni 1915 zum Vorstandsmitglied und Direktor der Firma ernannt. Zwei Jahre später heiratete Werner Habig Maria Braun, die Tochter des Sanitätsrates Dr. Joseph Braun aus Bendorf. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, Margot (geb. 1919) und Heinz-Werner (geb. 1921).
1929 gründete Werner Habig mit seinem jüngsten Bruder Hugo Habig die "Westfalia Separator Company" in Bloomfield (USA). Die Firma wurde jedoch mit dem Kriegseintritt der USA beschlagnahmt. (vgl. Westfalia Separator, S. 11 ff.)
Während des Zweiten Weltkrieges kam das Geschäft mit den Separatoren fast völlig zum Erliegen. Da viele Mitarbeiter der Firma im Fronteinsatz waren, wurden Pakete und Rundbriefe an diese verschickt. (Nr. 49) Zahlreiche Antwortbriefe von Wehrmachtssoldaten finden sich daher in dem Bestand der Familie Habig.
Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte der Maschinenpark der Westfalia Separator als Reparation demontiert und in die Sowjetunion transportiert werden. Ernest Greenthal, ein amerikanischer Unteroffizier, der sich mit der Familie Habig und Müller-Habig anfreundete, erreichte jedoch die Streichung der Firma von der Demontage-Liste. Außerdem beschaffte er in dieser Zeit die nötigen Materialien für eine Werkzeugproduktion durch die Westfalia den Aufträgen der amerikanischen Besatzer als auch der deutschen Zivilbevölkerung nachkommen konnte. (vgl. Tillmann, S. 274)
Seit 1948 kam es zu einem rapiden wirtschaftlichen Aufschwung und Werner Habig begann weiter zu expandieren. 1950 gründete sein Sohn eine Tochterfirma in den USA, die Centrico inc. Mit diesem Schritt hatte man den amerikanischen Markt wieder erschlossen.
Für seine Verdienste wurde Werner Habig am 18. Juli 1953 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Erst 1971 trat Werner Habig von seiner Position als Vorstandsvorsitzender zurück. Sein Nachfolger wurde sein Schwiegersohn, Otto Müller-Habig.
Werner Habig engagierte sich besonders im Oelder Kirchenvorstand und spendete unter anderem die Orgel und den großen Kronleuchter der St. Johanneskirche. Im Zweiten Weltkrieg wurde der St. Paulus Dom in Münster schwer beschädigt. Nach Kriegsende wurde der Dom wieder aufgebaut und Werner Habig spendete die Rosette im Alten Chor des Doms. Der Direktor des Thomas-Morus Gymnasiums in Oelde bedankt sich einem Schreiben von 1965 für diverse Geldspenden und die Schenkung einer Bücker-Bibel an die Schule. (Nr. 39) Briefe aus dem Aus- und Inland weisen auf weitere Spenden des Unternehmers hin, wie beispielsweise an das Kloster Varensell (Finanzierung einer Klosterküche 1963) oder an die "Missionary sisters of the immaculate conception of the mother of god" aus New Jersey (1963). (Nr. 43)
Die Firma Westfalia schenkte auf Vorschlag von Werner Habig im Jahre 1920 dem Bauverein Oelde den Bauplatz Steinstraße 7/9 und 100 000 DM für zehn Häuser. Des Weiteren unterstützte er nach dem Zweiten Weltkrieg die Katholische Siedlungsgemeinschaft mit Zuschüssen für den Bau von sieben Häusern. Er engagierte sich auch im Kirchenvorstand für die Belange der Siedler und sprach bei dem Regierungspräsidenten in Münster vor. Durch die Mitfinanzierung der Firma Westfalia konnten allein im Zeitraum von 1949 bis 1954 40 Häuser gebaut werden. Bis 1954 gewährte er aus eigenen und Werksmitteln der Katholischen Siedlungsgemeinschaft 430 000 DM. Weiterhin unterstützte er auch den Deutschen Siedlerbund und die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft. So beliefen sich Habigs Ausgaben dieser Art zwischen 1949 bis 1954 auf rund 2 Mio. DM. (vgl. Westfalia Separator, S. 68f.)
Neben seiner Tätigkeit als Mitglied des Finanzausschusses war er auch im Vorstand und Beirat von verschiedenen wirtschaftlichen Institutionen wie der Dresdner Bank, der Spar- und Darlehenskasse in Oelde oder der Industrie- und Handelskammer Münster.
Werner Habig starb am 28. Februar 1972 in Oelde.
2. Maria Habig
Maria ("Mieze") Habig geb. Braun wurde am 11. Mai 1894 als Tochter von Sanitätsrat Dr. Joseph Braun und seiner Ehefrau Katharina Braun geb. Konnertz in Bendorf geboren. Bekannt sind drei ihrer Geschwister, ihre Schwestern Erika Wiefels geb. Braun und Elisabeth Braun, zu denen sie engen Briefkontakt pflegte, und ihr Bruder Heinrich Braun aus Viersen. Neben diesen Verwandten führte sie ebenfalls einen regen Briefkontakt mit ihrer Tante Marianne Konnertz ("Tante Jenny").
Sie besuchte ein Mädcheninternat in Koblenz und heiratete 1917 Werner Habig.
Die Familie Braun war mit dem Zeitungswissenschaftler Karl d`Ester befreundet, so nennt er Maria Habig in seinen Briefen "Mieze".
Während des Zweiten Weltkrieges empfing Maria Habig immer wieder Freunde und Bekannte aus Koblenz, Köln, München oder Berlin. Ihre Nichte Gisela ("Schneck"), die Tochter von Erika Wiefels, nahm sie nach dem schweren Bombardement am 12. Juni 1943 auf Düsseldorf zu sich nach Oelde, das von vielen Bekannten und Freunden als "Paradies" bezeichnet wird. (Nr. 30)
1954 verunglückten ihr Sohn Heinz-Werner Habig und seine Frau bei einem Flugzeugabsturz in Shannon (Irland). Ein Jahr darauf verstarb Maria Habigs Mutter, Katharina Braun.
Auch nach dem Tod ihres Sohnes kümmerte sich Maria Habig um dessen Patenkind Angela von Nereé aus Hamburg und schickte der Familie Nereé immer wieder Pakete und Briefe. (Nr. 27)
1963 besuchten Werner und Maria Habig den ehemaligen Reichskanzler Heinrich Brüning in den USA. Maria Habig war mit Heinrich Brünings Schwester befreundet. So hatten die Geschwister Brüning das Ehepaar Habig bereits Jahre zuvor in Oelde besucht. (Nr. 53)
Maria Habig war in ihren Wertvorstellungen stark christlich geprägt. An den Spenden ihres Mannes an verschiedene katholische Einrichtungen und Ordensgemeinschaften war sie damit offensichtlich beteiligt. So sind die Briefe der Spendenempfänger und anderer Geistlicher überwiegend an sie gerichtet wie beispielsweise ein Schreiben des Kardinals Mathew Pothanmuzhi aus Rom (1965) vom 2. Vatikanischen Konzil.
Durch die Firma ihres Mannes und ihren Reisen durch Europa und den USA baute sie bedeutende Kontakte sowohl in Deutschland als auch im Ausland auf, wie mit dem Comas de Mora, Conchita Comas de Roig (Nr. 38) Marko von Lutterotti, Hieronymus Graf von Almeida, Felix Freiherr von Loe (Nr.16) oder Erica Freifrau Schenk von Stauffenberg (Nr.42), um nur einige zu nennen.
Maria Habig verstarb am 24. März 1974 in Oelde.
3. Heinz-Werner Habig
Heinz-Werner Habig wurde am 21. Juli 1921 als einziger Sohn von Werner Habig und Maria Habig geb. Braun geboren. Bereits mit 17 Jahren machte er sein Abitur am Alosius-Kolleg in Bad Godesberg. Anschließend begann er in München mit seinem Studium, welches er jedoch unterbrechen musste, da er 1939 zum Arbeitsdienst eingezogen wurde. Die nächsten sechs Monate verbrachte er im Arbeitsdienstlager Übach II. (Nr. 45) Wegen eines Diphterieausbruches wurde eine Post- und Ausganssperre über das Lager verhängt, weswegen Maria Habig über mehrere Wochen keine Briefe von ihrem Sohn erhielt.
Nach seinem Arbeitsdienst nahm er das Studium wieder auf und ging nach Wien, wo er die Prüfung zum Diplomkaufmann erfolgreich ablegte. (Nr. 48)
1941 wurde Heinz-Werner Habig in die Wehrmacht eingezogen und war zunächst in Hamm/ Westf. stationiert. Ab 1942 wurde seine Division an die Ostfront verlegt, wo er sich im Winter 1943/44 eine schwere Kopfverletzung zuzog, für die ein Lazarettaufenthalt vonnöten war, wie aus einem Brief seiner Tante Elisabeth Braun hervorgeht. (Nr. 49)
Noch 1945 kam er aus der russischen Kriegsgefangenschaft frei und kehrte nach Oelde zurück, wo er in die Firma seines Vaters einstieg. In Oelde prägte er besonders den Tennisverein. Durch sein Engagement wurde es möglich, Tennisspieler wie die schwedischen Daviscupspieler Börje Fornstedt und Bertil Blonquist (19.09.1949) oder die Inder Bose und Kumar für ein Gastspiel zu gewinnen. Nr. 13)
Zehn Jahre nach der Beschlagnahmung der Firma Westfalia Separator Company in den USA gründete Heinz-Werner Habig im Auftrag seines Vaters die Tochterfirma Centrico inc. in New Jersey. 1951 heiratete er Hilde Hilgenberg aus Essen und zog mit ihr nach Englewood (New Jersey). Die Firma in den USA hatte schnell Erfolg. Als bedeutender Unternehmer wurde Heinz-Werner Habig zu diversen Veranstaltungen eingeladen, unter anderem zu einem Essen zu Ehren von Ludwig Erhard (1951) in New York mit dem er selbst Gelegenheit hatte zu sprechen. 1952 schrieb Heinz-Werner Habig einen Brief an den bundesrepublikanischen Landwirtschaftsminister Heinrich Lübke, in dem sich Heinz-Werner Habig zu der Milchwirtschaft äußerte und aufgrund seiner Erfahrungen in den USA Verbesserungsvorschläge machte. (Nr. 46)
Am 9. September 1954 kamen Heinz-Werner Habig und Hilde Habig bei dem Flugzeugabsturz bei Shannon (Irland) ums Leben. Der Oelder Unternehmer Eitel Fritz Haver, der mit dem Ehepaar Habig reiste, überlebte den Absturz.
4. Margot Müller-Habig
Margot Müller-Habig wurde am 8. August 1919 in Oelde geboren.
Am 23. Oktober 1940 verlobte sich Margot Habig mit Otto Müller aus Krefeld und heiratete ihn 1941. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Werner (1942-2014) sowie Angela (geb.1944) und Michael (geb.1948).
Margot Müller-Habig war Mitglied des "Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem".
Mit der Aufgabe ihres Elternhauses an der Ennigerloher Straße spendete sie 1987 eine bedeutende Kunstsammlung niederländischer Maler des 17. Jahrhunderts an das Museum Abtei Liesborn. Nachdem sie 2002 ihr Haus auflöste, um in einen Altersruhesitz umzuziehen, spendete sie dem Museum weitere Kunstwerke und Möbel. Zuletzt vermachte sie dem Museum unter anderem ihr gesamtes Silberbesteck. (vgl. Priddy, S. 243 f.)
In ihrer Kindheit hatte sie Klavierunterricht bei der jüdischen Pianistin Trude Hope Nachdem diese 1935 in die USA emigrierte, nahm Margot Müller-Habig in den 1980ern Kontakt zu ihrer ehemaligen Lehrerin auf und traf sich mit ihr 1996 in den USA. Als Trude König geb. Hope zwei Jahre später verstarb, ließ Margot Müller-Habig den Bericht ihrer Lehrerin über deren Flucht aus Nazi-Deutschland ins Deutsche übersetzen und veröffentlichen. (Nr. 58)
Margot Müller-Habig starb am 10. Januar 2007.
5. Elisabeth Braun
Elisabeth ("Elli") Braun wurde am 22. April 1895 als Tochter von Katharina Braun geb. Konnertz und Dr. Joseph Braun geboren.
Im März 1916 erlangte sie ihr Abiturexamen am St. Ursula Gymnasium in Aachen und begann daraufhin mit ihrem Philologiestudium. (Nr. 18 und Nr. 21) Bereits während ihrer Schulzeit korrespondierte sie mit Christel Schmitz aus Friedrichsruh, deren ausführlicher Austausch im Bestand verzeichnet ist. (Nr. 20) Nach ihrem Studium begann sie in Koblenz als Lehrerin zu arbeiten. Bis zu dem Tod ihrer Mutter 1955 pflegte sie diese.
Elisabeth Braun selbst starb am 12. September 1968.
6. Bestandsgeschichte
Die Unterlagen der Familie Habig im Umfang von sechs Archivkartons wurden von Margot Müller-Habig 2005 an das Kreisarchiv als Schenkung abgegeben. Am 31.5.2017 wurde ein weiterer Karton durch Michael Müller-Habig abgegeben. Darauf folgte im September 2017 eine Abgabe der Abtei Liesborn (Nr. 79-81).
Der Bestand umfasst 68 Archivalieneinheiten in 6 Archivkartons (0,7 Regalmeter) und umfasst Dokumente aus dem Zeitraum zwischen 1802 bis 2002, wobei der Schwerpunkt aber auf der Zeit zwischen 1930 bis 1964 liegt.
Die Erschließung, Entmetallisierung und Verpackung der Unterlagen wurde im Dezember 2015 und Januar 2016 vorgenommen.
Die von Margot Müller-Habig abgegebenen Unterlagen wurden vollständig übernommen, lediglich Mehrfachausgaben wurden kassiert. Die Gliederung des Bestandes ergibt sich nach der Überlieferung zu den einzelnen Familienmitgliedern der Familie Habig.
Der inhaltliche Schwerpunkt des Bestandes liegt in Briefkorrespondenzen und Postkarten. Der Bestand setzt sich weiter aus Fotos der Familie Habig, Tagebucheinträgen von Elisabeth Braun, Feldpostkarten aus dem 2. Weltkrieg, Zeitungsartikeln ins Besondere über Heinrich Brüning und persönlichen Kundgebungen zusammen.
7. Benutzungshinweise
Die Nutzung der Unterlagen erfolgt nach den Bestimmungen des nordrhein-westfälischen Archivgesetzes.
Der Bestand ist folgendermaßen zu zitieren:
KAW, N 44 Müller-Habig, Oelde Nr. [ ]
Literaturverzeichnis
Westfalia Separator (1955): Werner Habig und sein Lebenswerk. Zum 40jährigen Dienstjubiläum, Oelde.
[Bibliothek des Kreisarchivs: Bb H 1]
Bennie Priddie (2008): Margot Müller-Habig. Zum Tod einer Förderin des Museums Abteil Liesborn, in: Kreisheimatverein Beckum-Warendorf (Hrsg.): Jahrbuch des Kreises Warendorf 2008. Volksfeste und Traditionsmärkte im Kreis Warendorf als Zentren von Handel und Geselligkeit, Warendorf.
[Bibliothek des Kreisarchives: Za 6]
Tillmann, Walter (2003): Ausgegrenzt, anerkannt, ausgelöscht. Geschichten, Berichte, Episoden und Anekdoten aus Leben und Untergang der jüdischen Minderheit in Oelde, Warendorf.
(Quellen und Forschungen zur Geschichte des Kreises Warendorf, Band 41)
[Bibliothek des Kreisarchivs: Ob Oe 88]
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.