Lindemann, Friedrich (Bestand)
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7.152
Staatsarchiv Bremen (Archivtektonik) >> Gliederung >> 7. Nichtamtliche Überlieferung >> 7.1. Nachlässe von Einzelpersonen und Familien >> Nachlässe L - O
1833-1960
Enthält: Theaterstücke, Hörspiele, Filmexposés, Romane, Erzählungen, Opernlibretti, Lyrik - Korrespondenz, u.a. mit Alfred Döblin, Manfred Hausmann, Ricarda Huch, Rudolf Alexander Schröder - Familienpapiere - Tagebücher - Verlagsverträge - Autobiographisches, u.a. aus der Gefangenschaft in England
Geschichte des Bestandsbildners: Friedrich Lindemann wurde am 4.1.1898 als Sohn eines Zollinspektors in Bremen geboren. Nach dem Abitur 1915 auf einem Bremer Realgymnasium meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst. Er war bei einem Matrosenregiment in Flandern und nach einer Verwundung als Leutnant und Flugzeugführer bei der Seeflugstation Flensburg bis Kriegsende. Ab 1919 studierte er in Marburg und Hamburg Germanistik, Anglistik, Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie. Ohne die Dissertation über William Blake abzuschließen, verließ er nach neun Semestern bereits die Universität aus Geldmangel und wurde Lektor des Angelsachsen-Verlags in Bremen. 1922 wechselte er zum Carl Schünemann Verlag und wurde Schriftleiter der Zeitschrift Niedersachsen unter Hans Pfeiffer. 1927 wurde er Leiter der Schünemanns Monatshefte, sowie von 1936-1943 Herausgeber der Monatsschrift "Der Schlüssel". Bremer Beiträge zur deutschen Kultur und Wirtschaft. Aus dieser Zeit sind sehr viele Korrespondenzen erhalten geblieben. In der Beständeübersicht des Staatsarchivs Bremen sind Alfred Döblin, Manfred Hausmann, Ricarda Huch und Rudolf Alexander Schröder stellvertretend genannt. Es war also legitim, dass bei der Verzeichnung großes Augenmerk auf diese autographischen Schätze gelegt worden ist. Die Korrespondenzen sind in DIN A 5- Umschlägen vorsortiert und kunstvoll beschriftet.
Neben seiner Tätigkeit als Kunst-, Literatur- und Theaterkritiker betätigte er sich als freier Schriftsteller. Bereits aus dem Felde brachte er die erste Gedichtsammlung "Flandrische Sonette" mit. Er schrieb Niederdeutsch und Hochdeutsch fürs Theater, und er war auch als Übersetzer tätig, hauptsächlich für John Masefield. Eine Werkübersicht befindet sich im Bestand, bzw. in dem Beitrag von Kurd Schulz in: Bremische Biographie 1912-1962, Bremen 1969. Selbiger hat auch Worte zum 10. Todestag am 11.2.1960 formuliert, in: Heimat und Volkstum, Jg. 1959-1960.
Geschichte des Bestandsbildners: Im Zweiten Weltkrieg war Friedrich Lindemann zeitweise Verbindungsoffizier zwischen Wehrmacht und Presse in Oldenburg. Er war verantwortlich für den Heimatgruß, der erstmals 1943 an die Soldaten geschickt wurde. Ferner liegen Briefe und Postkarten aus Frankreich, Niederlande und Russland vor. Er geriet im Mai 1945 in englische Kriegsgefangenschaft, aus der er schwerkrank am 21.8.1947 entlassen wurde. Im größten Offiziersgefangenenlager Englands hatte er die vielbeachtete Lagerzeitschrift Die Zeit am Thyne gegründet. Viele interessante Dinge sind in vorliegendem Bestand aus der englischen Kriegsgefangenschaft erhalten, die sich für Ausstellungszwecke eignen würden.
Am 16.12.1922 hatte er Marie (1898-1976) geheiratet, auch sie war Journalistin und Schriftstellerin. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Der Sohn fiel im Zweiten Weltkrieg und die Tochter Maria Joachim sorgte dafür, dass die Nachlässe ihrer Eltern 1984 ins Staatsarchiv Bremen kamen. Ihr Vater Friedrich Lindemann war bereits am 11.2.1950 kurz nach seinem 52. Geburtstag verstorben. Ihre Mutter hatte das Staatsarchiv nach seinem Tode kennen gelernt. Sie betreute die zeitgeschichtliche Sammlung. Der Nachlass von Marie Lindemann (Bestand 7,153) wurde bereits 1988 bearbeitet. Er umfasst 4 Kartons.
Der Nachlass von Friedrich Lindemann hat 110 Verzeichnungseinheiten, die in 15 Kartons Platz gefunden haben.
Dorothea Breitenfeldt
September 2007
Bestandsgeschichte: Im März 1984 wurden ca. 3 m Schriftgut des Schriftstellerehepaars Friedrich und Marie Lindemann abgeliefert. Der Depositarvertrag ist datiert vom 9.3.1984 und wurde mit Frau Maria Joachim, damals Straßburger Str. 61, und dem Staatsarchiv Bremen geschlossen. Frau Maria Joachim verstarb am 10.9.2001 und am 30.10.2001 gingen die Bestände (7,152 und 7,153) in das Eigentum des Staatsarchivs Bremen über. An dem Tag war der Originalvertrag und die Sterbeurkunde vom Frau Dora Maria Joachim (am 1.7.1925 in Bremen geborene Lindemann) im Briefkasten des Staatsarchivs gefunden worden. Hierüber ist ein Aktenvermerk angefertigt worden (in: 751-05).
Die Bearbeitung des Bestandes wurde 2007 abgeschlossen. Da sich in den Kartons eine Vielzahl von Druckerzeugnissen befanden, konnte der Bestand um fast ein Drittel verringert werden. Die Bücher wurden in die Bibliothek des Staatsarchivs eingearbeitet und sind mit den vergebenen Signaturen im gedruckten Findmittel nachgewiesen.
Geschichte des Bestandsbildners: Friedrich Lindemann wurde am 4.1.1898 als Sohn eines Zollinspektors in Bremen geboren. Nach dem Abitur 1915 auf einem Bremer Realgymnasium meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst. Er war bei einem Matrosenregiment in Flandern und nach einer Verwundung als Leutnant und Flugzeugführer bei der Seeflugstation Flensburg bis Kriegsende. Ab 1919 studierte er in Marburg und Hamburg Germanistik, Anglistik, Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie. Ohne die Dissertation über William Blake abzuschließen, verließ er nach neun Semestern bereits die Universität aus Geldmangel und wurde Lektor des Angelsachsen-Verlags in Bremen. 1922 wechselte er zum Carl Schünemann Verlag und wurde Schriftleiter der Zeitschrift Niedersachsen unter Hans Pfeiffer. 1927 wurde er Leiter der Schünemanns Monatshefte, sowie von 1936-1943 Herausgeber der Monatsschrift "Der Schlüssel". Bremer Beiträge zur deutschen Kultur und Wirtschaft. Aus dieser Zeit sind sehr viele Korrespondenzen erhalten geblieben. In der Beständeübersicht des Staatsarchivs Bremen sind Alfred Döblin, Manfred Hausmann, Ricarda Huch und Rudolf Alexander Schröder stellvertretend genannt. Es war also legitim, dass bei der Verzeichnung großes Augenmerk auf diese autographischen Schätze gelegt worden ist. Die Korrespondenzen sind in DIN A 5- Umschlägen vorsortiert und kunstvoll beschriftet.
Neben seiner Tätigkeit als Kunst-, Literatur- und Theaterkritiker betätigte er sich als freier Schriftsteller. Bereits aus dem Felde brachte er die erste Gedichtsammlung "Flandrische Sonette" mit. Er schrieb Niederdeutsch und Hochdeutsch fürs Theater, und er war auch als Übersetzer tätig, hauptsächlich für John Masefield. Eine Werkübersicht befindet sich im Bestand, bzw. in dem Beitrag von Kurd Schulz in: Bremische Biographie 1912-1962, Bremen 1969. Selbiger hat auch Worte zum 10. Todestag am 11.2.1960 formuliert, in: Heimat und Volkstum, Jg. 1959-1960.
Geschichte des Bestandsbildners: Im Zweiten Weltkrieg war Friedrich Lindemann zeitweise Verbindungsoffizier zwischen Wehrmacht und Presse in Oldenburg. Er war verantwortlich für den Heimatgruß, der erstmals 1943 an die Soldaten geschickt wurde. Ferner liegen Briefe und Postkarten aus Frankreich, Niederlande und Russland vor. Er geriet im Mai 1945 in englische Kriegsgefangenschaft, aus der er schwerkrank am 21.8.1947 entlassen wurde. Im größten Offiziersgefangenenlager Englands hatte er die vielbeachtete Lagerzeitschrift Die Zeit am Thyne gegründet. Viele interessante Dinge sind in vorliegendem Bestand aus der englischen Kriegsgefangenschaft erhalten, die sich für Ausstellungszwecke eignen würden.
Am 16.12.1922 hatte er Marie (1898-1976) geheiratet, auch sie war Journalistin und Schriftstellerin. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Der Sohn fiel im Zweiten Weltkrieg und die Tochter Maria Joachim sorgte dafür, dass die Nachlässe ihrer Eltern 1984 ins Staatsarchiv Bremen kamen. Ihr Vater Friedrich Lindemann war bereits am 11.2.1950 kurz nach seinem 52. Geburtstag verstorben. Ihre Mutter hatte das Staatsarchiv nach seinem Tode kennen gelernt. Sie betreute die zeitgeschichtliche Sammlung. Der Nachlass von Marie Lindemann (Bestand 7,153) wurde bereits 1988 bearbeitet. Er umfasst 4 Kartons.
Der Nachlass von Friedrich Lindemann hat 110 Verzeichnungseinheiten, die in 15 Kartons Platz gefunden haben.
Dorothea Breitenfeldt
September 2007
Bestandsgeschichte: Im März 1984 wurden ca. 3 m Schriftgut des Schriftstellerehepaars Friedrich und Marie Lindemann abgeliefert. Der Depositarvertrag ist datiert vom 9.3.1984 und wurde mit Frau Maria Joachim, damals Straßburger Str. 61, und dem Staatsarchiv Bremen geschlossen. Frau Maria Joachim verstarb am 10.9.2001 und am 30.10.2001 gingen die Bestände (7,152 und 7,153) in das Eigentum des Staatsarchivs Bremen über. An dem Tag war der Originalvertrag und die Sterbeurkunde vom Frau Dora Maria Joachim (am 1.7.1925 in Bremen geborene Lindemann) im Briefkasten des Staatsarchivs gefunden worden. Hierüber ist ein Aktenvermerk angefertigt worden (in: 751-05).
Die Bearbeitung des Bestandes wurde 2007 abgeschlossen. Da sich in den Kartons eine Vielzahl von Druckerzeugnissen befanden, konnte der Bestand um fast ein Drittel verringert werden. Die Bücher wurden in die Bibliothek des Staatsarchivs eingearbeitet und sind mit den vergebenen Signaturen im gedruckten Findmittel nachgewiesen.
2
Bestand
Literatur: Kurd Schulz, Friedrich Lindemann, in: Bremische Biographie 1912-1962, Bremen 1969, S. 317-319.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
30.06.2025, 11:55 AM CEST