Schichtungssache Oesthues
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B-Vormund, 220
B-Vormund Vormundschaften (Causae pupillares)
Vormundschaften (Causae pupillares) >> 1701-1800
1754 - 1781
Enthält: Zu Vormündern des Johan Henrich Josef Oesthues, Sohnes des verstorbenen Zinngießers Konrad Burchard Oesthues, werden 1755 bestellt der Kramer (später Kommerzienrat) Johan Henrich Orsett und der Kramer Franz Melchior Kuhlman. Letzterer stirbt 1766; Vormünder seiner Kinder sind der Wandschneider Johan Kaspar Zumfelde und der Zinngießer Franz Melchert Kuhlman. Zumfelde übergibt nun 1767 die Vormundschaftsrechnung betr. den J.H. Josef Oesthues nebst Belegen für die Jahre 1754-1767. Hieraus ergeben sich folgende Namen: Witwe Oesthues geb. Christine Gertrud Koppers; Gerhard Wilbrand Jochmaring; Dr. med. J.J. Gunsberg; Uhrmacher Johan Michael Frischauff; Balthasar Albinger; Schreiblehrer J.T. Schüttweller; Hof-, Sprach- und Rechenmeister P. Krings; Schuster Franz Deiling; Perückenmacher Bernard Bruns; Witwe Glaser Lammerding, geb. M.A. Busch; Zimmermeister Rudolf Lette. Die Rechnung wird eingehend revidiert. Die unter Vormundschaft stehenden Kinder Kuhlman sind Anna Elisabeth Kuhlman (1773 Frau Lammerding) und Klara Katharina Kuhlman. 1773 ist J.H. Josef Oesthues großjährig geworden. Zumfelde und die Witwe Kommerzienrat Orsett geb. A.M. Krevelt, letztere vertreten durch Herman Otto von Remen, legen Rechnung. Oesthues ist in der Lehre bei dem Zuckerfabrikanten Nohendorff in Altona und will dessen Geschäft, das dieser wegen Alter und Krankheit aufgeben möchte, übernehmen. Aus den Belegen: Prokurator Nikolas Herman Büren; Franz Theobald Tour(…)nel; Johan Franz Daleh in Warendorf; Josef Sentrup in Hamburg; Johan Henrich Danneman; Chirurg Fr. Lud. Schindeler; Arnold Laackman junior; Schuster Ferdinand Nieman; Joan Röttger Plattvoet; Josef Ruman; Peter Franz Vogelsang; Johan Ernst Hellweg; Johan Andreas Witte; Anna Gertrud Schlebrügge geb. Zurmühlen. 1771 wird Josef Oesthues in Altona zu 1 Jahr Zuchthaus verurteilt wegen Mißhandlung des Schneiders Friedrich Detlef Timm. Bei dieser Sache Nr. 220 findet sich eine Reihe Briefe, Eingaben, Gnadengesuche an den König von Dänemark, Bescheide, Briefwechsel zwischen den Räten in Altona und Münster, die auf die Verurteilung Bezug haben. Ende 1781 stirbt Josef Oesthues kinderlos: Seine Witwe ist Anna Margarete Gilhaus. Nach dem Testament seines Vaters sollen die Kinder der Maria Katharina Oesthues, Frau Edelbrock in Billerbeck, ein Legat erhalten. Ansprüche an seinen Nachlass stellen seine Verwandten von Mutters Seite her, nämlich der Kramer Ferdinand Ludorf und der Kramer Josef Henrich Kellerman, die beide eine Kuhlman zur Frau haben.
Archivale
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
09.01.2026, 12:06 MEZ