F Rep. 330-03 Zeitungsausschnittsammlung der Justizpressestelle (Bestand)
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F Rep. 330-03
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> F Sammlungen >> F 4 Zeitgeschichtliche Sammlungen und Chroniken
1945 - 2003
Vorwort
1. Behördengeschichte
Die Justizpressestelle des Landgerichts existiert seit 1927 im Kriminalgerichtsgebäude in Moabit. Sie gilt als erste Einrichtung dieser Art in Preußen. "Anlass für ihre Gründung war das angespannte Verhältnis zwischen Justiz und Presse in der Weimarer Republik. Um dem entgegenzuwirken, ordnete der damalige Präsident des Kammergerichts Dr. Tigges die Einrichtung der Justizpressestelle an. Aufgabe der Justizpressesprecher war aber nicht nur auf eine zutreffende Berichterstattung zu achten. Sie sollten vielmehr zwischen der Justiz und der Presse eine Art Mittlerposition einnehmen." Daraus entstand über die Jahrzehnte eine enge Zusammenarbeit mit Journalisten, deren Artikel Eingang in die Sammlung der Justizpressestelle fanden.
Die Berliner Justizpressestelle hatte ihren Sitz im Landgericht in der Turmstraße, dem ehemaligen neuen Kriminalgericht. Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Pressestelle in Moabit ausschließlich für die Berichterstattung von Strafprozessen zuständig, daneben gibt es weitere Pressestellen, die u.a. am Kammergericht angebunden sind.
Als Pressesprecherinnen und Pressesprecher fungierten Richter oder Staatsanwälte, die die Justizpressestelle mit einem Stab von Mitarbeitenden leiteten. Nach 1945 waren das u.a. Dr. Hans Günther (später GStA beim Kammergericht), Rüdiger Warnstädt, Hansgeorg Bräutigam (später Vorsitzender Richter im Honecker-Prozess), Wolfgang Treppe (später GStA beim Landgericht), Volker Kähne (später Chef der Senatskanzlei) oder Michael Grunwald.
2. Bestandsgeschichte
Die Ordner wurden neben zwei weiteren Serien von Zeitungsausschnitten sortiert nach Tageszeitungen und Gerichtsberichterstattern von der Justizpressestelle Berlin im Jahr 2006 angeboten. Die Serien der Tagungszeitungen und Gerichtsberichterstatter wurden wegen des Umfangs nicht übernommen. Die im Bestand verwahrten Ordner wurden in Auswahl als archivwürdig erachtet und im Juni 2006 übernommen. Die abschließende Erschließung erfolgte jedoch erst im Frühjahr 2021. Die Systematik orientierte sich am Ordnungschema der Justizpressestelle aus den 1960er Jahren (Kennungsbuchstaben A, C, K, L, F). Die lfd. Nr. 268 ist nicht belegt.
Der Bestand umfasst 328 Archivguteinheiten mit rund 30 lfm. Die Laufzeit reicht von 1945 bis 2003.
Einzelne Ordner sind aufgrund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt, da sie Anklageschriften und Gerichtsurteile enthalten. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
3. Korrespondierende Bestände
LAB A Rep. 358-01 Generalstaatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin 1919 - 1933
LAB A Rep. 358-02 Generalstaatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin 1933 - 1945
LAB B Rep. 005 Senatsverwaltung für Justiz
LAB B Rep. 020-01 Der Polizeipräsident in Berlin, Anteilung Kriminalpolizei und Verbrechensbekämpfung
LAB B Rep. 057 Generalstaatsanwaltschaft beim Kammergericht Berlin
LAB B Rep. 057-01 Generalstaatsanwaltschaft beim Kammergericht Berlin, RSHA-Verfahren
LAB B Rep. 058 Staatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin
LAB C Rep. 108 Magistrat von Berlin, Abteilung Justiz
4. Literatur
Alois Wosnitzka, Das Neue Kriminalgericht Berlin, Berlin 2006
Berlin, im März 2021 Bianca Welzing-Bräutigam
1. Behördengeschichte
Die Justizpressestelle des Landgerichts existiert seit 1927 im Kriminalgerichtsgebäude in Moabit. Sie gilt als erste Einrichtung dieser Art in Preußen. "Anlass für ihre Gründung war das angespannte Verhältnis zwischen Justiz und Presse in der Weimarer Republik. Um dem entgegenzuwirken, ordnete der damalige Präsident des Kammergerichts Dr. Tigges die Einrichtung der Justizpressestelle an. Aufgabe der Justizpressesprecher war aber nicht nur auf eine zutreffende Berichterstattung zu achten. Sie sollten vielmehr zwischen der Justiz und der Presse eine Art Mittlerposition einnehmen." Daraus entstand über die Jahrzehnte eine enge Zusammenarbeit mit Journalisten, deren Artikel Eingang in die Sammlung der Justizpressestelle fanden.
Die Berliner Justizpressestelle hatte ihren Sitz im Landgericht in der Turmstraße, dem ehemaligen neuen Kriminalgericht. Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Pressestelle in Moabit ausschließlich für die Berichterstattung von Strafprozessen zuständig, daneben gibt es weitere Pressestellen, die u.a. am Kammergericht angebunden sind.
Als Pressesprecherinnen und Pressesprecher fungierten Richter oder Staatsanwälte, die die Justizpressestelle mit einem Stab von Mitarbeitenden leiteten. Nach 1945 waren das u.a. Dr. Hans Günther (später GStA beim Kammergericht), Rüdiger Warnstädt, Hansgeorg Bräutigam (später Vorsitzender Richter im Honecker-Prozess), Wolfgang Treppe (später GStA beim Landgericht), Volker Kähne (später Chef der Senatskanzlei) oder Michael Grunwald.
2. Bestandsgeschichte
Die Ordner wurden neben zwei weiteren Serien von Zeitungsausschnitten sortiert nach Tageszeitungen und Gerichtsberichterstattern von der Justizpressestelle Berlin im Jahr 2006 angeboten. Die Serien der Tagungszeitungen und Gerichtsberichterstatter wurden wegen des Umfangs nicht übernommen. Die im Bestand verwahrten Ordner wurden in Auswahl als archivwürdig erachtet und im Juni 2006 übernommen. Die abschließende Erschließung erfolgte jedoch erst im Frühjahr 2021. Die Systematik orientierte sich am Ordnungschema der Justizpressestelle aus den 1960er Jahren (Kennungsbuchstaben A, C, K, L, F). Die lfd. Nr. 268 ist nicht belegt.
Der Bestand umfasst 328 Archivguteinheiten mit rund 30 lfm. Die Laufzeit reicht von 1945 bis 2003.
Einzelne Ordner sind aufgrund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt, da sie Anklageschriften und Gerichtsurteile enthalten. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
3. Korrespondierende Bestände
LAB A Rep. 358-01 Generalstaatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin 1919 - 1933
LAB A Rep. 358-02 Generalstaatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin 1933 - 1945
LAB B Rep. 005 Senatsverwaltung für Justiz
LAB B Rep. 020-01 Der Polizeipräsident in Berlin, Anteilung Kriminalpolizei und Verbrechensbekämpfung
LAB B Rep. 057 Generalstaatsanwaltschaft beim Kammergericht Berlin
LAB B Rep. 057-01 Generalstaatsanwaltschaft beim Kammergericht Berlin, RSHA-Verfahren
LAB B Rep. 058 Staatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin
LAB C Rep. 108 Magistrat von Berlin, Abteilung Justiz
4. Literatur
Alois Wosnitzka, Das Neue Kriminalgericht Berlin, Berlin 2006
Berlin, im März 2021 Bianca Welzing-Bräutigam
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ