A: Abt Hartung des Klosters Michelfeld. S1: A. S2: Konvent des Klosters Michelfeld. Betreff: Inventarisierung der Güter und Rechte des Klosters Michelfeld, nachdem das Kloster in der jüngeren Vergangenheit bis zum Regierungsantritt des jetzigen Abtes große Schäden und Verluste erlitten hat. Referierung der hauptsächlich erlittenen Schäden: 1) Der Burggraf von Nürnberg, der zur Zeit Abt Theoderichs die Klostervogtei an sich gezogen und mit militärischer Gewalt das Kloster überfallen hat, hat das Kloster sacrilega manu vieler kirchlicher Schätze und anderer Mobilien beraubt, welchen Schaden ein wegen seiner Exzesse gemaßregelter Mönch des Klosters noch vergrößerte, indem er nachts verschiedene Werkstätten des Klosters samt den darin befindlichen Pferden und anderen Haustieren verbrannte. 2) Zu jener Zeit haben sich sehr viele Einkünfte und Güter des Klosters dadurch vermindert, dass viele Güter teils aus Gefälligkeit und teils durch Rückkauf dem Kloster entfremdet wurden, ohne dass man den Anlass noch weiß. 3) 1429, unter Abt Heinrich, der dem Abt Theoderich nachfolgte, hat das Kloster durch die böhmischen Ketzer große Verwüstungen erlitten (ad extremum quasi exterminium est productum). Nachdem diese die Erdoberfläche wie Heuschrecken erfüllt, 14 Bauern sowie alle Utensilien des Klosters samt den Pferden und dem Getreide hinweggeschafft hatten, haben sie das Kloster mit seinen angrenzenden Gebäuden, Dörfern und Gütern kläglich verbrannt. 4) Nach diesem Sturm der Verfolgung hatte sich Abt Heinrich mit Einverständnis der Brüder und nach der Aufstellung von zwei Provisoren in den Hof des Klosters in Zeil am Main begeben, bereute dies aber wieder und erbat seine Rückkehr, die ihm aber wegen seiner Unverträglichkeit nicht gewährt wurde. Daraufhin versuchte er das Gift der Verleumdung über die beiden Prokuratoren und andere Brüder zu gießen, klagte sie entgegen der Wahrheit wegen verschiedener Dinge an, welche Anklage aber sowohl beim Bamberger Bischof als auch bei einigen Prälaten des gleichen Ordens Unwillen hervorrief, weshalb diese nach Hinzuziehung geistlicher und weltlicher Rechtsverständiger den Abt, der in seine Resignation schon eingewilligt hatte, und die Brüder zur Annahme eines neuen Abtes aus einem anderen Kloster bewegt hatten. Liste der vorhandenen Güter und Einkünfte: Büchenbach (Lkr. Pegnitz): villa, die jährlich 22 Scheffel Weizen und 62 Scheffel Hafer geben sollte, aber, weil sie von den Vögten und anderen bedrückt und in Armut gebracht wurde, im ersten Jahr Abt Hartungs nichts gegeben hat. Schönfeld (Lkr. Pegnitz): 6 Güter und eine Mühle, von welchen jedes jährlich 1 Scheffel Weizen, 1 Scheffel Hafer Pegnitzer Maßes, 20 Pfennige, 8 Käse, 40 Eier, 1 Fasnachtshuhn und 1 Herbsthuhn gibt. Zinsen auf dem Gebirg: Speichern (Speikern, Lkr. Lauf a. d. Pegnitz) 40 Pfennige;. Simmelsdorf (Lkr. Lauf a. d. Pegnitz) 40 Pfennige Zymmerperg (Zimmerberg, in der Ortsflur Plech, Lkr. Pegnitz) 3 Pfund Haller;. von der Königsteiner Wiese 6 Pfund;. Auerbach 3 Pfund und 3 Pfennige, vom Heinz Kramer daselbst ein Kalbsbauch. Zehnten des Klosters Michelfeld: in Michelfeld der Zehnt vom ganzen Dorf. in Niedernhof (Lkr. Eschenbach) der Zehnt von einem Hof. in Pferrach (Lkr. Eschenbach) der Zehnt von 3 Höfen. in Newses (Nasnitz, Lkr. Eschenbach) der Zehnt vom ganzen Dorf. in Weidlwang (Lkr. Eschenbach) der Zehnt vom ganzen Dorf. in Penzenreuth (Lkr. Eschenbach) der Zehnt vom Dorf. in Reisach (Lkr. Eschenbach) der Zehnt vom Dorf. in Steinamwasser (Lkr. Eschenbach) vom Dorf. in Ortlesbrunn (Lkr. Eschenbach) der Zehnt vom Dorf. in Hungerperk (Hammerberg, Lkr. Eschenbach) der Zehnt von 2 Höfen. in Saß (Saaß, Lkr. Eschenbach) der zehnt von 2 Höfen. in Rosenrewt (Rosenhof, Lkr. Eschenbach) der Zehnt von verschiedenen Äckern. in Hagenohe der Zehnt vom Dorf. in Putzmanns der Zehnt von verschiedenen Äckern. in Altzirkendorf (Lkr. Eschenbach) der Zehnt vom Dorf. in Godersdorf (Göttersdorf, Lkr. Eschenbach). in Damesdorf (Dammelsdorf, Lkr. Eschenbach) der Zehnt von der Vöglerin Gut. in Welluck der Zehnt vom Dorf. in Lützelpuch (Nitzlbuch, Lkr. Eschenbach) cedit Weyssenbergerin ad tempora vite pro precaria. in Peilstein (Beilenstein, im Truppenübungsplatz) der Zehnt von 2 Höfen. in Ebersberg (im Truppenübungsplatz) der Zehnt vom Dorf. in Sommerhau (im Truppenübungsplatz) der Zehnt vom Dorf (villa parva). in Kotzmanns (Wüstung im Truppenübungsplatz) der Zehnt vom Dorf. in Wolframs (im Truppenübungsplatz) der Zehnt vom Dorf. in Hammergänlas (im Truppenübungsplatz) der Zehnt vom Hammer. in Alpershof (Albrechtshof, abgeg. oberhalb von Stegenthumbach) der Zehnt vom Dorf. in Oberfrankenohe (im Truppenübungsplatz) der Zehnt vom Dorf. in Unterfrankenohe (im Truppenübungsplatz) der Zehnt vom Dorf. in Haag (im Truppenübungsplatz) der Zehnt vom Dorf. in Zeltenreuth (im Truppenübungsplatz) der Zehnt vom Dorf. in Hopfenohe (im Truppenübungsplatz) der Zehnt von einem Gütlein. in Heroldsdornbach (Pinzing, im Truppenübungsplatz) der Zehnt von einem Gütlein. in Mainfelt (Groß-, Kleinmeinfeld, Lkr. Hersbruck). in Entzendorf (Enzendorf, Lkr. Hersbruck). in Schmalnohe (Lkr. Amberg) der Zehnt von dem Widemgütel. in Tedemrewt (Döttenreuth, Lkr. Sulzbach-Rosenberg) der Zehnt vom Dorf. in Plech der Zehnt vom Dorf. in Zimerberg (in der Ortsflur Plech) der Zehnt vom Dorf. in Heroltzrewt (Heroldsreuth, Lkr. Pegnitz) der Zehnt von zwei Höfen. in Hungerspuhel (Hammerbühl, Lkr. Pegnitz) von einem Gütlein. in Pegnitz der dritte Teil des Zehnts. in Willenberg (Lkr. Pegnitz) der Zehnt vom Dorf. in Puchach (Buchau, Lkr. Pegnitz) der Zehnt vom Dorf. in Obernhof der Zehnt von einem Hof. in Horlach (Lkr. Pegnitz) der Zehnt von einem Hof. in Büchenbach (Lkr. Pegnitz) der Zehnt vom Dorf. in Kaltenthal (Lkr. Pegnitz) der Zehnt vom Dorf. in Löm (Lehm, Lkr. Pegnitz) der Zehnt von einem Hof. in Forhenrewt (Fohrenreuth, Lkr. Rehau) der Zehnt von verschiedenen Äckern. in Pütlach (Püttlach, Lkr. Pegnitz) der Zehnt von einem Gütlein. in Reichenbach (Lkr. Eschenbach) der Zehnt vom Dorf. in Schönfeld (Lkr. Pegnitz) der Zehnt vom Dorf. Prekarien: Die curia in Zeil am Main mit allen Zugehörungen; reicht dem Senior (des Klosters Michelfeld) für die Zeit seines Lebens;. die curia in Weidlwang mit allen Zugehörungen;. die kleinen und großen Zehnten in Newseß (Nasnitz, Lkr. Eschenbach) und Weidlwang;. Cristan Haller in Nürnberg hat vom Kloster jährlich 32 Gulden Nürnberger Stadtwährung für die Zeit seines Lebens;. Jörg Tetzel von Nürnberg hat vom Kloster jährlich 26 Viertel Weizen, ebensoviel Hafer und 10 Gulden;. die Purkardin hat jährlich 40 Pfund Haller weniger 30 Pfennige;. Ott Peßler hat jährlich 10 Schilling Weizen und 5 Schilling Gerste Pegnitzer Maßes;. Otten Peßlers Tochter hat einen der Höfe zu Poppendorf (Lkr. Pegnitz) zu Leibgeding; dieser gibt jährlich 4 Scheffel Korn,. 4 Scheffel Hafer, 60 Pfennige, 16 Käse und über das dritte Jahr 2 Pfund als Steuer;. die Weißenbergerin gibt den Zehnt in Lützelpuch (Nitzlbuch, Lkr. Eschenbach);. 6 Gulden der Klosterfrauen in Grundlach (Himmelkron, Lkr. Kulmbach);. der Alhard zu Amberg hat alle Güter des Klosters enhalb des Waldes zu Schmalnohe und auch anderswo; der Helbagen zu Leuzenhof (im Truppenübungsplatz) hat die Güter zu Hammergänlas (im Truppenübungsplatz);. Repperimus in monasterio zwei Wagen, 6 Pferde, 33 Stück Vieh, 20 Schweine und 300 Schafe;. item monasterium invenimus inuolutum debitis (= Schulden des Klosters) 1000 Gulden weniger 10. Zeugen: Frater Konrad Banbacher (= Wannbacher), Prior, Frater Walther (Sweistorfer), Senior, Frater Heinrich Oberndorfer, Frater Konrad Rußburm, Frater Friedrich Zerer, Frater Heinrich Obernsesser und Frater Petrus Tandorfer, alle Priester und. Professen des Klosters Michelfeld.