Der Propst Hinrich von Rhemen (Remmen), die Priorin Swene des Quaden und der Konvent des Klosters zu Oelinghausen (Olinckhusen) bekunden, die + Klosterjungfer Otberch Schüngel (Schungels) habe mit Erlaubnis des obersten Klostervisitators eine ewige Wochenmesse gestiftet, und zwar am Freitag zu Ehren des heiligen Kreuzes und in Betrachtung des bitteren Leidens des Herrn. Otberch habe sie gebeten, die betreffende Messe so einzurichten, daß sie für alle Zeit am Freitag auf dem Altare oben bei der großen Orgel während des Hochamts (under der homisse) vom heiligen Kreuz mit der Collecte "Quesumus Domine" gelesen und gehalten werden soll. Für diesen Altar habe sie auch Renten gestiftet, und zwar eine Wiese zu Affeln (Affelen). In gleicher Weise habe der + Cord dey Wrede zu Reigern (Reideren) auf diesem Altar eine Messe gestiftet, und zwar jede Woche am Mittwoch von Unser Lieben Frau mit der Collecte "Inclina Domine". Dazu habe er ebenfalls einige Renten bestimmt, und zwar eine Rente von 25 Schillingen von Johann Fürstenberg (Fforstenberge) zu Höllinghofen (Holkinckhouen) aus dem Westerhofe zu Ostönnen (Ostunen). Davon soll die Küsterin des Klosters für die Beleuchtung des Altars und für Wein und Hostien zwei Schillinge beziehen, wie es die betreffende Urkunde enthält. Da nun die Altpriorin Margarete Vogedes den Gottesdienst im Kloster noch weiter fördern wolle, damit das Lob Gottes im Kloster noch mehr verbreitet werde, haben Propst und Konvent mit ihr vereinbart, daß für alle Zeiten am Montag eine Messe für alle gläubigen Seelen mit einer Collecte "Quesumus Domine" oder "Omnipotens sempiterne Deus" gehalten werde. In dieser Messe soll der Priester besonders für die Verstorbenen des Geschlechts der Vogt (Vogede) von Elspe beten. Nach dem Tode der Margarete soll die erste Collecte in all diesen Messen "Quesumus Domine" für diese Margareta sein, die zu ihren Lebzeiten diesem Kloster viel Gutes erwiesen hat. Ferner soll der Priester in all seinen Collecten und Memorien für den Propst Hinrick von Rhemen beten, der zur Stiftung dieser Messe beigetragen hat. Margareta hat dazu einen Hof zu Büecke (Bodeke) bei Körbecke (Corbecke) an der Möhne (op der Moyne) angewiesen, geheißen Houderdors Hof, den Margarete mit ihrem eigenen Gelde gekauft hat. Dieser Hof bringt jährlich drei Gulden ein. Von diesen Einkünften soll die Küsterin des Klosters zwei Schillinge für das Geleucht dieses Altars beziehen. Dies haben die Aussteller im Kapitel in ihrem Kapitelshause beschlossen. Ankündigung des Siegels der Propstei und des Konvents. Gegeben 1492 Jan. 21 (op sunte Agneten dach der hilghen jonferen).

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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Westfalen
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