Spruchkammer 16 - Göppingen mit Geislingen: Verwaltungsakten (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, EL 900/8
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Ober- und Mittelbehörden seit um 1945 >> Geschäftsbereich Ministerium für politische Befreiung >> Heimatspruchkammern: Verwaltungsakten
1945-1949
Behördengeschichte: Im Mai 1946 begannen zwischen dem Staatssekretariat für Sonderaufgaben Württemberg-Baden (ab August 1946 Ministerium für Politische Befreiung) unter Gottlob Kamm und dem Kommissarischen Landrat des Kreises Göppingen die Verhandlungen zur Einrichtung einer Spruchkammer, wie dies vom Gesetz Nr. 104 zur Befreiung von Nationalismus und Militarismus vorgesehen war. Im Vorfeld hatte es bereits sog. Vorstellungsverfahren bei Ausschüssen des Bürgermeisteramts Göppingen, örtlichen Hilfsprüfungsausschüssen und - für Ärzte, Krankenschwestern etc. beim Denazifizierungsauschuß für Angehörige von Heilberufen - gegeben. Im Juni 1946 nahm nach Klärung der Modalitäten, wie räumliche Unterbringung, Büromaterialienbeschaffung, Menge der zur Bearbeitung anstehenden Meldebogen, die Geschäftsstelle der Spruchkammer Göppingen im Landratsamt ihre Arbeit auf, zog aber noch im selben Monat in ein eigenes Gebäude in der Franklinstraße 5 um. Am 27. Juni 1946 wurde dem Staatssekretariat für Sonderaufgaben der offizielle Tätigkeitsbeginn gemeldet. Die erste öffentliche Sitzung fand am 31. Juli 1946 im Gebäude des Postamts Göppingen statt. Die Arbeit der Spruchkammer wurde zunächst nach regionalen Zuständigkeiten in Kammern gegliedert: Kammer I bearbeitete Fälle aus dem Gebiet des ehemaligen Oberamts Göppingen, bestehend aus der Stadt Göppingen und 35 weiteren Gemeinden, Kammer II solche des ehemaligen Oberamts Geislingen, wozu neben dem Hauptort weitere 25 Gemeinden gehörten. In die Zuständigkeit der Kammer II fielen daneben aus dem gesammten Kreisgebiet Angehörige von Post und Eisenbahn, Heilberufe, Mitarbeiter aus dem Bereich der Lebensmittelbranche und alle Eilanträge. Die Überlastung der II. Kammer erforderte im August 1946 die Schaffung der Kammer III. Im Oktober 1946 entstand eine IV. Kammer. Als weiterer Unterbringungsort wurde das Haus Olgastraße 5 genutzt. Im Dezember 1946 wurde die bisherige Kammer II verselbständigt und mit ihrem Registraturkörper als Außenstelle nach Geislingen/Steige verlegt. Die Geschäftsräume befanden sich im Rathaus Geislingen und im örtlichen Bahn-Hotel. Im März 1947 gliederte sich die Spruchkammer Göppingen folgendermaßen: Kammer I: Mündliche Verfahren Kammer II: Schriftliche Verfahren Kammer III: Sühnebescheide, Weihnachtsamnestie, Gnadengesuche Kammer IV: Jugendamnestie. Zur personellen Besetzung der Spruchkammer Göppingen ist zu sagen, daß diese während der Dauer ihres Bestehens einige Veränderungen erfuhr, auch bedingt durch die Neuschaffung weitere Kammern. Genannt werden insbesondere folgende Namen: Geschäftsführender Vorsitzender: Dr. Frohberg, Dr. Kienle (ab Dezember 1946) Geschäftsstellenleiter: Werner Riemann Vorsitzende der Kammern: Dr. Hartlieb (I), Dr. Roth (II), Dr. Frohberg (III), Eipert (IV), daneben Dr. Lischka, Nelhiebel, Gunzenhauser, Dr. Neugebauer, Thiele, Grünewald Zepf. Öffentliche Kläger: Dr. Burneleit, Dr. Braun, Gebhard Bauer, Reik, Schuhmacher, Schastok, Rosenberg, Schlottke Hauptamtliche Beisitzer: Wartmann, Egle, Jenner Ehrenamtliche Beisitzer auf Vorschlag der politischen Parteien DVP, CDU, SPD, KPD Spruchkammer-Außenstelle Geislingen: Geschäftsführender Vorsitzender: Dr. Kienle (Göppingen) Geschäftsstellenleiterin: Fr. Liebermann Vorsitzende: Dr. Roth, Michaelis, Lind, Hehr, Bergmann Öffentliche Kläger: Cords, Bortt, Mattstedt, Stenzel, Heintz, Freimöller, Kottmann Die letzte Verhandlung vor der Spruchkammer Göppingen fand am 10. September 1948 statt, die endgültige Auflösung wurde am 21. Oktober 1948 vollzogen. Die Außenstelle Geislingen wurde am 30. September 1948 aufgelöst, die Abwicklung der letzten Gnadengesuche und fianziellen Angelegenheiten erfolgte durch das Amtsgericht Geislingen.
Bestandsgeschichte: Nach Auflösung der Spruchkammer Göppingen im Herbst 1948 gelangten die Akten an das Zentralarchiv des Ministeriums für politische Befreiung. Dieses wurde im Sommer 1950 dem Staatsarchiv Ludwigsburg, damals noch Filiale des Hauptstaatsarchivs Stuttgart, angegliedert. Während die Verfahrensakten (Personenakten) im Staatsarchiv Ludwigsburg verblieben, gelangten im Jahre 1980 die Verwaltungsakten (Sachakten) an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Beständegruppe EA 11). Seit 1981 wurden an ihnen im Rahmen der Ausbildung für den Gehobenen Archivdienst Ordnungs- und Erschließungsarbeiten vorgenommen. Im Zuge neuerlicher Bestandsumlagerungen im Jahre 1992 wurden die Verwaltungsakten der Spruchkammern - ihrer Provenienz als Akten nachgeordneter Dienststellen des Ministeriums für politische Befreiung entsprechend - in das Staatsarchiv Ludwigsburg zurückgeführt. Sie bilden hier die Bestandsgruppe EL 900.
Bearbeiterbericht: Die Akten des Bestandes EL 900/8 Spruchkammer Göppingen mit Außenstelle Geislingen -Verwaltungsakten befanden sich ursprünglich in Leitzordnern und Schnellheftern, wobei das Material der Spruchkammer Göppingen 3,3 lfd. m, dasjenige der Außenstelle Geislingen 0,9 lfd. m umfaßte. Im Laufe der Bearbeitung wurden insgesamt 0,25 lfd. m kassiert und 0,1 lfd.m gedruckter Gesetze und Erlasse der Drucksachensammlung des Bestandes Ministerium für politische Befreiung zugeführt. Die Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten wurden in der Zeit von November 1983 bis Januar 1984 durch Archivinspektoranwärter Walter Liehner begonnen und von Februar 1984 bis April 1984 durch Archivinspektoranwärterin Ute Bartel weitergeführt. Unter Anleitung von Herrn Walter Wannenwetsch wurden die beiden Teilbestände vereinigt und eine erste Gliederung erarbeitet. Im Jahr 2003 wurden die Titelaufnahmen durch die Unterzeichnende überarbeitet, neu klassifiziert und EDV-mäßig erfaßt. Hierbei wurde der Bestand um weitere 7 Büschel ergänzt. Auf die Erstellung von zusätzlichen Indices konnte wegen des umfangreichen Klassifikationsschemas verzichtet werden. Der Bestand EL 900/8 Spruchkammer 16 - Göppingen mit Außenstelle Geislingen Verwaltungsakten umfaßt insgesamt 4,7 lfd. m mit 134 Archivalieneinheiten. Ludwigsburg, im Juni 2003 Regina Schneider
Bestandsgeschichte: Nach Auflösung der Spruchkammer Göppingen im Herbst 1948 gelangten die Akten an das Zentralarchiv des Ministeriums für politische Befreiung. Dieses wurde im Sommer 1950 dem Staatsarchiv Ludwigsburg, damals noch Filiale des Hauptstaatsarchivs Stuttgart, angegliedert. Während die Verfahrensakten (Personenakten) im Staatsarchiv Ludwigsburg verblieben, gelangten im Jahre 1980 die Verwaltungsakten (Sachakten) an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Beständegruppe EA 11). Seit 1981 wurden an ihnen im Rahmen der Ausbildung für den Gehobenen Archivdienst Ordnungs- und Erschließungsarbeiten vorgenommen. Im Zuge neuerlicher Bestandsumlagerungen im Jahre 1992 wurden die Verwaltungsakten der Spruchkammern - ihrer Provenienz als Akten nachgeordneter Dienststellen des Ministeriums für politische Befreiung entsprechend - in das Staatsarchiv Ludwigsburg zurückgeführt. Sie bilden hier die Bestandsgruppe EL 900.
Bearbeiterbericht: Die Akten des Bestandes EL 900/8 Spruchkammer Göppingen mit Außenstelle Geislingen -Verwaltungsakten befanden sich ursprünglich in Leitzordnern und Schnellheftern, wobei das Material der Spruchkammer Göppingen 3,3 lfd. m, dasjenige der Außenstelle Geislingen 0,9 lfd. m umfaßte. Im Laufe der Bearbeitung wurden insgesamt 0,25 lfd. m kassiert und 0,1 lfd.m gedruckter Gesetze und Erlasse der Drucksachensammlung des Bestandes Ministerium für politische Befreiung zugeführt. Die Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten wurden in der Zeit von November 1983 bis Januar 1984 durch Archivinspektoranwärter Walter Liehner begonnen und von Februar 1984 bis April 1984 durch Archivinspektoranwärterin Ute Bartel weitergeführt. Unter Anleitung von Herrn Walter Wannenwetsch wurden die beiden Teilbestände vereinigt und eine erste Gliederung erarbeitet. Im Jahr 2003 wurden die Titelaufnahmen durch die Unterzeichnende überarbeitet, neu klassifiziert und EDV-mäßig erfaßt. Hierbei wurde der Bestand um weitere 7 Büschel ergänzt. Auf die Erstellung von zusätzlichen Indices konnte wegen des umfangreichen Klassifikationsschemas verzichtet werden. Der Bestand EL 900/8 Spruchkammer 16 - Göppingen mit Außenstelle Geislingen Verwaltungsakten umfaßt insgesamt 4,7 lfd. m mit 134 Archivalieneinheiten. Ludwigsburg, im Juni 2003 Regina Schneider
134 Büschel (4,2 lfd. m)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:40 MEZ
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