Urfehde ohne Nr.
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7390
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 19 Urfehden
Vielleicht 1650 (ohne Datum) +)
Regest: Stefan Staiger Büchsenschmied, Bürger zu Reithlingen, bekennt folgendes. Obwohl er aus den heiligen 10 Geboten Gottes und aus den Predigten des heiligen göttlichen Worts sich zu erinnern gehabt hätte, dass keiner den Namen Gottes missbrauchen oder vergeblich führen, sondern alles gotteslästerlichen Lebens und Fluchens sich gänzlich enthalten soll, hat er dieser Tage ganz voll und trunken in seiner Haushaltung allerlei Ungelegenheit angefangen, Gott im Himmel aufs greulichste vielfältig geflucht und seine heiligen hochwürdigen Sacramenta unbesonnen hochsträflich gelästert. Deswegen haben ihn Bürgermeister und Rat vorgefordert und genugsam examiniert (= verhört). Er musste leider bekanntlich (= geständig) sein. Er bat Gott den Allmächtigen und die Obrigkeit inständig um Gnade und Verzeihung. Die Herren haben dann die Milde der Strenge vorgezogen und ihn nur mit 3tägiger leidenlicher (= erträglicher) Haft und Erlegung eines Saufguldens angesehen (= bestraft) in der Hoffnung, er werde seinem Versprechen nachkommen und sich weiterer Ungebühr sowohl in seiner Custodi (= Haft) als auch nach Freilassung ausserhalb derselben enthalten. Er aber hat gegen den Befehl der Herren fast die ganze Zeit seiner Haft mit Fressen und Saufen zugebracht, sich mit Wein allzusehr überfüllt und gedroht, wenn er herausgelassen werde, wolle er's erst recht machen und einem einen Flügel vom Leib hauen. Daher hätte der Rat abermals das Recht gehabt, die Haft noch längere Zeit fortzusetzen. Jedoch auf sein Bitten, für ihn eingelegte Fürsprache und zu erhoffende Besserung wurde er gegen Urfehde aus dem Gefängnis entlassen. Er versprach, sich künftig alles überflüssigen (= übermässigen) Zechens, Gotteslästerns und Fluchens gänzlich zu enthalten, sich wegen der Haft weder an den Herren noch sonst jemand zu rächen.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Bemerkungen: +) Die Urfehde ist nicht vollständig ausgefertigt. Am Schluss fehlen Name des Sieglers, Siegel und Datum.
Genetisches Stadium: Or.
Genetisches Stadium: Or.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ