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Amtsgericht Osten (bis 1973) (Bestand)
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Bestandsgeschichte: I. Behördengeschichte
Zum Gericht Osten gehörten seit jeher die Bauernschaften Altendorf, Hüll, Niederstrich und Isensee. Die Richter hatten höhere Befugnisse und eine damit verbundene höhere Stellung als diejenigen im Amt Neuhaus. Das Richteramt wurde fast 200 Jahre in der adligen Familie von Rönne in Altendorf vererbt. Seit der Schwedenzeit wurden jedoch auswärtige Beamte zu Richtern bestellt.
Nach dem Tod des Richters Ahrends im Jahr 1659 folgte Johann Heinrich Schulz aus Hameln im Richteramt, danach der Kontributionsschreiber Vaget, der 1679 ins Gefängnis nach Stade kam. Anschließend waren dann Barthold Schröder aus Oberndorf, Johann Lorenz Thomas aus Heidelberg (1680-1686), Christian Wolf, Andreas Meier und Peter Daniel Gohl (1706-1712) als Richter tätig.
Im 18. und 19. Jahrhundert gab es nur einen Schöffen ("Schepe"), der die Aufgaben eines Gerichtsdieners erfüllen musste. Nach 1715 trug das Kirchspiel Osten verwaltungsrechtlich den Namen "Gericht Osten".
Im Königreich Hannover wurden bis 1852 Justiz und Verwaltung auf der unteren Ebene von einer Dienststelle, dem Amt, wahrgenommen. Erst nachdem auch das Königreich Hannover Anschluss an die Gewaltenteilung gefunden hatte, kam es durch die seit 1848/50 vorbereitete große Verfassungs- und Verwaltungsreform mit Wirkung vom 1. Oktober 1852 zur Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung. Das Gesetz über die Gerichtsverfassung bestimmte die Aufhebung aller Patrimonialgerichte und sah drei Instanzen vor: Amtsgerichte, Obergerichte und das Ober-Appellationsgericht.
Die begrifflich bereits existierenden Amtsgerichte wurden aus den Ämtern ausgegliedert und traten als selbständige und unabhängige Institutionen neben die Ämter. In aller Regel war der Sprengel des Amtsgerichts mit dem des Amts identisch. So verhielt es sich auch mit Osten, zu dem folgende Ortschaften gehörten: Kirchspiel Osten und Kirchspiel
Bestandsgeschichte: Großenwörden sowie die Gemeinden Basbeck, Warstade, Westersode, Hemm und Hemmoor. 1859 kamen die Börde Lamstedt und das Patrimonialgericht Hechthausen hinzu.
An den Aufgaben des Amtsgerichts änderte sich zwischen 1852 und 1973 grundsätzlich wenig. Die Zuständigkeit erstreckte sich auf streitige und nichtstreitige Zivilsachen, namentlich Grundbuch-, Vormundschafts- und Stiftungssachen, die Führung der Handels-, Genossenschafts-, Muster-, Schiffs-, Vereins- und Güterrechtsregister (vgl. RGBl. 1898, S. 771). In streitigen Vermögenssachen gehörte die Sache ab einer bestimmten Höhe des Streitwertes an vor die Ober- bzw. Landgerichte. Die Untersuchung und Aburteilung der früheren Polizeistrafsachen übertrug die hannoversche Strafprozessordnung einem Kollegium aus zwei Schöffen unter Vorsitz des Amtsrichters. In preußischer Zeit beschäftigen sich die Schöffengerichte mit einfachen Beleidigungen, leichten Fällen des Diebstahls, Betrugs, der Unterschlagung, Hehlerei und Sachbeschädigung; darüber hinaus mit Fällen, die ein festgesetztes Strafmaß nicht überschritten.
1852 waren beim Amtsgericht Osten ein Amtsrichter, ein Actuar und ein Gerichtsvogt beschäftigt. Seit 1864 gab es zwei Amtsrichter (der dienstälteste Richter war Aufsichtsführender) und drei weitere Gerichtsbeamte, 1889 waren es fünf, zuletzt vor der Auflösung des Amtsgerichts 1973 bis zu 14 Beamte und Angestellte.
Durch das Zweite Gesetz zur Aufhebung kleiner Amtsgerichte vom 7. März 1973 wurde das Amtsgericht Osten zum 1. Juli dieses Jahres aufgehoben; sein bisheriger Sprengel fiel an das Amtsgericht Stade.
Folgende Amtsrichter, Rechtsanwälte/Notare und Mandataren/Prozessagenten waren beim Amtsgericht Osten beschäftigt:
Amtsrichter
1852-1858 Joh. Heinr. Stechmann
1858 Carl Büttner
1859 Peter Suuer
1860-1865 Rudolf von Uslar
1862-1863 Carl G. F. Lindemann
1864-1865 Ud.
Bestandsgeschichte: Lodemann
1867-1873 Georg W. Hetzer
1867 Franz A. L. Richard
1874 Guttermann
1874-1876 Dr. jur. Bödiker
1876-1877 Kempe
1877-1880 Groschupf
1881-1895 Deltzen
1881-1884 Schnurre
1885-1886 Bithorn
1888-1890 von Hantelmann
1891-1894 Grünberg
1895-1903 Neubourg
1896-1900 von Frese
1901-1903 Bolenius
1904-1911 Dr. Stange
1904-1908 Christensen
1908-1924 Brennecke
1912-1920 Hüttmann
1922-1925 Hinze
1925/26 Quentin
1926-1930 Ludewig
1926-1935 Mohrmann
1935-1962 Dr. Friedrich Siebert
1942 Argo
1964-1973 Klaus Huisinga (1973 nach Stade versetzt)
Rechtsanwälte/Notare
um 1910-1946 Albert Warlich
1946-1954 Karl Fischer
1954-1973 Herbert Werner (ab 1968 in gemeinsamer Praxis mit Rechtsanwalt und
Notar Boto Knies)
Mandataren/Prozessagenten
1874 Fritz Kröncke
1876 Mandatar Albrecht
1893 Friedrich Grote, Justus Fischer, Eduard Tietzel
1905 Friedrich Wölber, Hinrich Oellerich
1926 Eduard Tietzel, Ferdinand Tietzel
um 1900 in Hüll: Berend Vollmers.
II. Bestandsgeschichte
Nach der Trennung von Justiz und Verwaltung 1852 wurden die Gerichtsakten aus der Gesamtregistratur der Ämter separiert und als neue Amtsgerichtsregistraturen verselbständigt.
1988 wurden die älteren Amtsbücher, die nach dem Zweiten Weltkrieg in das Kreisarchiv des Landkreises Cuxhaven in Otterndorf gelangt waren, von dort an das Staatsarchiv Stade abgegeben.
Die im August 2005 als acc. 2005/224 vom Amtsgericht Stade übernommenen Akten des ehemaligen Amtsgerichts Osten sowie die laufenden Nummern bis 3109 wurden in den Jahren 2005 bzw. 2012/2013 durch Dr. Hoffmann, Frau Schrock und Frau Stellmann per EDV verzeichnet. Der Gliederungspunkt 01.06 sowie die Nummern 909, 1727, 1927, 1928, 1978, 2323, 2616 und 2936 sind nicht belegt.
III. Ergänzende Bestände
Rep. 73 (= Hypothekenbücher
Bestandsgeschichte: und Grundbücher der Amtsgerichte)
Rep. 74 Osten (= Amt Osten bis 1885)
Rep. 272 Stade (= Amtsgericht Stade ab 1974)
IV. Literatur
Rüsch, Richard A.: Chronik des Kirchspiels Osten. Mit Beitr. von Heinz Bernstorff u.a. Hrsg. von der Gemeinde Osten/Oste und "An Moor un Diek" Heimatverein Osten. Osten/Oste 1985, S. 271ff.
Schulze, Heinz-Joachim: Die hannoversche Justiz- und Verwaltungsreform und das politische System des Nachmärz im Landdrosteibezirk Stade. In: Die Herzogtümer Bremen und Verden und das Land Hadeln in späthannoverscher Zeit (1848-1866). Hrsg. von H.-J. Schulze. Stade 1981, S. 39 - 62.
Stade, im Mai 2013
Antje
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
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Delikt nach NS-Justiz
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Verfolgungsgrund
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„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
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