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Nachlass Adolf Buchenberger (1848-1904), bad.
Finanzminister (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, N Buchenberger
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Nichtstaatliches Archivgut >> Nachlässe >> Andere Nachlässe >> Buchenberger
1797-1959
Überlieferungsgeschichte
Adolf Buchenberger (1848-1904) studierte Finanzwissenschaften an den Universitäten Freiburg, München und Heidelberg. 1872 wurde er in das Handelsministerium nach Karlsruhe berufen, übernahm als Leiter das Referat Landwirtschaft und wechselte nach der Auflösung des Handelsministeriums 1881 in das Innenministerium. Neben zahlreichen Veröffentlichungen zu agrarpolitischen Themen gab er einen umfassenden Bericht über die Situation der Landwirtschaft in Baden heraus. Er richtete landwirtschaftliche Fachschulen und Versuchsanstalten ein, gründete Ein- und Verkaufs- sowie Produktionsgenossen-schaften und förderte das Versicherungswesen. 1893 wurde Buchenberger Präsident des Finanzministeriums, 1899 Finanzminister. Der Nachlass kam 1979 als Geschenk ins Generallandesarchiv.
Inhalt und Bewertung
persönliche Papiere, Foto als badischer Finanzminister 1903, Zeichnungen, Gedichte, Familienforschung. - Materialsammlungen zu Veröffentlichungen, gedruckte und ungedruckte Schriften. - Schriftgut aus der Zeit seiner Tätigkeit im badischen Landtag. - private und berufliche Korrespondenz u.a. mit Großherzog Friedrich II, Großherzogin Luise und Prinz Max v. Baden, Frh. v. Babo, Frh. v. Bodman, Arthur v. Brauer, Fürst Bernhard v. Bülow, Alexander v. Dusch, August Eisenlohr, Wilhelm Eisenlohr, Albert Gönner, Heinrich Hansjakob, Adolf Kussmaul, Camill Machlot, Johannes v. Miquel, Wilhelm Nokk, Karl Schenkel, Ferdinand Schilling v. Cannstatt, Karl Schnetzler, Friedrich v. Weech, Ludwig v. Zobel.
1. Vorwort: Adolf August Buchenberger wurde am 18. März 1848 in Mosbach als Sohn des Boxberger Amtsgerichtsarztes Julius Buchenberger und dessen Ehefrau Elise geb. Hoffmann geboren. Der junge Buchenberger musste sein Elternhaus früh verlassen, um in Wertheim die Mittelschule und später das Gymnasium zu besuchen, wo er 1866 die Reifeprüfung ablegte. Er studierte in den folgenden Jahren an den Universitäten von Freiburg, München und Heidelberg und bestand das kameralistische Staatsexamen 1869 als bester Prüfling. Zunächst wurde Buchenberger als Gehilfe bei der Bezirksdomänen- und Steuerverwaltung in Müllheim, später in Lörrach beschäftigt. Am 1. Januar 1872 erfolgte die Einberufung des als fleißig und begabt angesehenen jungen Mannes in das Sekretariat des Handelsministeriums in Karlsruhe, und im Jahre 1874 wurde er Regierungsassessor bei der Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaues, einer Zentralmittelbehörde, die dem damaligen Handelsministerium unterstellt war. In diese Zeit fällt auch der Beginn der umfassenden journalistischen und schriftstellerischen Tätigkeit Buchenbergers. Von 1878 an hatte er als Ministerialassessor mit dem Ressort Landwirtschaft des Handelsministeriums ein Aufgabengebiet inne, das seinen Interessen sehr entgegenkam. Bei der Auflösung des Handelsministeriums im Jahre 1881 wurde Buchenberger in das Ministerium des Innern übernommen. Er behielt sein Referat Landwirtschaft und erhielt den Titel eines Ministerialrats. Dank seiner ausgezeichneten Kenntnisse auf dem Gebiet der Agrarpolitik verstand er es, vor allem kleinbäuerliche Betriebe wirksam zu unterstützen. Mittels einer Erhebung über die Lage von 37 ausgesuchten repräsentativen Landgemeinden konnte sich Buchenberger einen Überblick über die Situation der Landwirtschaft in Baden verschaffen. Er veröffentliche die ermittelten Daten und schrieb einen zusammenfassenden Bericht dazu, in dem er die wichtigsten agrarpolitischen Fragen anhand der Umfrageergebnisse erörterte. Dieses Werk begründete Buchenbergers Ruf als agrarpolitische Autorität. Mit Hilfe seiner Mitarbeiter arbeitete Buchenberger in der folgenden Zeit eine Fülle von staatlichen Maßnahmen aus, die der Landwirtschaft zugute kamen; so wurden zum Beispiel landwirtschaftliche Fachschulen und Versuchsanstalten eingerichtet. Das Versicherungswesen wurde gefördert und Rinderzuchtstationen aufgebaut. Im Jahre 1893 wurde Adolf Buchenberger zum Präsidenten des Finanzministeriums ernannt. In seinem neuen Amt widmete er sich, seiner bisherigen Tätigkeit entsprechend, vor allem der staatlichen Domänenpolitik, er war aber auch in kürzester Zeit mit allen anderen wichtigen Aufgabengebieten der Finanzpolitik bestens vertraut, wie zum Beispiel mit der Steuergesetzgebung, der Beamtenversorgung oder mit den finanziellen Beziehungen Badens zum Reich. Trotz seiner schweren beruflichen Pflichten konnte sich Buchenberger auch noch mit seinen literarischen Arbeiten beschäftigen; er hatte außerdem Kontakt zu führenden Politikern und Gelehrten, mit denen er angeregte Gespräche zu führen pflegte. Adolf Buchenberger starb am 20. Februar 1904 im Alter von 55 Jahren in Karlsruhe.
2. Zur Ordnung: Der gesamte schriftliche Nachlass von Adolf Buchenberger kam 1979 als Geschenk von Dr. Wolfgang Binswanger weitgehend ungeordnet ins Generallandesarchiv (vgl. GLA 450 Nr. 1264). Dabei befand sich eine von Else Buchenberger gefertigte Inhaltsangabe einzelner Mappen des Nachlasses, die ca. die Hälfte des Bestandes erfasste. Der Nachlass enthält neben den Unterlagen und Zeitungsausschnitten zu seiner Tätigkeit im badischen Landtag und zu seinen Büchern und Schriften auch persönliche Dokumente, Unterlagen zur Familienforschung und Briefe. Zeitungsausschnitte wurden, soweit möglich, chronologisch geordnet und immer bei den übrigen Schriftstücken zu bestimmten Anlässen belassen. Ebenso wurde mit den Glückwunschschreiben zu Ordensverleihungen und Beförderungen sowie mit den Beileidsschreiben verfahren. Auch die Verlegerkorrespondenz wurde der entsprechenden Veröffentlichung zugeordnet. Gedichte Buchenbergers, aber auch die Verlegerkorrespondenz zu seinen "Elegien vom Lande" und zwei gedruckte Exemplare des Heftchens, Zeitungen und Zeitschriften, Druckschriften, Bilder, Zeichnungen, Fotos und Unterlagen u. a. zum 80. Geburtstag des Großherzogs, zu Bismarcks 80. Geburtstag und Tod, zum Heidelberger Universitätsjubiläum, Einladungs- und Menükarten sowie Theaterhandzettel wurden in der letzten Hauptrubrik "Sammlungen" zusammengefasst. Zusammen mit dem Nachlass Buchenbergers wurden auch Unterlagen des Rechtsanwalts Karl Wörter eingeliefert. Das sich keine Beziehung zum Nachlass Buchenberger feststellen ließ, werden diese Schriftstücke als kleiner Splitternachlass N Wörter getrennt, geordnet und verzeichnet. Die Ordnungsarbeiten wurden im Sommer 1979 von der Inspektorenanwärterin Barbara Schuster unter Anleitung der Unterzeichneten durchgeführt. Die Reinschrift fertigte Frau Böhme. 2017 übertrug Sonja Walter das analoge in ein Online-Findmittel. Die Ergänzung des Bestands mit Orts- und Personenindizes erfolgte 2018 durch René Gilbert im Rahmen eines von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg finanzierten Projekts. Der Bestand umfasst 71 Nummern bzw. 2, 1 lfdm.
3. Quellen und Literatur: Quellen: "Buchenberger, Adolf", Dienerakte, GLA 76 Nr. 1183 [Laufzeit: 1897-1902] Literatur: Jagemann, Eugen von: Ein badischer Staatsmann als deutscher Wirtschaftspolitiker, in: Deutsche Revue 29 (1904), Bd. 2, S. 194-201 Reinhard, R.: Adolf Buchenberger, in: Badische Biographien, Bd. 6, hrsg. von Albert Krieger und Karl Obser, Heidelberg 1935, S. 207-232 Strack, Paul: Buchenberger, Adolf, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 2, Berlin 1955, S. 698 Seußler, Wilhelm: Adolf August Buchenberger. Badischer Finanzminister und Fachmann für die Landwirtschaft; zum 100. Todestag am 20.2.2004, in: Mosbacher Jahresheft 13 (2003), S. 129-139
71 Akten
Bestand
"Zur Erinnerung an Buchenberger", GLAK N Buchenberg 21; Eugen von Jagemann, Ein badischer Staatsmann als deutscher Wirtschaftspolitiker, in: Deutsche Revue 29 (1904) Bd. 2 S. 194-201; R. Reinhard, in: Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft 61 (1905) S. 131-158; P. Strack, Neue deutsche Biographie 2 (1955) S. 698.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.