Klage gegen Maria Elisabeth Jorre auf Rechnungslegung über die vormundschaftliche Tätigkeit ihres Vaters Johann Jorre des Älteren, Handelsmanns zu Frankfurt und später zu Haarlem in Holland (dort 1626 gestorben), für die Gattin des Klägers und aufErstattung des mutmaßlichen Defizits (Schuldforderung von 14.612 Gulden zuzüglich 5 % Zinsen seit 1627) aus dem Erbteil der Appellatin. Der Kläger verweist auf ein RKG-Urteil vom 6. Nov. 1639, durch das Johann Jorre der Jüngere zu Frankfurt, der Sohn des verstorbenen Vormunds und Halbbruder der Maria Elisabeth Jorre, zur Erfüllung der genannten Klagepunkte verurteilt worden war. Da Maria Elisabeth Jorre wegen ihrer hohen Verschuldung ihre väterlichen Erbgüter zu Niederkassel und Rheidt an ihre Gläubiger abgetreten („verhypothekisiert“, „zessioniert“) hat, erhebt der Kläger gegen diese mitbeklagten Gläubiger den Anspruch auf die Präferenz seiner Forderung und auf Einweisung in die Güter zu Niederkassel und Rheidt. Das RKG gibt mit Urteil vom 27. Feb. 1649 den klägerischen Ansprüchen statt. Die Gläubiger und deren Erben legen dagegen Revision ein.
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Klage gegen Maria Elisabeth Jorre auf Rechnungslegung über die vormundschaftliche Tätigkeit ihres Vaters Johann Jorre des Älteren, Handelsmanns zu Frankfurt und später zu Haarlem in Holland (dort 1626 gestorben), für die Gattin des Klägers und aufErstattung des mutmaßlichen Defizits (Schuldforderung von 14.612 Gulden zuzüglich 5 % Zinsen seit 1627) aus dem Erbteil der Appellatin. Der Kläger verweist auf ein RKG-Urteil vom 6. Nov. 1639, durch das Johann Jorre der Jüngere zu Frankfurt, der Sohn des verstorbenen Vormunds und Halbbruder der Maria Elisabeth Jorre, zur Erfüllung der genannten Klagepunkte verurteilt worden war. Da Maria Elisabeth Jorre wegen ihrer hohen Verschuldung ihre väterlichen Erbgüter zu Niederkassel und Rheidt an ihre Gläubiger abgetreten („verhypothekisiert“, „zessioniert“) hat, erhebt der Kläger gegen diese mitbeklagten Gläubiger den Anspruch auf die Präferenz seiner Forderung und auf Einweisung in die Güter zu Niederkassel und Rheidt. Das RKG gibt mit Urteil vom 27. Feb. 1649 den klägerischen Ansprüchen statt. Die Gläubiger und deren Erben legen dagegen Revision ein.
AA 0627, 2680 - H 1554/5255
AA 0627 Reichskammergericht, Teil IV: H
Reichskammergericht, Teil IV: H >> 1. Buchstabe H
1642 - 1649 (1626 - 1655) - 2
Enthaeltvermerke: Kläger: Daniel de Hollander, Bürger und Handelsmann von Hanau, namens seiner Gattin Esther Weispfenning Beklagter: Maria Elisabeth Jorre (in Holland), Kaspar Le Brun (Breun, Bruin, Brun), Handelsmann in Köln, als Vormund für Maria, die unmündige Tochter des verstorbenen Caesar Le Breun und der Maria Elisabeth Jorre, Christian Witzelberg zu Köln als Bevollmächtigter der Gläubiger zu Amsterdam und anderswo (namentlich in Q 2, u. a. Thomas Fontaine), Witwe des David Moriau zu Köln, Johann Leinisch, Kolone zu Niederkassel (Rhein-Sieg-Kr.), und Eberhard Hirsen (Hirsch), Kolone zu Rheidt (Rhein-Sieg-Kr.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Konrad Blaufelder [1639] 1642 Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff 1642 - Dr. Johann Ulrich Stieber 1645 - Notar Abraham Pröderer 1649 - Subst.: Notar Johann Adolph Hürten - Dr. Wilhelm Mockel 1652 Prozeßart: Citationis ad videndum se immitti et praeferri in possessione bonorum, nunc (1649) revisionis Instanzen: 1. RKG 1642 - 1649 (1626 - 1655) - 2. Erzbischof von Mainz (Erzkanzellariat) als Revisionsgericht 1649 - 1662 Beweismittel: RKG-Zitation, als Edikt in Wesel, Rees und Emmerich veröffentlicht (Q 2). Kaufvertrag von 1626 zwischen den Eheleuten Martin von Hanff gen. Spich und Susanna als Verkäufern und den Eheleuten Johann Kreiter, Bürger und Kaufmann von Köln, und Agnes Schlebusch als Käufern betreffend den Broicherhof zu Niederkassel im Amt Löwenburg (Q 15). Kaufvertrag von 1629 zwischen Johann Stael von Holstein namens seiner Kinder als Verkäufer und den Eheleuten Johann Kreiter und Agnes Schlebusch betreffend das adelige rittermäßige Gut zu Rheidt, genannt die Burg (Q 16). Auflistung des 1649 durch „Attentate“ entstandenen Schadens zu Rheidt (Q 32). RKG- Urteil vom 27. Feb. 1649 (Prot.). Beschreibung: 3 cm, 136 Bl., lose; Q 1 - 28, 30 - 37, 7 Beilagen von 1647, 1649 und 1654.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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28.04.2026, 8:28 AM CEST